24 September 2017

Soissons - ANTITERRORPLAN VERSCHÄRFTE SICHERHEIT ATTENTATSRISIKO

"Leben wie Gott in Frankreich." Bei dieser kleiner Herbstfahrt wird mir so recht klar, was die Menschen damit meinen. Frankreich im herbstlichen Sonnenschein mit all seinen Heldendenkmälern, Kathedralen, Flüssen, Weinbergen, Feldern ist wunderschön. Wenn da nicht Betonblocks vor Fußgängerzonen und Festmeilen wären und Schilder an Monumenten "ANTITERRORPLAN...ATTENTATSRISIKO" und Feste unter starkem Polizeischutz.


ANTITERRORPLAN VERSCHÄRFTE SICHERHEIT ATTENTATSRISIKO


Das nächste Ziel von Verdun sollte Soissons sein. Doch ohne für die Autobahn Gebühren zu berappen, waren die 170 Kilometer nicht zu schaffen. Das Navi schickte uns über wunderbare Hügel, über Felder mit Bergen von Zuckerrüben, durch lauschige Wäldchen und ruhige Dörfer. Als nach gefühlten Stunden erst 50 Kilometer Wegstrecke geschafft waren, ging es mit neuen Koordinaten auf der schnellen Landstraße D3 zügig zu einem anderen Ziel: Chalons-en-Champagne. Auf dem Weg dahin stoppt uns im 700-Seelen-Dorf L'Épine die Faszination einer großartigen Kathedrale.





Die Baumeister des Mittelalters haben großartige Werke der Nachwelt hinterlassen.



Wo Guten und Gläubige himmlische Freuden erwarten, da warten auf Böse höllische Fratzen, Feinde, ewige Verdammnis unter furchtbaren Foltern.


Mit der stillen, feierlichen, sakralen Atmosphäre sich zu verbinden, entspannt, befreit und beglückt - vielleicht nicht jeden, mich jedoch immer mehr. Man schaltet gleichsam wie von den ständigen Kriegs-, Kampf- und Katastrophenberichte der aktuellen Nachrichten in zeitlose, gefällig schmeichelnde Musik.



Durch die farbigen, großen Fensterfluchten fällt Sonnenlicht. In manchen Fenstern zeigen grausame Szenen einen Henker, der sein erhobenes Schwert auf den gebeugten Hals eines knieenden, gefesselten Gefangenen richtet. Leben scheint unveränderlichen, nur die Mordwaffen sind technisch perfider und perfektionierter.
 

Die Dame mit dem gebrochenen Radkranz sollte uns Fernfahrern gegen Achs- und Radbruch beistehen.




In dieser vereinsamten Kathedrale von L'Épine stört es niemanden, diese Gruppe in Stein gehauener Trauer mit Blitzlich zu fotografieren. Nach der erbaulichen Pause in der Kathedrale war das Tagespensum von knapp 80 Kilometern bis Charlons-en-Champagne schnell abgespult. Faule Rentner dürfen sich nach solch gewaltigen Wegstrecken ihre wohlverdiente Mittagspause gönnen.



Auch eine warme Dusche kann man sich gut einmal wieder gönnen, wenn die Mittagssonne scheint. Abends fällt die Temperatur rasch ab und bei 10 Grad Celsius am Morgen ist eine Campingdusche nichts für Weicheier.


Chalons-en-Champagne


Der Name "Champagne" erinnert an perlenden Wein in Kristallkelchen. Bislang sind wir nur an vereinzelten Weinbergen vorbeigekommen. Doch das ändert sich. Die mit Blut endloser Schlachten getränkte Erde bringt reiche Ernte. Welche Plätze, Städte oder Gegegenden man immer besucht, die Geschichte der Menschen trieft von Blut, Gewalt, Krieg. So auch, laut Wiki, Chalons-en-Champagne..

Zur Römerzeit hieß Châlons-en-Champagne Catalaunum oder Durocatalaunum und war der Hauptort des gallischen Volksstamms der Catalauni sowie eine bedeutende Stadt der Gallia Belgica. In der Nähe von Châlons besiegte Kaiser Aurelian in einer Schlacht 274 n. Chr. den gallischen Gegenkaiser Tetricus. Der heilige Memmie predigte hier in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts das Christentum und wurde erster Bischof von Châlons. Im Jahre 451 fand bei Châlons möglicherweise die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern statt, in der das Heer Attilas eine Niederlage gegen die Westgoten unter Theoderich I., der fiel, und die Römer unter Aëtius erlitt. 931 wurde die Stadt von Rudolf von Burgund, 963 von Robert von Vermandois erobert und verwüstet.


Anläßlich fröhlicher Hochzeitsfeiern durften die Baumeister, Stadtknechte auch schon mal einen Triumphbogen errichten, wie Wiki berichtet:

Der Triumphbogen erinnert an die Durchreise Marie Antoinettes von Wien nach Paris auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit Ludwig XVI.

Dass 1789 das Fallbeil durch den schönen, schlanken Hals dieser Dame schnitt und so ihre letzte, luxuriöse Friseur mitsamt Kopf in einen Korb rollte, ist eine andere Geschichte.


Lassen wir die grausigen Geschichten und erfreuen wir uns lieber an den Fachwerkbauten in  Chalons-en-Champagne.



Auch in dieser Stadt erfreut Bewohner wie Touristen eine mächtige, mittelalterlichen Kathedrale, von denen man nicht genug besuchen kann, solange der Eintritt nichts kostet.


Über diese bronzene Ausgestaltung im Stil von Batman lässt sich nichts bei Wiki finden. Angesichts unzähliger Kriegerdenkmäler und als "heilige Straßen" geadelte Versorgungswege mit gekrönten Randsteinen für den Nachschub an Mensch- und Maschinenmaterial an die Weltkriegs-1-Front wird wohl auch dieser Bronze-Batman als geharnischter Held in die Schlacht eilen.


Jedenfalls stemmt sich der Mann gegen den Sturm, wie sein geblähter Umhang vermuten lässt, was bei heutigen Mitläufern der Macht wohl eher die Ausnahme ist.



Den Platz vor dem "Hotel de Ville", dem Rathaus, schützten Hindernisse gegen Todestotfahrer. Doch ein Kamikaze rasender 20-Tonner verschiebt diese Betonklötze wie Styroporballen.



Die Dame bringt ihre Einkaufsbeute heim. Mir gefallen Fachwerkhäuser an allen Orten, in allen Gegenden, weil darin das handwerkliche Können sich so eindrucksvoll wie einfach beweist. Doch dann zieht mich die magische Ausstrahlung der Kathedrale wieder an. Beim zweiten Besuch fallen mir zuvor verborgene Details auf.





Wertungen wie "Welterbe" und "Weltkulturerbe" tragen einen doppeldeutigen Wortsinn. Erben klingt nach Hinterlassenschaft, nach Sterben, Tod und schlußendlich Erbe.






Denkbar wäre schlimmstenfalls, dass undankbare, unerfahrene oder ungebildete Nachfahren das Erbe der Vorfahren ausschlagen, verludern und verlottern lassen, weil andere Reize oder Notwendigkeiten wichtig werden.



Jedenfalls lassen sich einige höchst verehrenswürdige Damen in der Kathedrale von Chalons-en-Champagne bewundern. Wie zumeist in Kirchen faltet Maria hingebungsvoll ihre Hände. Unausweichlich verwackelt im schummerigen Halbdunkel sakraler Hallen mit  langen Belichtungszeiten ohne Stativ das Bild.



Beim ersten Treffen mit Jeanne d'Arc frischt Wiki meine Erinnerung auf, was mein Geschichtslehrer mir vor Jahrzehnten nicht mit genügender Nachhaltigkeit eingeochst hat.

Jeanne d’Arc [ʒanˈdaʁk] (* vermutlich 6. Januar 1412 in Domrémy, Lothringen; † 30. Mai 1431 in Rouen), im deutschen Sprachraum auch Johanna von Orléans oder die Jungfrau von Orléans genannt, ist eine französische Nationalheldin. Sie wird in der römisch-katholischen Kirche als Jungfrau und Heilige verehrt.
 Während des Hundertjährigen Krieges verhalf sie bei Orléans den Truppen des Dauphins (Thronerben) zu einem Sieg über Engländer und Burgunder und geleitete anschließend Karl VII. von Frankreich zu seiner Krönung nach Reims. Nach ihrer Gefangennahme am 23. Mai 1430 in Compiègne wurde sie von den mit ihnen verbündeten Burgundern den Engländern übergeben und in einem kirchlichen Verfahren des Bischofs von Beauvais, Pierre Cauchon, der pro-englisch eingestellt war, aufgrund verschiedener Anklagen verurteilt. Am 30. Mai 1431 wurde Jeanne d’Arc im Alter von 19 Jahren auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Wieso die Kleriker, egal ob von Koran oder Bibel konditioniert, immer mit ihren "Jungfrauen" rumtun, ist mir schlichtwegs unbegreiflich. Was verstehen denn Jungfrauen schon von der Sache, auf die es ankommt? Nun treibt es mich ja meist nur in einsame und stille Kathedralen und Kirchen, in denen gerade keine Klerikal-Komiker in buntem Ornat ihre Show abziehen. Mir liegen Stories wie von Pirinccis Rotlichmilieu weitaus näher als Märchen von Jungfrauen, Heiligen noch dazu. Nach soviel klerikalem Kultraum in Bild und Betrachtung wird es Zeit für eine Geschichte, die Pirincci dichtet.




Schönere Liebesgeschichten als von Akif sind kaum vorstellbar, wenn er denn so herrlich über dies verschmitzte Lächeln der Holden herzieht:
Irgendwie hatte man sie vermißt, die verblödeten Jungweiber, die vor noch nicht allzu langer Zeit roboter- und zombiehaft wie aus der Preßschablone der grün-linken Siffmaschine sinnfreie Textbausteine pro irgendwas mit Feminismus und die multikulturelle Brachialvergewaltigung eines ganzen Volkes erbrachen. Meist handelte es sich dabei um talentlose, nichtsdestotrotz recht geile Blow-Job-Visagen, welche angesehene Zeitungen und Magazine als Kolumnen und Artikel getarnte Schulaufsätze (Klasse 6) schreiben ließen, um zu demonstrieren, daß auch Mädchen was im Kopf haben, nämlich die übliche linke Kacke.

Mit so Herz wärmenden, inspirierenden  Sätzchen lässt sich wunderbar der kalte Morgen in Chalons-en-Champagne beginnen. Während Macher des medialen Main-, Macht- und Medienstreams dem armen Pirincci für seine Fingerübungen ein Verfahren nach dem andern anhängen, dass der Meister schon 75.000 Euro für seine Strafen und Anwälte berappen musste, zockt die Kleine bei der ZEIT für ihren Sermon saftige Gagen ab.



Wer sich von stärkerer Mächt mit eingezogenem Schwanz verziehen muss, der lässt selbst seine schönste Liebesbeute im Stich. Der nächste Herr, die selbe Dame....

Wunderbar hat der Kleine Akif unserer süßen, kleinen Eva ihre grenzenlose Offenheit für humanitäre Werte aufgezeigt, von denen schon Beethoven in seiner Neunten die Schillerverse vertonte: "Alle Menschen werden Brüder, wo Dein sanfter Flügel weilt!" Ja Eva ist nun wirklich eine, nein DIE Botschafterin der "Freude schöner Götterfunken" - ein Engel uns Teufeln auf Erden gesandt, das Ewig Weibliche zieht uns hinan. Mit Eva finden wir heim ins Reich, das verlorene Paradies auf Erden, wenn wir nur ihrer süßen Verführung andächtig lauschen, kniefällig den Helm ab zum Gebet nehmen und in freudiger Erwartung Evas Verkündung harren. Bitte, Eva, gibt es eine Fortsetzung Deiner Frohen Botschaft?

Vermutlich für viele Frauen von heute die falsche Konditionierung eines Mädchenkindes im Museum von Loan.

Der alt böse Feind, dieser geile Teufel Akif wetzt schon die Messer, es schneid' schon viel besser - natürlich wetzen hier nur Giganten der Lyrik die Feder, die Himmlische Eva und der Höllische Akif - welch wunderbares Gespann, um gemeinsam Aliens in solcher Verbindung auszubrüten. Wie war das noch Annodazumal, vor 100 Jahren, als es noch Grenzen gab?



Doch die Zeiten umkämpfter Grenzen sind zum Glück vorbei. Evas Freunde kommen im Gummiboot und mit Badeschlappen über das Meer ins Land. Eva macht alle grenzenlos glücklich. Der Kleine Akif würde Eva verstehen, wenn sie ihn denn ließe. Doch bis dahin muss der arme Teufel Akif wüten und wildern vor Evas Pforte ins Paradies. Und mit ihm Tausend andere, die auch nichts anders wollen, können und müssen. So lasset uns singen:

"Da ist nun ein schon der Satan selber,
der frechste Hund und größte Hurentreiber,
wer kocht ihn ab, der alle abkocht: WEIBER!
Ob er will oder nicht, er ist bereit,
das ist die sexuelle Hörigkeit."
Beneidenswert, wer frei davon....

Soissons

Mit frischen Kräften soll anderntags die Strecke der verbleibenden 100 Kilometer bis Soissons gelingen. Wir sparen wieder Autobahngebühren und dazu den Großstadtstress von Reims und wählen den Weg über Epernay und durch ein Naturschutzgebiet.


Die Weinstöcke an den hügeligen Weinbergen biegen sich unter den vollen Reben. Epernay als ein Zentrum der Champagner-Produktion wirbt mit einem Burgturm dafür, die Weinkeller zu besuchen. Doch unser Weg geht weiter.



Welche Klein- und Kleinststraßen das Navi führt, verwundert mich. Bauern und Arbeiter bleiben erstaunt stehen, um unsere Autos zu bewundern, die sich durch die engen, kurvigen Straßen mühen.



  
Die barbusige Schönheit mit erhobenem Schwert erinnert wie an so vielen Ecken, Plätzen und Kanten an Frankreichs Kriege und Siege. Dazu gleich eine erste, kurze Auswahl Heldengedenkmäler aus und um Soissons.








Denkmal am Weg auf der Radtour nach Septmont

Mehr noch als die Kriegerdenkmäler begeistert mich Soissons mit seinen mittelalterlicher, sakralen Wunderwerken.


Das Rathaus von Soissons stammt aus alten, steinreichen Zeiten..


In dieser Kirche ist es schwer, Einlaß zu finden. Man muss wohl länger forschen.


Herbstanfang 22. September: Man beachte die grüne Leuchtanzeige links über der Apotheke. Sie zeigt 27 Grad Celsius in der Sonne an.


Das ist nun die mächtige Kathedrale von Soissons, die zeitgleich mit der Kathedrale Notre-Dame-de-Chartres entstand. Hier zeigt sich der Übergang von früher gotischer Architektur zur Baukunst des 13. Jahrhunderts.


Diese erschreckende Botschaft macht schon diesen Blog als erstes Bild auf. Man erinnere sich an die bedrohlichen Worte:


ANTITERRORPLAN VERSCHÄRFTE SICHERHEIT ATTENTATSRISIKO




Man möge zum Christentum stehen, wie man will. Doch diese Gebäude als Pferdeställe, wie während der Revolution hier 1789 geschehen ist, zu gebrauchen, entspricht nicht unserem Verständnis. Die meisten Menschen besuchen solche Orte, um sich in friedliche, freudvolle  Stimmung zu bringen. Die meisten Menschen bewundern diese Licht durchfluteten Hallen und bringen ihnen Andacht und Verständnis entgegen.


Das Querhaus in der Kathedrale datiert vom 12. Jahrhundert. Eine architektonische Komposition aus Stein und Licht - wunderbar!


Bilder wie diese bringen in Zeiten Messer metzelnder Mörder einen höchst aktuellen Zeitbezug.


Das böse Wort von "Antiterrorplan" begleitet die Gedanken und Sinne, während man die Kunstwerke betrachtet. Eine junge Dame hockt zu Füßen dieses Kunstwerks und singt leise Lieder. Ein älterer Herr, vertreibt sie nach einigen Diskussionen und weist ihr einen anderen Platz an.


Bei allem Glanz und aller Herrlichkeit, all den erstaunlichen Kunstfertigkeiten von Baumeistern und Steinmetzen, Malern und Kunstschnitzer beunruhigt der Anschlag an der Kirchenpforte: Antiterroplan.


Einige hundert Meter weiter zeigt dieser Turm ruinöse Schäden an. Die Geschichte des Bauwerks enthüllt mir eine Expertin anderntags.


Die Dame im Informationsbüro erzählte mir etwa eine halbe Stunde lang, was es mit diesem Bauwerk auf sich hatte. Obgleich mein seit Jahrzehnten ungeübtes Schulfranzösch, von drei Monaten in Marokko 2012 einmal abgesehen, weniger als 20 Prozent versteht, freut die Dame meine ehrliche Aufmerksamkeit. Ihre schnelle Reden sei Gehirn-Jogging für mich, freut sie sich.


Die Kathedrale wurde während und nach der französischen Revolution als Pferdestall genutzt. Sie zeigt mir Bilder aus der Zeit. 1823 sei dort ein Munitionsdepot explodiert, wenn dies von mir richtig aufgeschnappt war. Während des ersten Weltkriegs wurde eine Seite des Turms von Granateinschlägen weggefetzt, mittlerweile erneuert. Der ungewohnte Anblick dieser Ruine bestimmt das Stadtbild eindrucksvoller, als stünde dort das gewohnte Bild eines intakten Sakralbaus.



Die Dame der Information erzählte weiterhin, dass in Soissons schon Gallier und Römer miteinander gekämpft haben. Die gallische-römische Epoche begann um 20 v. Chr. Weiterhin gab die Dame eine Karte mit wichtigen Orten. Mit ihrer Empfehlung radeln wir in das etwa acht Kilometer entfernte Septmont. Doch noch einige Bilder aus der Abtei Saint-Jean-des-Vignes aus dem 13. Jahrhundert, der ruinierten Kathedrale.










Es muss viel Geld und gute Arbeitskräfte erfordern, die Schätze der Vorfahren zu bewahren und zu restaurieren, zumindest vor weiterem Verfall zu retten.


Septmont



Der Radweg ist ein wenig hügelig, doch in etwa einer Stunde haben wir die Strecke geschafft. Es sind nicht einmal 10 Kilometer, Umwege eingerechnet.







Tausende von Eintiegsfliegen surren im Turm.


Adolf mit mir auf dem Burgturm von Septmont: Wir überblicken die wunderbare, fruchtbare Landschaft.


La Fete du Haricot 2017


Am Abend nach dieses ausgefüllten Tages treibt es mich noch auf das Fest. Tonnenschwere Betonblöcke im Stil überdimensionierter Legosteine sperren Zufahrtswege ab. Ein Zwölftonner rangiert an der einzigen Zufahrt zurück, damit Anwohner mit ihren PKW auf heimische Stellplätze fahren können.


Die Bäcker verkaufen Baguettes in Tüten mit aufgedruckter Werbung für das Bohnenfest. Auf den Innenstadtstraßen stehen Halteverbotschilder für den Umzug am Sonntag. An sieben verschiedenen Orten der Stadt gibt es von morgens bis abends Programme wie Musik, Kabarett und Ausstellungen.




Es wundert mich, dass schon am Nachmittag Soldaten mit Maschinenpistolen im Anschlag auf den Straßen patroullieren.


Das Gelände zu den Buden und der Musikbühne ist vollständig eingezäunt. Die Zugänge von zwei Seiten zum Festgelände bewachen Kontrolleure, die in jede Tasche blicken.


Die Stände bieten Würste, Käse, Süßigkeiten, Wein, Champagner, Crepes. Vor der Bühne haben sich nur wenige Zuschauer versammelt. Das große, abgezäunte Festgelände mit den zahlreichen Buden und Ständen ist höchstens zu 20 Prozent mit Menschen gefüllt.


Nach einem ersten Durchgang zog es mich wieder heim. Doch mich erstaunte wiederum eine Gruppe von 16 Soldaten, die mit Maschinenpistolen im Anschlag durch das Gelände flanierten. Ein Foto sollte diesen für mich erstaunlichen Aufzug dokumentieren. Doch der Offizier holte mich noch am Ausgang mit seinen Soldaten ein, verlangte mein Bild zu löschen. Er ließ sich noch die anderen Bilder meiner Kamera zeigen, die er nicht beanstandete. Er verlangte meinen Ausweis, dessen Daten er telefonisch an die Zentrale weitergab. Als von dort die Auskunft "negativ" kam, ließ er mich gehen.

Es ist unangenehm, Soldaten im Einsatz zu fotografieren, dass es verboten ist, Soldaten im Einsatz zu fotografieren, war mir neu. Es fühlt sich an, als wäre der Krieg nie beendet oder als fänge er wieder an.


Laffaux

Im ersten Weltkrieg fielen an dieser Frontlinie innerhalb von wenigen Tagen 140.000 Soldaten. Im zweiten Weltkrieg ging das Gemetzel weiter. Die Menschen können sich durch die Bunkeranlagen führen lassen, festes Schuhwerk erforderlich.


Ein Führung durch den Bunker wäre erst nächsten Samstag möglich. Wir sind schon vom ersten Eindruck bedient. Wenn mich daheim wieder Sesselruhe beglückt, steht ein russischer Bestseller auf meiner Leseliste.




Wer finanzierte Hitler - 22 Minuten
https://youtu.be/NKz8vfei4P0


Laon

Etwa 40 Kilometer nördlich von Soissons liegt Laon, immerhin vom 10. bis 11. Jahrhundert französische Hauptstadt.  In dieser mittelalterlichen Stadt bewundern wir zwei weitere Kathedralen, welche maßgebend für ähnliche Bauten in Europa waren.


Die Klosterkirche St. Martin liegt als erste am Weg, war jedoch verschlossen.



Diese Figuren am Eingang der Klosterkirche erinnern an makabre Scherze zur Zeit.



Auch hier an Kirchentüren wieder Warnschilder:  ANTITERRORPLAN VERSCHÄRFTE SICHERHEIT ATTENTATSRISIKO




Wir sind gerade noch schlank genug, um durch die enge Gasse zu kommen. Für einen Esel wird es schon schwieriger.





Wiki:


Die Kathedrale von Laon (Notre-Dame de Laon) ist eines der Hauptwerke der Gotik in Frankreich. Sie wurde in den Jahren 1155 bis 1235 für das damalige Bistum Laon gebaut und zählt zu den ersten Kirchenbauten, die in diesem Stil errichtet wurden. Die Kirche ersetzte eine ältere Kathedrale aus dem 5. Jahrhundert, die 1112 abgebrannt war.








Auf einer Parkbank im Garten dieser Templer-Kapelle von 1134 genießen wir den Sonnenschein, der uns fast ganztägig verwöhnte. Am Morgen brauchte es einige Stunden, bis sich die Sonne durch den Frühnebel gekämpft hat.





Im Museum von Laon verabschieden wir uns von diesem Träger des Lichts.


Der Weg gabelt sich in Laon, unserer führt wieder zum Camp Municipal in Soissons. Dort sind wir gut aufgehoben. Geheizte Sanitäranlagen, WiFi, Ruhe und Entspannung sind hier garantiert. Die Menschen feiern ihr Bohnen-Fest. Auch Frankreich erfüllt mein Motto "Rentners Rummelplatz Reisen" in reichlichem Übermaß.


Féérie nocturne "PERLE" Les Plasticiens Volants


Etwa 15 Meter lange Meeresungeheuer mit Helium gefüllt lassen starke Männer an dicken Seilen am Samstag um 21.00 Uhr in die Luft. Diese Riesenkrabbe führen vier Männer. Einer davon beschwert sich mit einem Rucksack aus schwerem Metall, damit ihn das Ballontier nicht in die Höhe reisst.





Fische tanzen in Baumhöhe. Der Ball stammt als Perle aus einer riesigen Muschel.





Wie im richtigen Leben ist von den Meeresungheuer eines als BÖSES ausgemacht. Es ist dieser Wurm, der mit seinen Fangzähnen schon anfangs alle Sympathie des Publikums verspielt. Denn der böse Wurm grabscht sich ein Seepferdchen vom Boden und entführt es. Die dramatische Musik aus der Lautsprecher geht in ein krächzendes Kaugeräusch über, wie der böse Wurm das liebe Seepferdchen mampft.



Am Himmel fliehen Fische vor dem bösen Wurm.


Doch dann erhebt sich eine riesige Krake am Rand. Der böse Wurm greift die Krake an.


Unter donnernden Maschinengewehrsalven kämpfen Wurm und Krake. Schlußendlich fällt der Wurm in eine lose Hülle zusammen.


Zum friedlichen Ausklang des Festes schweben Quallen über unsere Köpfe. Damit sei genug erzählt von meinen Freuden in Frankreich.


Wer Schilder wie in Frankreich

ANTITERRORPLAN VERSCHÄRFTE SICHERHEIT ATTENTATSRISIKO

vermeiden will, sollte sich eines alten CDU-Wahlplakats erinnern. Solche Parolen diffamieren die Altparteien heute als AfD-Hetze.


Diffamieren, denuzieren, dezimieren: Montag Morgen steht dann der geniale Autor Akif Pirincci vor dem Dresdener Gericht - wegen Volksverhetzung.


Genug ist genug!





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