19 February 2015

"Montags könnt ich kotzen."

Die Antifa-Gruppe in München dokumentiert per Flugblatt und auf ihrer Web-Site ihren "schwachen Magen". Die Antifa-Fraktion brachte am Rosenmontag etwa 100 magenkranke Anhänger auf die Straße, welche die Polizei im Zaum halten musste.  Die Zeit drängt, mich in die der Berge zurück zu ziehen. Dort beschäftigt mich Todenhöfers glühender Aufruf.


Fünf lange Wochen hatte der TÜV meine rollende Studierstube außer Gefecht gesetzt. Dann endlich kam von einem einsichtigen Beamten des Ministeriums für Bau und Verkehr die Genehmigung, mein Fahrzeug mit einem Eintrag im Zulassungsschein I wieder in Verkehr bringen zu dürfen. Damit ist eine lange, lange, leidvolle Geschichte endlich abgeschlossen. Der ersehnte Eintrag lautet:
 *Das originale FIN-tragende Teil wurde ersetzt. Die FIN wurde neu eingeschlagen und begrenzt.***
Mit diesem Geschenk am 11.02.2015, wenige Tage vor meinem Geburtstag am Valentinstag, ist meine "Walkuh" bei einem Kilometerstand von 129925 endlich gleichsam "rehabilitiert".


 Mit dem geänderten Zulassungsschein muss mein rollendes Schneckenhaus keine Polizeikontrollen, keine hochnotpeinlichen Untersuchungen mehr fürchten.


Während der vergangenen Jahre, wo mich mein Gefährt über 100.000 Kilometer vom Schwarzen Meer im rumänischen Constanza bis zum Atlantik nach Agadir brachte, war mir die nachträglich eingeschweißte FIN (Fahrzeug-Ident-Nummer) nicht weiter wichtig. Drei aufregende Reisemonate wie in Marokko 2012 ließen mich die Lebensverhältnisse in einem III.-Welt-Land besser verstehen.


Wer in dieser marokkanischen Bergarbeiter-Siedlung Phosphat abbaut, wer in Marokko wie fast die Hälfte der Bevölkerung von ein, zwei Euro am Tag leben muss, wird kaum verstehen, weshalb die Antifa mit Slogans wie "Montags könnt ich kotzen, Leute auf die Straße bringt. Denn es gibt Menschen, die erstmal genug zu fressen haben müssen, um überhaupt kotzen zu können.


Zitat der Antifa-Agitation von ihrer Web-Site:

Auch die folgenden Wochen konnte Bagida je viele hundert Teilnehmer_innen mobilisieren. Doch der Erfolg Pegidas lässt sich nicht nur in Zahlen messen: Kaum je hatten rechte, sozialdarwinistische, menschenverachtende und rassistische Inhalte – aller Gegenrede zum Trotz – eine solche mediale Öffentlichkeit und offen artikulierte gesellschaftliche Akzeptanz. Dass der abendländische Mob den Worten auch Taten folgen lässt, zeigen die unzähligen Übergriffe auf Journalist_innen, Antifaschist_innen, vor allem aber gegenüber Flüchtlingen und Migrant_innen im Zusammenhang mit den Pegida-Demos.

Soweit ein Zitat von der Site antifa-nt.de. In der Facebook-Gruppe Bagida kommentiert jemand diese Veranstaltung:
Die regierungsnahe ANTI-Bagida (mit dem Banner "Montags könnte ich kotzen") hatte am Rosenmontag gegen Bagida demonstriert, obwohl BAGIDA gar keinen Spaziergang durchführte. Trotz medialer Massenmobilisierung in der Lügenpresse kamen nur rund 100 (!) Personen zu Anti-Bagida. Doch auch unter den wenigen Teilnehmern scheint ein wesentlicher Teil der Gewalt zugeneigt sein. So ging der bunte Mob auf Passanten los, die Polizei konnte im letzten Moment schlimmeres verhindern. Ob der Umzug des buntversifften Mobs deshalb abgebrochen wurde, und ob es zu Festnahmen kann, ist nicht bekannt, da die Stadt München bekanntlich eng mit solchen Organisationen und Veranstaltern kooperiert.

 Nachdem mich im Januar die ersten fünf Bagida-Demos dazu eine Demo gegen die Sicherheitskonferenz in München stark beschäftigt und meine Blogs inspiriert hatten, fokussiert sich mein Interesse automatisch auf die geo-politische Gemengelage. Mehr als 100.000 Kilometer Reisen durch Europa und Marokko in den letzten vier Jahren lassen mich über den Tellerrand meiner bayrisch behaglichen Bierruhe blicken. Gleichgültig ob mir eine griechische Badebucht an einem lauschigen Fischerdorf glückliche Tage geschenkt hat....


...oder ob gewaltige Kirchenbauten mich wie im portugiesischen Batalha fasziniert haben, einseitig politisch Stellung zu nehmen, ist mein Stil nicht. Von zwei Übeln scheint mir das der Pegida das Geringe. Antifa- wie Pegida-Agitation gedeiht anscheinend in abgegrenzten Biotopen. Antifa- wie Pegida-Agitation bilden gleichsam Sekten. Straßen-Lautsprechen gleichen Bühnen, auf denen priesterliche Vordenker mitlaufenden Sympathisanten die Richtung vorgeben. Weder die eine, noch die andere Sicht trifft meine Welt.


Ein luxuriöser Lebensstil erlaubt viel Freizeit. Dazu gehören Demonstrationen, Pegida- wie Antifa-Aktivitäten. Bestenfalls starten arbeitslose Akademiker, geschult in Agitation, Diskussion, Filosoficker vom Feinsten eine Polit-Karriere bei dem "Widerstand". Widerstand oder Anpassung? 


Szenen- und Gedankenwechsel: Das beladene Maultier schleppt in Albanien Grünfutter heim. Im Sommer lässt es sich lockerer und leichter leben. Der kalte Winter erfordert eine aufwändigere Versorgung mit Energie und Nahrung.


Im Sommer 2009 standen wir an dieser lauschigen, griechischen Bucht im Schatten eines kleinen Olivenbaums. Einige Urlauber mit Autos aus Rumänien kommen bei den griechischen Sommertemperaturen mit Zelt und Schlafsack aus. Krass sticht dagegen der sonnige Wintertag in Garmisch-Partenkirchen ab.


Zwar wärmen uns auch in Garmisch-Partenkirchen einige Stunden Sonnenschein, doch die Kälte kriecht durch Ritzen, Fugen, und dringt über Kältebrücken ins Fahrzeug. Für einen Euro liefert die Strom-Zapfsäule an diesem Stellplatz 1500 Watt/Stunden. Die Energie reicht knapp 24 Stunden, um Lampen, Fernseher, Radio, PC und den Lüfter für die Gasheizung zu betreiben. Zwei 11-Kilo-Gasflaschen versorgen die Heizung, den Kocher und den Kühlschrank. Ohne diese Technik wäre das Auto im Winter unbewohnbar.  Um Industriegüter dieser Qualität und Raffinesse zu produzieren, veredeln Tausende, Hundertausende Experten und Facharbeiter Rohstoffe. Dabei organisiert die Gemeinschaft ihre Wirtschafts-, Infra-, Arbeits- und Verkehrsstruktur auf bestem, höchsten Niveau.

Ohne friedlich schiedliche Zusammenarbeit möglichst aller Gruppen, könnten kaum langfristige Konsum- und Luxusgüter unser Leben bereichern. Selbst wer auf niedrigem Niveau von Sozialversorgung leben muss, hat noch ein Vielfaches von dem, womit Menschen in anderen Regionen Europas auskommen müssen - von Afrika und Asien ganz zu schweigen!

Man mag ja auf Knien zu einem Heiligtum wie im portugiesischen Fatima pilgern, man mag beten und betteln, doch ohne Arbeit, Tat, Geist, Herz und Verstand lässt sich wenig Erfolg gewinnen.
 

Die "geistliche" Leitung des Landes mag sich auf die Zeit einstellen, wie die "geistliche" Leitung unter Hitler mit dem Kirchenkonkordat Stellung, Macht und Einfluß sich gesichert hat, doch wenn Kontroversen zu Krise und Krieg kulminieren, dann kämpfen ideologisch verhetzte Massen gegeneinander. Ideologien wie Christentum, Islam, Hinduismus, Kommunismus, Kapitalismus, Rechts- oder Links-Extremismus sind kaum miteinander vereinbar. Mehr noch: Ideologien bekämpfen sich in einem kakophonischen Clinch! Was soll das helfen? Und wem?


Schuldzuweisungen für strukturelle Defizite, für die Misswirtschaft korrupter Eliten gehören zur politischen Unterhaltung, verbessern aber selten das Leben der Menschen. Wenn verfeindete Gruppen auf Leben und Tod, Sieg oder Untergang kämpfen, verschafft technischer Vorsprung Vorteile. Einzelkämpfer greifen mit asymetrischen Attacken an und streuen Sand in die gut geölte Maschinerie industriell organisierter Versorgung und Seinsbewältigung.


Bei aller Empathie für Menschen in Not, bei ihrer notwendigen Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasseraufbereitungsanlagen, Notunterkünften sowie mit Waffen, um sich ihrer Gegner zu erwehren, laufen Länder mit ausufernden Fertilitätsraten in Gefahr, ihre Bevölkerung nicht mehr versorgen zu können. Nachdem 1492 "christliche" Ideologen mit der Reconquista die iberische Halbinsel von der maurisch-islamischen Besatzungsmacht zurück erobert hatten, gewannen todesmutige Kämpfer in der Neuen Welt Macht, Ansehen und Reichtum. Wiki beschreibt, was gewalttätige Raubmörder in der Neuen Welt gewinnen wollten:
Oft handelte es sich bei den Mannschaften der Konquistadoren um mittellose Spanier oder Veteranen der Reconquista. Sie waren keine offiziellen Soldaten, sondern freie Bürger und direkt am Gewinn beteiligt. Für ihre Rüstung, Waffen und Pferde mussten sie selbst aufkommen. Die Möglichkeit des gesellschaftlichen Aufstieges machte den Dienst sehr attraktiv. Während erstgeborene Söhne in Spanien das Erbe der Väter antraten, blieb den nachgeborenen Söhnen oft nur der Weg, sich als Konquistador mit Waffengewalt eigenen Besitz und damit gesellschaftliche Anerkennung zu erobern.
Verteilungskämpfe zwischen verschiedenen Ethnien und Völkern, die sich um ideologische Machtzentren wie Rom, Mekka, Washington, Moskau organisieren, waren und sind allgegenwärtig. Ideologische Indoktrination richtet die öffentliche Meinung ab, dass Macht und Herrschaft die widerspenstigen Massen strukturiert und organisiert. Junge kämpfen mit Alten, wie der Kuchen zu verteilen ist. Selbst Brüder kämpfen blutige Kämpfe um Besitz, Macht, Einfluß.


Der täglichen Grausamkeit, welche Medien laufend berichten, widerspricht die Theorie der Antifa. Diese Theorie trägt in wohlgesetzten Worten mehr Wunsch als Wirklichkeit vor. Funktionäre und Redner der Antifa gleichen Barockpredigern, Glaubensbrüdern und -schwestern auf den christlichen Weg der Nächstenliebe zu peitschen. Der aufmerksame Leser hat schon anfangs das Zitat verwundert oder auch anerkennend gelesen:
Doch der Erfolg Pegidas lässt sich nicht nur in Zahlen messen: Kaum je hatten rechte, sozialdarwinistische, menschenverachtende und rassistische Inhalte – aller Gegenrede zum Trotz – eine solche mediale Öffentlichkeit und offen artikulierte gesellschaftliche Akzeptanz. Dass der abendländische Mob den Worten auch Taten folgen lässt, zeigen die unzähligen Übergriffe auf Journalist_innen, Antifaschist_innen, vor allem aber gegenüber Flüchtlingen und Migrant_innen im Zusammenhang mit den Pegida-Demos.
Die Frage wer wen angreift, beantwortet keine amtliche Statistik. Jeder in seinem Lager beantwortet sich diese Frage nach seinem Gefühl, die passende Fakten durchlässt, andere aber filtert.
   

Wer sich dann noch im sozialen System von Steuern alimentiert mehr oder minder behaglich eingerichtet hat, wer seine Kinder von "Vater Staat" unterhalten lässt, für den sind Forderungen nach einem besseren Bildungssystem zweitrangig. Erstrangig ist die Forderung nach mehr "Staatsknete". Jede Verbesserung, jede Forderung über den eigenen Egoismus hinaus kostet Geld, die den eigenen Klientel-Interessen fehlt. Vorrangig zählt die Unterstützung, die Stütze, der Halt im Kiez. Bürgerproteste wie von der außerparlamentarischen Pegida-Opposition treffen wohl auch deshalb auf wütende Antifa-Angriffe.


Die sechste Bagida in München nimmt den gleichen Weg wie die erste Demo am 13. Januar.

 Die in Europa arbeitslosen Konquistadoren eroberten die Neue Welt, metzelten, meuchelten und versklavten die dortigen Einwohner. Mit dem erbeuteten Gold und Silber verschafften sich die Verbrecher selbst sowie den Kirchenfürsten und Mächtigen im Alten Europa Macht, Glanz und Gloria. Ein skrupelloser Siegeszug setzte ein, schafft Sklaven aus Afrika in die Neue Welt. Von dort verfrachten die Schiffe Schätze der Neuen Welt ins Alte Europa. Der gnadenlose Konkurrenz-Kapitalismus zeitigt derzeit seine höchste Blüte. Vor Jahrhunderten kämpften einige Hundert hochgerüstete Krieger gegen Tausende Ureinwohner. Heute töten Raketen von Drohnen aus Krieger mit Kalaschnikow in Gummischlappen. Von deutschen Basisstationen aus töten Experten Feinde weltweit per Joystick, soweit Friedensnobelpreisträger Obama den Mord genehmigt. Kollateral-Schäden sind unvermeidlich.

 
Wiki berichtet wieder, wie vor einigen Jahrhunderten "christliche" Konquistadoren aus dem Alten Europa die Neue Welt eroberten:
Bei der Eroberungen der Großreiche der Azteken, Inkas und Mayas standen die Konquistadoren oft einer erdrückenden Überzahl an Indianern gegenüber (z. B. 170 Spanier gegen ungefähr 4000 bis 7000 Inkas in der Schlacht von Cajamarca).

Im Westen nichts Neues. Im Osten nichts Neues. Nirgendwo Neues.  Krise, Kämpfe, Kriege beherrschen die Schlagzeilen. Die medial vernetzte Infrastruktur der globalen Informationstechnologie bringt in Echtzeit die Ereignisse auf den Schirm, die uns Großmogule politischer Agitation deuten.


Diese deutenden Groß-Mogule im Polit- und Medien-Zirkus weisen den Konsumenten der Meinungspiraterie die Richtung. Experten jeder Couleur und Geistesrichtung bedienen ihr Klientel.


Was die 68iger Bewegung wie die heutige Pegida-APO als "Lügenpresse" beschimpft, das klingt im professoral elaborierten Sprachcode griffiger:

Die veröffentlichte Meinung ist ein Produkt wie jedes andere und wird auch ähnlich produziert. Die wichtigen Ereignisse, die den Lauf der Geschichte verändern, werden uns oft vorenthalten, verharmlost, verfälscht oder entstellt vermittelt. Der Frieden ist zu wichtig, um ihn der Politik zu überlassen. Wir alle müssen ihn gemeinsam bewahren.


Andere wie Sarrazin bereiten Statistiken, Fakten und das spröde Zahlenmaterial soweit auf, dass sich das Buch "Deutschland schafft sich ab" bestens verkauft. Der intellektuelle, in seiner Rede sich leicht verhaspelnde Sarrazin wird keine Freundschaft mit dem Volksredner Vogel islamischer Massenbekehrung schließen. Ohnehin schließt ein salafistischer Prediger keine Freundschaft mit Ungläubigen, es sei denn, sie zum Islam zu konvertieren.


Denn dieser Pierre Vogel hingegen verkündet das Reich Mohammeds, des Propheten. Rette sich, wer kann vor dem Kalifat, wenn es denn käme!


Verfeindete Ideologen hetzen Männer, meist junge Männer, auf, die zu blutrünstigen Kampfmaschinen mutieren. Jede Ideologie bringt eine gegnerische Ideologie hervor.


Der Kurde Cahit Kaya arbeitet unentwegt daran, über die Schrecknisse von der ideologisch-islamistischen Front zu berichten und diese agitatorisch propagandistisch zu vermitteln. 


Für einen Menschen mitteleuropäischen, allgemeinen Weltverständnissen und -empfindens bleiben diese Nachrichten aus dem IS-Terror unerklärlich. Wer aber wenige Jahrzehnte sich der deutschen Geschichte erinnert, der schließt sich dem pessimistischen Weltbild von Friedrich Schiller an, welcher in seinem Gedicht von der Glocke meint:
Gefährlich ists den Leu zu wecken,
 Verderblich ist des Tigers Zahn,
 Jedoch der schrecklichste der Schrecken
 Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Wo elende Eliten nicht über den Schatten ihrer eigenen Egoismen springen, da bauen sich gefährliche Spannungen auf. Wie sich solche Spannungen in blutiger Gewalt entladen, zeigen Kriege, Bürgerkriege und Revolutionen.



http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kaufmann_Glocke_Freiheit_und_Gleichheit.jpg#mediaviewer/File:Kaufmann_Glocke_Freiheit_und_Gleichheit.jpg

Die künstlerische Darstellung der französischen Revolution von 1789 nimmt dem damaligen blutigen Terror die Schärfe, welcher in der medialen Verbreitung modernen Terrors uns heute emotional erschüttert. Blutiger Terror, gleichgültig ob Kombattanten im asymetrischen Krieg Zivilisten in Städten angreifen oder ob Drohnen den Tod wie aus dem Himmel über die Menschen bringen, diese Gewalt ist immer das Böse.


Gewalt ist böse. Gewalt ist das Gegenteil von Gerechtigkeit. Wo der Egoismus als "schrecklichstes der Schrecken, der Mensch in seinem Wahn" die Erde und das Zusammenleben, den Zusammenhalt unter den Menschen verwüstet, da folgt Gewalt. CDU-Todenhöfer lanciert gerade bei Facebook einen mitreißender Aufruf.



Todenhöfer schreibt am 18. Februar bei Facebook:
·

BITTE HELFT MIT, DIESE 10 UNGERECHTIGKEITEN JEDEN TAG IN DIE WELT HINAUSZUSCHREIEN!
1. Die westliche Welt trauert um die 2 Terroropfer Kopenhagens. Ich auch. Aber wer trauert bei uns um die 3 ermordeten jungen Muslime im amerikanischen Chapel Hill? Oder die 5 im Januar in den Trümmern von Gaza erfrorenen Babies? Oder die fast täglichen zivilen Drohnenopfer? Ist muslimisches Blut soviel billiger?

Vom Allgemeinplatz der "trauernden, westlichen Welt" kommt Todenhöfer zu einzelnen Mordopfern, auf die Todenhöfer seine wie seiner Leser mitfühlende Trauer lenkt. Von jüdischen zu muslimischen Mordopfern, zu erfrorenen Babies baut Todeshöfer Spannung auf, bis zur emotionalisierenden aber sinnfreien Frage nach dem Wert von Blut. Sollten Medien außer Propaganda auch Fakten berichten? Dann sei an die Meldung erinnert, dass aufgeschnitte Leichen in Kampfgebieten gefunden seien. Daraus folgerten Experten, dass der IS seinen Krieg auch mit Organhandel finanziert. Organe sind wertvoll.


Todenhöfer schreibt weiter:
2. Wenn Pegida nicht die 'Befreiung' Europas vom Islam, sondern vom Judentum fordern würde, wären diese Rassisten längst verboten. Zu Recht! Jeder Rassismus ist erbärmlich! Der gegen Juden, aber auch der gegen Muslime. Zur Zeit überwiegt der Rassismus gegen Muslime. Pro Jahr werden in Deutschland über 30 Moscheen angegriffen.
 Wiki verlegt die islamische Eroberung und Befreiung von dieser Herrschaft in eine andere Zeit:
  •  Im Zeitraum 711–719 vernichteten aus Nordafrika kommende muslimische Eroberer (Araber und Berber) das Westgotenreich und eroberten fast die gesamte Iberische Halbinsel. 
Die Befreiung Europas vom Islam setzte sich in fortlaufenden Kämpfen, der Reconquista, fort und endete mit dem Sieg des "Christlichen Abendlands":

  • Die Reconquista endete im Jahr 1492 mit der vollständigen Beseitigung des letzten muslimischen Herrschaftsbereichs (Emirat von Granada) und der Vertreibung der Juden aus Spanien.

Doch mittelalterliche Freiheitskämpfe gegen das islamisierte Iberien meint Todenhöfer nicht. Pegida fordert keine "Befreiung vom Islam", sondern wehrt und wendet sich gegen eine "Islamisierung des Abendlandes".  Todenhöfer schreibt weiter:
3. Seit 1990 wurden in Deutschland 29 Muslime von Rechtsradikalen ermordet. NSU, Mölln, Solingen usw. Aber kein einziger Deutscher wurde in Deutschland von muslimischen Terroristen getötet. Keiner! Wir müssen diese Terrorhysterie und doppelte Moral stoppen.


 Aufrufe, Agitation und Propaganda von welcher Seite auch immer können mordbrennende Links-, Rechts- oder Klerikal-Faschisten nicht stoppen. Hier schützen, soweit wie möglich, Sicherheitskräfte, Geheimdienste und institutionalisierte Gegengewalt. Todenhöfer schreibt weiter:
4. Unsere Irrsinnskriege in Afghanistan, Irak, Libyen mit hunderttausenden toten Zivilisten haben den Terrorismus herangezüchtet. Er ist die (falsche) Antwort auf unsere Aggressivität. Terrorismus ist der Krieg der Armen, Krieg der Terrorismus der Reichen. Krieg führt zu Terrorismus, Terrorismus zu Krieg. An diesem mörderischen Kreislauf verdienen einige 'bombastisch'. Amerikanische, aber auch deutsche Rüstungsfirmen.
Vor unseren Irrsinnskriegen wie in Afghanistan haben auch schon die Sowjets einen zehnjährigen Irrsinnskrieg in Afghanistan geführt, wie Wiki berichtet:
 Im Dezember 1979 intervenierte die Sowjetunion militärisch in dem Konflikt und setzte eine neue kommunistische Führung ein. Mit der sowjetischen Invasion begann ein zehn Jahre andauernder Konflikt zwischen sowjetisch gestützter Zentralregierung und Widerstandsgruppen der Mudschahidin, der weite Teile des Landes verwüstete.

 Es gibt Experten wie Gunnar Heinsohn, welche bei einer hohen Fertilitätsrate, wie in islamisch unterwickelten Ländern im allgemein üblich, die "Youth Bulge"  (Jugendblase) ursächlich sehen für andauernde Kämpfe: "Nach Gunnar Heinsohn entstehen durch youth bulges die Voraussetzungen für Bürgerkrieg, Völkermord, Imperialismus und Terrorismus." Ob die Hutu eine halbe Million Tutsi wie in Ruanda 1994 mit einfachen Gerätschaften abschlachten, oder ob Menschen Kriegsgerät aus welchen Märkten auch immer beziehen, um einander mit technisch ausgefeilteren Methoden zu metzeln, scheint dabei zweitrangig. Doch zurück zu unserem Freund Todenhöfer:
5. Bombenwerfen ist unbeschreiblich dumm. Es ist, wie wenn man zur Bekämpfung der Wespenplage mit Knüppeln auf Wespennester einprügeln würde. Ideologien kann man nicht erschlagen oder erschießen, man muss sie widerlegen. Man muss ihnen den Nährboden entziehen. Den ewigen Bombardierungsfans aber sage ich: Es gibt keine Bombe oder Rakete, die nur die Schuldigen trifft.
Allierte Bombardements haben anscheinend doch der deutsch-nationalen, rassistischen Ideologie den Nährboden gründlich und dauerhaft entzogen. Fortan knüppeln Links-Ideologen auf Protestbewegungen wie Pegida und deren Vordenker wie Pirincci, Elsässer, Sarrazin oder Ulfkotte mit der "Nazi- und Rassismus-Keule" ein.
6. IS und Boko Haram schaden dem Islam mehr als alle Islamfeinde der Welt zusammen. Terrorismus hat mit Islam so wenig zu tun, wie Vergewaltigung mit Liebe. Oder Pol Pot mit Karl Marx. Dasselbe gilt für den angeblich christlichen Terroristen Joseph Kony, der in Afrika mit Kindersoldaten und Massenmorden einen Gottesstaat auf der Basis der zehn Gebote errichten möchte. Morden im Namen christlicher Nächstenliebe? Absurd! Auch Kony benutzt die Religion nur als Maske. Wie alle Terroristen.
 Dass sich Terroristen, kalte wie heiße Krieger religiös maskieren, zeigt wie der Glaube an den "Göttlichen Gesandten im Namen des Herrn oder Propheten" Massen mobilisiert. Mit froher Begeisterung lassen sich Mühen bis zum Tod leichter tragen. Das ist und bleibt die Funktion von Religion, dieser mörderischen Maskierung.

DAS CHRISTENTUM GEHÖRT ZU DEUTSCHLAND!
7. Alle Politiker, die für Kriege stimmen, müssten vier Wochen an die Front. Und die Hintermänner des Terrors, die heimlich den Terrorismus finanzieren, müssten selber mitkämpfen. Doch sie lassen immer nur andere sich in die Luft sprengen. Es gäbe keine Kriege und keinen Terrorismus mehr. Krieg und Terrorismus sind nur für die cool, die nicht darunter leiden müssen.
Todenhöfer vergisst oder verschweigt, dass auch mediale Profiteure an Krieg und Terror verdienen. Todenhöfer verdient mit seinen Reisen, Vorträgen, Büchern Anerkennung und Geld. Künstler, Gelehrte, welche für oder gegen Krieg/Terror agitieren, arbeiten, polemisieren profitieren vom "Krieg, dem Vater aller Dinge."


8. Beide Seiten halten sich trotzdem für Helden. Doch die Tötung Unschuldiger ist ein feiges Verbrechen. Egal ob dahinter Bin Laden, Bagdadi, Bush oder Obama stehen. Erst wenn sich Politiker und Terroristen eines Tages ihrer Kriege und Anschläge schämen müssen, statt als Helden und Märtyrer zu gelten, haben wir unser Ziel erreicht: Eine Welt ohne Krieg und Terror.
Wo allerdings Nahrung und Wasser nicht mehr für alle reicht, kämpfen Menschen um ihr eigenes Leben selbst gegen Brüder und Schwestern. Wo Mörderbanden Märtyrer in Massen schaffen, hilft eine Heiligsprechung posthum wenig.  
 
Heilige zu Lebzeiten wie nach ihrem Märtyrertod haben keine Sorgen.
Doch bleiben wir bei Todenhöfer:
9. Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen völkerrechtswidrigen Angriffskriegern und Terroristen. Fragt die Mütter der unschuldig Getöteten! In Kopenhagen, Paris! Aber bitte auch in Afghanistan, Pakistan, Irak, Somalia, Yemen und Gaza!
Nahezu jeder wird sich in Todenhöfer als Fürsprecher der Mütter unschuldiger Mordopfer einfühlen können. Todenhöfer bedient und erfüllt damit polit-priesterliche Ansprüche gleich päpstlichen Heiligsprechungen der Märtyer posthum.


10. Gaza zeigt, dass die meisten Politiker nichts dazu gelernt haben. Erst 1.8 Millionen Menschen in ein Freiluftgefängnis sperren, dann in Grund und Boden bomben, dann die hilflosen, eingeschlossenen Menschen körperlich und seelisch zerbrechen lassen. Das ist nicht nur Netanjahus, sondern auch unsere Schande. Weil wir tatenlos zuschauen. Tötung durch Unterlassung nennt das Strafrecht das. Feiglinge!
 Die erste Forderung wäre m. E. doch, die vom Steuerzahler gesponserte Bewaffnung Israels wie mit U-Booten einzustellen. 
Liebe Freunde, diese 10 Ungerechtigkeiten gehen mir nicht aus dem Kopf. Die doppelte Moral des Westens verschlägt mir die Sprache. Weil sie den mörderischen Kreislauf von Krieg und Terrorismus erst ermöglicht. Solange ich noch eine Stimme habe, werde ich Kriegstreibern und Terroristen entgegen schreien: "Frieden, um Himmels Willen Frieden!"
Bitte schreit mit! Vor Mord und Dummheit dürfen wir nicht kapitulieren. Euer JT
Die doppelte Moral des Westens "verschlägt" Todenhöfer "die Sprache" nicht. Die doppelte Moral des Westens lässt Todenhöfer ganz im Gegenteil "sprechen". Weil Todenhöfer Massen emotionalisieren und agitieren will, selbst emotionalisiert und agitiert von fürchterlichen Erlebnissen und Eindrücken an der Front, SCHREIT Todenhöfer. Die Lebensleistung von Todenhöfer ist durchaus respektabel, eindrucksvoll und gebietet Ehrfurcht. Doch ob Todenhöfer damit das kalte Kalkül des Krieges auch nur kurz kratzt, bleibt die Frage!


Meine unmaßgebliche Blogger-Meinung bleibt atheistisch und anarchistisch, mir selbst und meinem Gewissen verantwortlich. Dass mich Bewegungen, Meinungen und Informationen wie von und zu der Pegida mehr anziehen und werthaltiger beeinflussen als beispielsweise die der glutgläubig predigenden Friedens- und Migrations-Apostel versucht dieser Bericht zu erklären - mir wie andern. Allerdings sind mir die Subjekte suspekt, die Wasser predigen und Wein trinken, wie seit alten Zeiten Elende Eliten in Polit- wie Kanzel-Bühnen Spott und Hohn der gemeinen Blogger ertragen müssen. Was juckt's die auch? Wenn mehr Menschen auf den Straßen gegen die Ideologen in ihren Vorort-Villen demonstrieren, nutzt das mehr. Wohlan! Bringt den Virus des Widerstands in die abgeschotteten Ghetto-Reinräume politisch korrekter Hirnwäsche!


Reinräume geschlossener Systeme: Wenn Beiträge Geschmacks- und System-Grenzen überschreiten, dann greift zuerst der Zensor ein. Der Zensor entscheidet willkürlich nach nur obskuren Vorgaben und verschwiegenen Vorlieben, was andere Menschen lesen dürfen. Auch das ist ein Grund dafür, dass die öffentliche Diskussion in soziale Netzwerke wie Facebook ausweicht. Während Leitmedien Leser verlieren, gewinnen Blogger Leser. Die Reinräume geschlossener Systeme erinnern daran, wie Studenten der 68iger Revolte akademisch-klerikale Justizbeamte verhöhnten: "Muff von 1000 Jahren unter den Talaren!" http://n0by.blogspot.de/…/02/freiheit-von-religion-uber.html Die Zensur dieses SPON-Beitrags kann nicht verhindern, dass Leser bei Facebook und im Blog meine Meinung lesen.

Kämpft gegen die Religiotisierung des Abendslands!



Selbstverständlich ist das zu unterschreiben!

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