19 January 2014

Costa Blanca - Granada - Ullis Schutzengel

Am 24. April 2013 berichtete mein Blog von Granada: "Granada-Geist greift Geldbeutel".  Am 19. Januar, Bhagwans Todestag vor 24 Jahren, reist "Mima-mit-mir" nach Granada. In ihrem Schutz reisen wir leichter. Sie kocht und ihre magischen Hände halten Ordnung. Voller Wohlgefühl findet Fantasie Freude an guten Gedanken. Mächtige unverstande Kräfte geben und nehmen. Um schadlos zu bleiben, braucht man viel Geschick und noch mehr Glück!

 
Beim Freund, dem bemerkenswerten Kriminalroman-Autor Ulli in Alfaz de Pi lockt mich die warme Wintersonne in den Pool. Unter dem Weihnachtsmann auf dem Felsen treibt es mich ins kalte Wasser. Wer die Zähne zusammen beißt, schafft es in das erfrischende klare Nass. Kurz, ganz kurz.
 
 
Mit dem Fahrrad rollen wir von Alfaz de Pi an den sonnigen Steinstrand von Altea. Leider hat am regentrüben Tag zuvor unser Freund Ulli einen erschreckenden Unfall erlitten. Zum Glück ist es für ihn beim Schrecken geblieben. Sein Rangie allerdings ist Schrott. Als wir von unserer Strandtour zurück kamen, konnte Gabi ihren Ulli leidlich unversehrt und halbwegs wohlbehalten aus dem Krankenhaus abholen.
 

Den 16. Januar werden Ulli und Gabi nie vergessen.  Bei Facebook schreibt Ulli: "Heute habe ich den Rangie geschrottet." Der Rangie hatte zwar schon 25 Jahre auf dem Buckel, doch technisch war er noch perfekt. Das Wichtigste war, dass die Feuerwehr Ulli halbwegs unversehrt aus dem Wrack herausschneiden konnte. Die Untersuchungen im Krankenhaus ergaben, dass außer Prellungen und einer verletzten Kopfhaut Ulli keine weiteren Schäden erlitten hatte.
 
 
Bei dem Glück im Unglück wandern meine Gedanken zu großen Geisteslehrern wie Bhagwan oder Buddha. Es ist zwar nur eine Fingerübung, diese Geistesgrößen zu zitieren. Wörter ersetzen keine Erfahrung. Diese wächst in ständigem Mühen. Als Hommage an Bhagwan anlässlich seines Todestags am 19. Januar kontrastiert dessen Lehre mit meinem rastlosen Reisen und mit Ullis Unfall:
 

Naturally, in the world, action is needed, not inaction. For every success action is needed, not inaction. For all ambitions, action is needed. So the whole world, by and by, has become focused on the active part. But the active part is going to create tensions; it is going to create anguish, sadness. Even if you achieve your goal, you will find that you have not achieved anything -- you simply wasted your time and your energy.

The active part of your mind cannot leave you in a state of silence, relaxation, just at ease, at home. That is impossible for the active mind.

It is the inactive mind that can give you a home to rest in, and a shelter, and a beautiful feeling that nothing has to be done; that you are good as you are, that you are at the goal already, so you do not even have to move.
 Zielführender als Zitate sind Übungen, wie sie beispielsweise das "Buddha Haus" auch in München anbietet. Allerdings würde mir vermutlich die Disziplin zu solch harter Geistes- und Körperschulung fehlen:
 
 
Als ruheloser Reisender aber geht mir ein Satz durch den Kopf: "Wozu in die Ferne schweifen, wo das Gute liegt so nah?" Fern der Heimat fällt es mir ein, naheliegendes Gutes zu sehen und zu fühlen. Praktisch und pragmatisch: Nach bald 3000 Kilometer winterlicher Reise belehrt mich der Brief einer Freundin, wohin und wozu sich die Lebensreise bewegt. Wer in der Reise im Außen - wie hier zur Vollmondnacht in Manzanera - höchst bedachtsam Schaden zu vermeiden sucht, fokussiert seinen Sinn wie sein Sehnen darauf. Erfahrung erweitert das Bewusstsein, welches sich bislang beschränkt auf Provokationen wie:

"Communication and medition in  mind is not no mind.  Enjoy Your Mind." 
         "All liebendes Leben verschwindet verschwendet im Tod."

Verschwundene Verschwendung im Tod lebt weiter in denen, die sich belehren und beleben lassen von wichtigen Worten der Weisheit wie vom:


Dieser Titel bleibt als Frage stehen. Denn so sicher scheint es mir nicht, dass diese Sehnsucht schon fort führt aus der eigenen Situation. Sehnsucht selbst scheint Stress. Daher das Fragezeichen:

"Sehnsucht nach Vollkommenheit"?

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Jeder sucht nach Vollkommenheit., die uns Inneres Glück bringen soll. Mit Sinneskontakt geht es nicht - eher mit Musik, Gemälden, klugem Denken, interessanten Menschen. Wer sich nicht ganz erfüllt fühlt, denkt, dass mehr geben müsste. Wo Andere suchen, ist nichts zu finden. Denn man bleibt unerfüllt, unzufrieden mit sich und der Welt. Nichts in der Welt ist zufriedenstellend. Doch die Welt ist,  wie sie ist. Es lässt sich "Eigenes Bewusstsein" zur Erfüllung erarbeiten. Es sind im Selbst schon Innere Eigenschaften angelegt, die wir uns aneignen können.

Dann erleichtert uns das Leben gleich beständiger Meditation im Alltäglichen. Es ist ein langer Weg zum endlichen Ziel, dass wir unter dem Leiden nicht leiden. Die Schritte dorthin sind entscheidender.                                                                                                                 

Die ersten beiden Vollkommenheiten:
GEDULD UND ENTSAGUNG

GEDULD: Geduld wird oft verwechselt mit Opfermentalität. Doch das ist Negativität. Erdulden bedeutet, dass wir uns Zeit lassen mit Meditation, mit all absurden Gedanken. Indem wir Gedanken etikettieren, katalogisieren, also ordnen, schaffen wir Raum für Gefühle der Liebe für sich. Es entsteht Raum, Zeit und Kraft, sich selbst gut zu behandeln, ohne aber jedem Wunsch und jeder Begierde nachzugeben.

Wir beschuldigen immer gerne die Anderen und auch uns selbst. Doch die Welt ist, wie sie ist, auch wenn sie uns wenig gefällt. Der einzige Weg ist in uns selbst, etwas Neues auszudrücken. Das heißt, uns und alles um uns geduldig zu erleben. Der Geist will alles ändern, besser machen. Wenn dem Geist etwas nicht passt, bleiben wir unerfüllt. Unser "New-Age-Zeitalter" muss in uns selbst entstehen. Eine Meditation, die nicht klappt, schlägt sich mit den üblichen Gedanken herum. Man beginnt besser, sich selbst zu befragen. Man führt abschweifende Gedanken an der Hand, erduldet diese, auch wenn sie nicht nötig sind, etikettiert, katalogisiert und ordnet so seine Gedanken. So entsteht Einsicht in der Übung, nicht jedem Gedanken zu glauben. Es gelingt allmählich, einfach beim Atem bleiben. Dann sind wir plötzlich im Hier und Jetzt gelandet, wo wir nie sind. Wir sind Erleben, so können wir leben.

Die Welt um uns erhält uns den Körper. Die Welt um uns ist unser Film, unser Theater mit uns in der Hauptrolle. Später lernst Du, eine Nebenrolle einzunehmen und allmählich verstehst Du, auch nicht ständig im Mittelpunkt stehen zu müssen. Schließlich kennst Du Dich in Deinem Film schon seit Jahrzehnten in- und auswendig. Du wirst oder hast es schon begriffen: Innere Unruhe ist nichts anderes als unerfülltes Wünschen.

ENTSAGUNG: "Wenn ich mehr habe, bin ich mehr wert?" Das stimmt nicht. Was machen wir mit besserem Wissen? Wovon sollen wir uns entsagen? Selbst bei Meditation dreht es sich um ewige Selbstbestätigung. Wir denken, dass wir meinen zu wissen, dass wir da sind. Fakt jedoch ist: Wir können nur meditieren, wenn wir die Selbstbestätigung aufgeben.  Denken ist der sechste Sinneskontakt. Wir schließen Augen, Ohren, Geruch, Geschmack, Berührung bei der Meditation. Was bleibt und am meisten stört, ist das Denken. Es bedeutet ständiges Bemühen langer Jahre, seine Sinneskontakte für die Meditation aufzugeben. Die Bestätigung nach Anerkennung anderer ist sinnlos. Spirituelles Sehnen hilft der Welt. Dabei ist man auf sich gestellt. Der Edle versteht und schweigt. Nur so übernimmst Du selbst die Verantwortung für das, was in Dir und mit Dir geschieht. Innere Ruhe bringt Dein Bewusstsein auf eine neue Ebene. Bestenfalls wird Dir klar, dass Du ständig Bestätigung von anderen haben willst. Das will jeder. So verschlimmert sich die Abhängigkeit vom Denken und von anderen. Entsagen, also das Loslassen von Bestätigung wird und will bewusst weniger haben, aber nicht weniger sein. So findest Du Erfüllung.

Was ist auf Deinem Totenbett wichtig? Ablenkung, Unruhe? Wie kannst Du diesen Moment des Übergangs so gestalten, dass er ein Spitzenerlebnis wird? Mach es schon jetzt!

Entsagung setzt der Meditation den Punkt. Versuche, auf den Kern der eigenen Substanz zu stoßen. Das Denken loszuwerden, ist das Entsagen von dem, was das Leben bringt.
Geistige Entsagung heißt, alles loszulassen, was man denkt, wie es sein soll. Erleichtert fällt von Dir die schweren Bürde Deines Denkens, Deiner Meinung, wie es zu sein hat. Lass es fallen, entsage und siehe, was ungetrübtes Bewusstsein bringt. Erleben ist Erkennen, ohne eine Meinung haben zu müssen. Auf Gedanken ist kein Verlass, wohl aber auf erkanntes Erleben. Verlässlich ist, was wir im Innen erleben. All das geht hinaus in die Welt, Negatives wie Positives.

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Hinter den Titel "Sehnsucht nach Vollkommenheit?" sei erst mal ein Fragezeichen gestellt. Wieso sich fort fantasieren aus seinem Augenblick, selbst aus meinem "Hier-und-Hetz", wenn es bei aller Unvollkommenheit mir doch vollkommen erscheint!? Oder ist es der schwere, köstliche, spanische Rotwein mit 14 Prozent Alkohol, der mir die Einsicht, die Disziplin in ein Ordens- und Ordnungssystem wie "Sehnsucht nach Vollkommenheit!" verwehrt?

Lieber weiter und vorwärts in mein Hier-und-Hetz: Am sechsten Reisetag haben wir südwestlich von Lleida das malerische Städtchen Caspe erreicht. Dort hält die abendliche Temperatur acht Grad Celsius.


In der wärmenden, südlichen Sonne von Caspe gehen die Gedanken zurück zum "Camping International" in Carretta de Villa, kurz vor Andorra. Der Platz gehörte uns nahezu allein in der Nacht. Der weiche Boden von kompostierendem Laub war am Morgen hart gefroren. Abends tasten wir uns vorsichtig durch Pfützen, morgens rutschten wir auf einer Eisbahn. Schlaflosigkeit bei zunehmendem Mond lässt mich schon um 5.00 Uhr bei minus drei Grad beginnen. In aller Ruhe beginnt der Tag, bis es hell wird. Um 8.00 Uhr nimmt der schwere Zweieinhalb-Liter-Diesel seine Arbeit auf. Andorra-Stadt ist nach kurzer Fahrt erreicht. Die Menschen nutzen jeden Platz im Tal für Gebäude. Der morgentliche Berufsverkehr quält sich im zähen Schritttempo durch Häuserschluchten. Bald nach der Grenze zu Spanien haben wir freie Bahn, zügig durch die steinige Gebirgslandschaft zu gleiten. Reisen strengt an, weil es ständig meine volle Aufmerksamkeit erfordert.


Gut, dass wir uns beim Fahren abwechseln können. Während Mima im fünften oder sechsten Gang bedächtig unsere 3,5-Tonnen schwere Behausung ins Tal bugsiert, bezaubert mich die wilde, gut ausgebaute Wegstrecke.


Der Titel meines ersten Blog-Berichtes dieser Winterreise 2014 "Sonnensehnsucht Spanien" erfüllt sich zusehends. Nachdem wir aus tief hängenden Wolken herausgefahren sind, kämpft die Sonne mit der wabernden, weißen Wolken-Suppe. Die Sonne gewinnt gegen die Wetterwolken.


Wasser ist kostbar. Den Talsperren fehlt bis zur oberen Staukante schätzungsweise zweieinhalb Meter Wasserspiegel. Die Schneeschmelze wird nicht viel Wasser bringen, weil Schnee fehlt.


Reisen macht hungrig. Beim Reisen und Rasten lassen wir uns viel, viel Ruhe. Abseits der ohnehin schon wenig befahrenen Nationalstraße 210 stört unsere Mittagsruhe nur ein vorbei rauschendes Fahrzeug. Das Mittagsmenü feiern wir mit drei Gängen und Kaffee. Nur der Konsum von Alkohol bleibt während der Arbeitszeit am Lenkrad tabu. Abends lässt sich der Genuss von ein, zwei Gläsern Wein leicht nachholen. Mima hat mir in Arbois einen teuren Roten gekauft. Der köstliche Wein versüßt mir den Vollmond in Manzanera.


Einige Kilometer sind wir an den aufgestauten Gewässern des Ebros vorbei gefahren. Dann beschließen wir unser Tagespensum mittags nach 180 Kilometern in Caspe. Bei der Einfahrt und vorsichtigen Fahrt durch das verwinkelte Städtchen war uns noch nicht klar, dass wir an der im Bild aufragenden Mauer des Monuments nächtigen werden.


Auf dem Dach des Monuments am "Platz des Kompromisses" putzt sich der erste Storch. Rechts ragt ein Palmwedel ins Bild. Storch wie Palme beweisen, dass wir in wärmeren Gefilden angekommen sind. Wenn uns jetzt noch ein wenig mehr Sonne verwöhnt, erfüllen sich weitere Wünsche.


Unsere geruhsamer Stadtbummel durch Caspe führt uns an die eindrucksvolle Burg. Bei unserem Ausblick über das Tal, beschienen vom Mond, der in zwei Nächten voll ist, fühlen wir uns in unserer windigen Plastiktonne geschützt  - wie in einer Burg.

Tags stört der Zug im Tal wenig. Doch in der Stille der Nacht rauscht donnernd ein schwerer Güterzug vorbei, dass wir aus unseren Träumen schrecken.


Mima hat sich zum Stadtbummel in Espe nicht warm genug angezogen. Frierend strebt sie schnellen Schrittes zu unserer wärmenden, rollenden Hütte an der Stadtmauer. In der engen Straße parken wir so nah an der Mauer, dass sich die Aufbautür kaum mehr öffnen lässt.


Manzanera: Der Ort hat uns zum einen mit einem Campingplatz gelockt, der ganzjährig geöffnet ist.
Es gelingt mir, der Kamera die Koordinaten N 40'3' 44.80 und W 0'49'32.69 zu entlocken. Die Angabe stimmt mit der des Navis überein. Doch das Navi verrät zusätzlich noch die Adresse des Platzes mit  "Calle Eras de Abajo 32 in 44420 Manzanera, Aragon". Für 20 Euro incl. Strom und WiFi genießen wir nach unserer ersten Reisewoche die zweite Dusche nach Lyon. Zum andern haben wir uns noch ein Thermalbad erhofft, welches die Karten des Touristenbüros versprachen.
 

Um aber Bäder, Wärme und Sauna zu genießen, wären wir besser in München geblieben. Dieses Balneario öffnet erst am 17. März, um Kurgästen dann das Wasser in eigene Wannen sprudeln zu lassen.
 
 
Also beschränken wir uns in Manzanera darauf, die Landschaft und die alten Gemäuer zu besichtigen.
 
 
Diese Kirche soll laut Inschrift aus dem 14. Jahrhundert stammen. Die Wintersonne wärmt auf über 12 Grad Celsius in der etwa 1000 Meter hoch gelegenen Ortschaft. Doch rauer Wind lässt uns in dicken Winterjacken frösteln.

In der rotweinseligen Nacht von Manzanera begeistert mich der Text von Mimas Freundin. Sie hat diese Texte in einer mehrtägigen Übung bei buddhistischen Belehrungen und Reisen zwischen "Matratze und Meditationskissen" geschrieben. Meine 20jährige Arbeit als Redakteur kann sich des Feinschliffes ihres Rohmaterials nicht enthalten.
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 ENTSCHLUSSKRAFT  - WILLENSKRAFT
Die Dinge sind, wie sie sind, und sie sind nicht veränderlich. Das weltliche Leben ist nie perfekt. Es lohnt nicht, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Schwierig ist es, zu meditieren. Du musst lernen, Deine Reaktion zu erkennen. So gewinnst Du Deinen Zugang zum Herzen. Nur dieser Zugang hilft, spirituell zu wachsen. Das ist Alles, was wir haben.

Die menschliche Ebene ist nicht die Höchste im Universum! Aber sie ist die beste Ebene, mit unserem Leiden Erfüllung zu ergreifen und umzusetzen. Lerne, Dich nicht zu beschweren. Dann wird es leichter und Du erzielst Gleichmut.

Als Übende fangen wir mit uns an, den lieben, langen Tag, immerzu. Ohne Übung, kein Fortschritt. Erhebe Dich bei jeder Gelegenheit, die ständig vorhanden, aus dem Mittelmaß. Unglück zu verbreiten, ist ein Kinderspiel. Glück zu verbreiten, erlernst Du mit Entschluss- und Willenskraft. Setze Dich hin, höre hingebungsvoll auf Dein Inneres. Nütze Deine Kraft, die Dir im Erdulden erwächst. Sei nicht darauf erpicht, Dir die Welt, Dich selbst "schön zu meditieren", sondern kontempliere auch in tiefen und traurigem Denken, warum Dein Leben nicht schön, nicht angenehm ist. Es liegt nur an Deiner Reaktion und Deiner Kraft, Dich verantwortungsvoll auf Deine eigenen Füße zu stellen. Nur Du selbst kannst Dir das Innere Gleichgewicht verschaffen. Lass den Geist nicht rumsäuseln, nicht abschweifen. Sonst tut er, was er immer tat. Was suchst Du denn? Wo kannst Du es finden? Außerhalb Deiner Selbst? Diese Schwierigkeiten haben alle. Die Fähigkeiten, diese Schwierigkeiten zu bewältigen, haben alle andern auch. Alles, was wir wissen wollen, liegt in diesem klafterlangen Körper. Geist, Bewusstsein, Bittgebet und erfüllende Gnade bewussten Bemühens sind verborgene Versprechen. Dein liebendes Herz glaubt daran wie an Dich. Fruchtloser Verstand verzweifelt. Wofür entscheidet es sich, für Herz oder Verstand?

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Im alltäglichen getriebenem Treiben sind solche Worte schnell vergessen - nicht einmal gelesen, geschweige verstanden! Der Weg scheint das Ziel, wenn Denken und Trachten sich auf den Weg fokussieren, konzentrieren muss. Träume führen nicht weiter. Eins ist sicher: Gute Gedanken, wie diese bei Vollmond, sind besser, als aufgeregt und angespannt seine Sicherheit zu gefährden.

Zurück zu unserem Hier-und-Hetz durch die Wunder unserer Reisewelt.


Dieser einfache Stall steht in der kargen Landschaft von Manzanera. Von dort führt uns eine Schnellstraße durch das Getümmel von Valencia.

 
 Drängende Fahrer und vorbei eilende Menschen in Valencia unterhält diese jonglierende Künstlerin während einer roten Ampelphase. Mit ihrer verwirrender Geschicklichkeit versucht sie, sich einige Cents zu verdienen.

 
 Nach ausgiebiger Mittagspause spazieren wir durch die reizvolle Landschaft. Mima lässt mich in einem verfallenen Bahnwärterhäuschen posieren, paradieren und salutieren.

 
Bahnhof wie Burg haben bessere Zeiten erlebt. Die Gleise sind verrostet. Lang schon verkehrt dort kein Zug mehr. In einer Fabrik in Bahnhofsnähe arbeitet schon seit langem niemand mehr.

 
Ankunft in Alfaz de Pi  bei unseren Freunden Gabi und Ulli: Hinter dem Wohnmobil "Pünktchen" und der Palme residieren im anspruchsvollen Ambiente der Kriminalbuchautor Ulli mit seiner Frau Gabi. Mehr zu Ullis Werken verrät seine Site
 
 
Zu unserem ganz großen Schrecken rutscht nur kurz nach unserem Eintreffen Ulli bei einer kurzen Besorgungsfahrt mit seinem alten Allrad-Range Rover von der schmierigen Bahn. Allradfahrzeuge reagieren tückisch. Denn alle vier Räder verlieren gleichzeitig, ohne zuvor zu schleudern, ihre Bodenhaftung. Aber ein Schutzengel hat Ulli und andere vor größerem Unheil bewahrt. Allerdings muss Ulli seinen Allrad-Range Rover mit Totalschaden abschreiben muss. Während Ulli im Krankenhaus auf baldige Entlassung hofft, erforschen wir Alfaz de Pi und Altea.
 
 
Bevor wir mit unseren Fahrrädern den Strand von Altea erreichen, bummeln wir über den Wochenmarkt, der dort jeden Freitag buntes Leben in die Straßen bringt.
 
 
Kleidung, Uhren, Obst, Fisch, Fleisch- und Wurstwaren, Oliven, Spielzeug, Schmuck - der Markt in Altea befriedigt fast jedes Bedürfnis.
 
 
Ein echte Rolex kann keiner für 4,99 Euro kaufen. Mag die Qualität auch zweifelhaft sein, an Formen und Farben fehlt es nicht.
 
 
Wie sich dieser Bericht mit esoterischen Gedanken ziert, so zieren manche New-Age-Frommen ihre Räume mit passenden Wandbehängen.
 
 
Aus den großen Flaschen lassen sich die verlockenden Duftstoffe in 100 Milliliter-Fläschchen abfüllen.
 
 
Kleidchen und Schuhe schmücken hier schon zierliche Mädchenkinder in buntesten Farben gleich einer Tracht.
 
 
Erblühte Damen in Glanz und Grazie erheischen mit buntem Bling-Bling Aufmerksamkeit.
 
 
Der Mann macht mit seiner Maschine auf sich aufmerksam. Neben dem Hinterradreifen in Ballonstärke balzt sein Röhren aus blitzenden Auspuffrohren . Ein solcher Asphalt-Hirsch ist kaum zu übersehen, geschweige denn zu überhören.
 

Nach zwei wunderbaren Nächten und einer reizvollen Erforschung von Altea zieht es uns anderntags nach fröhlichem Rotwein-Gelage wieder weiter nach Südwesten.

 
 Doch bevor wir weiter nach Südwesten, ins Landesinnere mit Übernachtung in Lorca nach Granada pilgern, befriedigen wir im Kaufhaustempel Carrefour von Benidorm unsere weltlichen Bedürfnisse. Dazu gehören unter anderem Sojaprodukte aus der BIO-Abteilung, Spinat, Mandarinen, Wein, Wasser, alkoholfreies Bier, Brot, Küchentücher. In einem Geschäft für Autoteile lässt sich sogar ein neues Kabel für die Stromversorgung zu meinem Navi auftreiben.

 
 Nach knapp 200 Kilometern südwestlich von Altea sind wir dann wieder "daheim". Der Platz Camping La Torrecilla liegt zwar kurz hinter Lorca, doch er liegt zu weit, um die grandiose, mittelalterliche Burg von Lorca zu besichtigen. Leider belästigt uns auf dem Platz der Gestank eines benachbarten Mastbetriebs für Schweine. Doch Internet, Strom, der Luxus von Sanitäranlagen sind es wert, die Koordinaten zu notieren: N 37° 37' 45'' W 001° 45' 00'' in 360 Meter Höhe.
 
 
 In diesem Jahr hat meine Reiselust in 2702 Kilometer schon 380 Liter Diesel verfeuert. Unser Wohnmobil, die "Walkuh", erweist sich auf schnellen Straßen und stoppenden Stadtfahrten mit bald 14 Litern/100 Kilometer als recht durstige Dame. Doch bislang sind wir mit nur zwei Euro Autobahnmaut ausgekommen, um Toulouse schneller zu durchfahren.


Von Lorca queren wir die Sierra Nevada - häufig im Schneetreiben. Nach dem Mittagessen rollen wir in Granada ein. Auf dem Platz Reina Isabel fühlen wir uns königlich aufgehoben und geborgen. Sogar die Sonne bricht durch die Wolken. Die Koordinaten N 37° 07.486' W 003° 35.185'
 

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