10 March 2015

Garmisch, Gardasee, Rom

Genug ist genug! Mein Bruder und meine Freunde sind schon seit Wochen in Marokko. In München kommt langsam der Frühling. Nun ist mein Auto auch wieder gepackt. Nichts hält mich mehr im Land. Garmisch, Gardasee, Sonne und Süden. Keine Zeit und keine Lust mehr, mich mit der Politik des Blödsinns, der blödsinnigen Politik zu beschäftigen. Genug ist genug!



Volker Pispers: Russland hat noch nie den Westen angegriffen (2015)


Was Volker Pispers uns zu sagen hat, ist schlicht und einfach Wahrheit für mich. Wie einige in der Medienmeute aufheulen, "Pispers russische Propaganda" abwerten, da fühlen sich Maulhuren auf den Schlips getreten. 



Noch kommen ein paar gesammelte Schnipsel aus meiner digitalen Welt, abseits des Mainstream, gegen die Leitmedien, die immer mehr Menschen leid sind. SPON zeigt die Show der einbrechenden Umsätze, ein gravierender Verlust an Einfluss. Wen wundert das? Mich nicht. Wer hier liest, wird ein klammheimliches Grinsen kaum unterdrücken.



Die Medien leiten die Menschen in Tun, Lassen, Sinn und Glauben. Mehr und mehr Menschen sind diese Leitung leid. Eine alternative Öffentlichkeit in sozialen Netzwerken gewinnt an Zulauf. Vom digitalen Protest in alternativen Medien verlagert sich der Protest auf die Straße - mit Häme überkübelt von den Leitmedien. Der Zensor in den Foren der Leitmedien bestimmt, was darf und was nicht. Herr Augstein dankt langsam ab. Dafür Dank an Herr Zuckerberg, dass die Zensur bei Facebook noch nicht alternative Meinung abschneidet. Blogs berichten besser! Medien machen minus. Entlassene Redakteure stehen an - beim Arbeitsamt,  beantragen Hartz-IV. Dort lautet das erniedrigende, ernüchternde Motto: "Mach dich mal nackig", finanziell gesehen. Wer einst auf Pressefressen gefeiert und geschlemmt hat, fällt tief.



Mich soll das in den kommenden Wochen weit weniger beschäftigen als zuvor. Sehnsucht zieht mich gen Süden. Zwar sind die meisten Campingplätze in Bella Italia noch geschlossen. Doch es sollten sich schon einige warme, lauschige Plätzchen finden lassen. Meine Wintermonate 2012 und 2014 als Wirtschaftsflüchtling in preiswerte Dritt-Welt-Land Marokko haben mir gereicht. Italien reicht auch weit in den Süden.


Das "Blaue Wunder" von meinem Freund Klaus hat diesen Winter schon zweimal in Marokko schwer in der Patsche gesteckt. Doch bei den niedrigen Löhnen in Marokko gönnt man sich gern neuen Lack plus Entrostung - für keine 1000 Euro.

Die Kotflügel sind wie die Lampen schon abgebaut. Das alte Eisen wird gründlich entrostet, neu lackiert, wieder fachmännisch verschraubt. Das kostet in Marokko nur einen Bruchteil der Wertarbeit im Hochlohnland Deutschland.

Aus Palmenholz schnitzen findige marokkanische Kleinkünstler die Autos der Touristen. Gisi, die Frau von Weltenbummler Klaus, memoriert mit spitzer Feder die abenteuerlichen Reisen ihres Mannes durch die schlammig-sandige Wüstenwelt. Sehr lustig und lesenswert!

http://www.unterwegsmitfeathers.blogspot.de/

Gisi und Klaus: Klaus hat sich in den Wintermonaten in Marokko einen Bart wachsen lassen. Er blickt auf dem Bild mit der verständnissvollen Trauer dessen, der lange in der Wüste weilte. Der Smalltalk am Tisch scheint ihn in dem Augenblick ermüdet zu haben.

 Wer sich, wie mein Bruder mit einem 30 Jahre alten Hymer-Daimler-Diesel aus dem Ruhrgebiet bis in den Dreieinhalbtausend Kilometer entfernten Antiatlas nach Tafraout vorkämpft, hat keinen Nerv für US- oder sonstige Politik. Wozu auch? Was ändert es? Man freut sich daheim wie auf Reisen, wenn keine Schüsse knallen, keine Bomben fallen, Menschen mal nicht einander ermorden.
Und vor allem: Man will seine Ruhe und hat ein Recht darauf!

Schließlich hat man sich seine Rente redlich verdient, hat sich in Beruf und Beziehung genug aufgerieben. Die Welt ist schön. Zumindest die eigene Welt soll schön sein und bleiben. Sorgen sind so sinnlos!
 


 Der Große Bruder jenseits des Atlantiks sorgt schon für unsere Sicherheit. Oder etwa nicht?


Wofür sonst lagern US-Massenvernichtungswaffen in deutschen Bunkersilos? Für den Frieden - todsicher! Den strahlenden Frieden.


Jürgen Todenhöfer (JT) verhandelt als Friedensbotschafter seit Jahrzehnten selbst mit den Feinden, welche unsere Freunde mit Drohnen- oder Bombenangriffe zu töten versuchen. Doch diese Mordeinsätze sind zum Einen weit, weit weg, zum anderen trifft es uns nicht. Oder?



Mit idealistischem Einsatz unterstützt Todenhöfer die Position, Saudi-Arabien keine Waffen made in Germany mehr zu verkaufen.

Meine Meinung:
Es gibt zwischen Idealisten und Realisten einen gravierenden Unterschied: Idealisten versuchen ihre Ideen wirtschaftlich zu nutzen, Realisten vermarkten Materie. Diktatoren rohstoffreicher Länder tauschen recht real Rohstoffe gegen Güter, die sie brauchen. Diktatoren stützen ihre Macht auf Polizei und Armee. Polizei und Armee unterdrücken Menschen mit Waffen wie mit elektronischer Überwachung. Wer Rüstungs- und Unterdrückungsgüter liefert, ist Diktatoren gleichgültig. Der Markt ist frei, die Menschen sind es nicht. Wer wie Todenhöfer seine Idee marktfähig in Büchern, Talkshows und gestützt auf Anhänger vertritt, kann davon leben, reisen, Einfluss gewinnen. Ideen wie von Todenhöfer stehen ständig im Widerspruch zur krimineller Wirklichkeit, der Realität von Waffenproduzenten, Waffenschiebern, Waffenhändlern. Wer von Diktatoren keine Rohstoffe kaufen will, über die eine Industrienation wie Deutschland nicht selbst in ausreichendem Umfang verfügt, der muss darauf abzielen, den eigenen Lebensstandard zu reduzieren. Das werden die meisten Realisten allerdings für eine schlechte Idee halten.



 Immer wieder will man sich doch daran erinnern, wie schön schiedlich, wie fröhlich friedlich die Menschen miteinander gemeinsam durch das lustige Leben reisen. So soll meinem Bruder, der mit seinem historischen 30 Jahre alten Hymer durch Marokko dieselt, doch nicht das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn er betroffen von galliger Bitternis bei manchen meiner Beschreibungen erschrickt. Leben ist lustig, wie wir es uns machen.


Und überhaupt:
Ohnehin ist Widerstand gegen verbrecherische Verhältnisse zwecklos. Recht, Ordnung und Ruhe sind die erste Bürgerpflicht. Strafe, wem Strafe gebührt!

Was soll man noch reden? Am besten ist Schweigen!



Wer alleine reist, begnügt sich oft mit drei Worten am Tag. Das Gute dabei: Man sieht auf die Straße, verschmilzt mit der Landschaft, kümmert sich fast nurmehr um Essen, Schlafen, Waschen, Ent- und Versorgung. Da bleibt wenig Zeit, sich um die Gesellschaft Gedanken zu machen. Selbst wenn Tausende protestieren, ändert sich nichts. Als Tausende gegen den Einmarsch der Allierten in den Irak auf die Straße gingen, sind allierte Soldaten dennoch über den Irak hergefallen. Aber das waren nun genug ernste Gedanken - für's Erste.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.





Cahit Kaya macht das Beste draus.


Es wird Frühjahr. Akif juckt's in den Finger. So tröstet Akif die erfolgreich examinierte Germanistik-Studentin Janas, die denoch beim Amt sich nicht weiter als für Hartz-IV qualifiziert, bestenfalls noch ihren kargen Lohn vom Amt aufstocken lässt. Und womit beschäfttigt sich unsere gute Janas, die ihren Master in Germanistik mit 1,6 abgeschlossen hat?
Stattdessen reise ich durch ganz Deutschland und mittlerweise auch ins Ausland, um für miese Honorare Vorträge über feministische Gesellschaftspolitik, Aktivismus und Gewalt im Netz zu halten. Ich darf neben Hartz IV 100 Euro pro Monat dazuverdienen, von jedem weiteren Euro darf ich 20 Prozent behalten.
Da muss die fleißige Frau trotz feministischer Vorträge doch auf Steuerzahlers Kosten von Hartz leben! Janas bekommt von Vater Staat nach ihrer Ausbildung Hartz IV, findet das dumme Ding denn keinen besser besoldeten Platz im kapitalistischen Verwertungbetrieb? Aber bei der Süddeutschen Zeitung einen Jammer-Artikel lancieren, dass uns die Tränen kommen, das hat Janas mit der Medienmeute schon geschickt hingekriegt. Da wird vielleicht noch eine Karriere draus, als Fürsprecherin der Armen, Ausgebeuteten, Abgehängten!

Das akademische Proletariat muss sich mit Hartz IV begnügen, weil zum Beispiel die junge Janas für ihre feministischen Vorträge von ihren Schwestern kaum Kollekte kriegt.
Die tränenrührende Geschichte der armen Janas, mit der die Süddeutsche Zeitung ähnlich armen Akademikern, examinierten Germanisten, die Zeit vertreibt, kommentiert der böse, bissige Akif - wie immer - gekonnt: 

Erschwerend kommt hinzu, daß für diese Ware überwiegend der Staat Verwendung hat, da sie zu einem verschwindend kleinen Teil einen Mehrwert generiert (Lehrer), der Rest ist mehr oder weniger Liebhaberei. Der Staat schafft für Absolventen der Geschwätzwissenschaften bereits jetzt mit Milliardensummen potemkinsche Arbeitsplätze in irgendwelchen überflüssigen Instituten und Vereinen, aber das reicht natürlich bei weitem nicht aus, um alle, die wertloses Zeug studiert haben, aufzufangen. Und was dir für deine Zukunft vorschwebt, läßt auch nix Gutes erahnen:
Und hier liegt nun, was den Niedergang der Kampfpresse mitsamt anderer medialer Maulhuren betrifft, der "Hase-im-Pfeffer", wie Akif so aufreizend egomanisch herausarbeitet:
Ich gebe dir ein Bespiel. Auf meiner Facebook-Seite habe ich fast 5000 "Freunde" und über 17 000 Abonnenten, und da auch jeder Wildfremde darauf schauen kann, gehe ich von einer Lesergemeinde von zirka 40 bis 50 000 Menschen aus. Somit haben meine regelmäßig erscheinenden Artikel ein größeres Publikum, als so manch eine Tageszeitung. Würde ich es technisch irgendwie hinkriegen, pro Leser und Monat auch nur 10 Cent zu verlangen, käme ich schon auf ein Managergehalt. Natürlich tue ich das nicht, weil ich der zweitreichste Typ nach diesem Aldi-Sohn in Deutschland bin und weil ich eine diebische Freude daran habe, die mediale Aufmerksamkeit von Produkten gestandener Medienhäuser weg- und auf mich zu lenken und sie so zumindest ein klein bißchen zum Wackeln zu bringen. Dieser Trend wird sich in Zukunft noch verstärken.
Wie Akif über Janas witzelt die politisch-versaute, diffamierende anarachische Alternativ-Szene über erfolgreiche Damen im Bordell-Betrieb der Politik. Bukowski und Pirincci sind schon verwandte Geister.


Es ist nur gut, wieder die Straße unter die Räder zu nehmen, und von weitem dem irrsinnigen Treiben im Laufrad der Geschäftig- und Geschwätzigkeit nachzusehen. Man sehe und staune, was der SPIEGEL vor mehr als 30 Jahren seinen Lesern anzubieten wagte.


Akif läuft bei vergleichbaren Sätzen, die damals die SPIEGEL-Redakteure wagten, damit läuft Akif heute Gefahr, wegen Volksverhetzung weitere Strafen zu riskieren. Er hat schon einige Vorstrafen wegen Beleidigung eingefahren, Akif, der Giftzwerg und der strafbewehrte Mobber.


1973 haben Redakteure beim SPIEGEL noch geschrieben, was ihnen zur Situation einfiel. Heute würde das Thema in der Redaktionskonferenz sofort gekippt. Dafür kämpfen alternative Medien im anti-klerikalen Koran-Kampf an vorderster Front.






Cahit Kaya agitiert gegen die Antifa-Demonstranten, welche Pegida-Demos niederbrüllen. Nach fünf Bagida-Pegida-Demos in München ist mein Bedarf gedeckt. Auch diesen Samstag war mir die Sonne im Zugspitzmassiv angenehmer als der Demo-Lärm in München.



Eine frostige Nacht in Garmisch lässt den Mond durch die Dachluken meines Wohnmobils scheinen. Das Gas aus der 11-Kilo-Flasche muss noch zwei Tagen heizen, den Kühlschrank kühlen und kochen. Dann geht es Montag mit einer neuen Flasche nach Italien weiter. Es ist immer wieder ein Ärgernis, dass die Länder trotz EU es nicht schaffen, Gasflaschen und deren Anschlüsse zu normieren.


Meine Frau fährt Richtung Norden, mich zieht es in den Süden. Es fällt mir immer schwerer, mein wuschelig-puscheliges Weibchen für eine Zeit lang allein zu lassen.


Am Montag haben wir beide diesen Platz am Garmischer Stellplatz in strömendem Regen verlassen. Sechs Tage später gibt mir der Platz wieder zwei wunderbare Sonnentage im herrlichen Garmisch. Eine letztes Mal Sauna-Bad vor dem langen Weg in den Süden, ruhige Stunden unter blau-weißem bayrischen Himmel.


Je länger man in einem Ort  bleibt, umso mehr sieht man von den liebenswerten Eindrücken. Hier hängen Glocken und rechts eine Schelle für den Almabtrieb der geschmückten Rinder im Herbst.

Blick auf das Zugspitzmassiv am Sonntag, den 8. März, bei meinem Spaziergang zur Mittelstation der Wank-Bahn.

Doch endlich geht die Reise weiter. Österreich behält gleich mal 84,- Euro für ein Jahresvignette und 60 Euro Jahresgebühr für die Brennerautobahn ein. Dann aber die Brennautobahn am Brennersee verlassen. Die alte Brennerstraße über Sterzing und Franzesfeste weckt Erinnerungen an frühe Fahrten mit den Eltern vor bald 50 Jahren. In Sterzing gibt es eine öffentliche Waage. Für 1,5 Euro wiege ich mein WoMo, was voll beladen 3260 Kilo bringt. Bei Brixen ist eine aufwändige, untertunnelte Ortsumfahrung entstanden. Hinter Brixen wird die Temperatur ertäglich. Sieben Grad mit etwas Sonne lässt sich aushalten ohne Heizung.

Mein Mittag auf einem Parkplatz zwischen Autobahn und alter Brennerstraße lässt mich auf Obst- und Weinplantagen blicken. Eine Schüssel Salat mit Brot und einem Bier ohne Alkohol stärkt mich für die nächste Hälfte des Weges bis zum Gardasee. Ganz wichtig: Der Preis für Diesel! Unter 1,50 ist vorerst kein Liter zu kriegen. In Österreich war es noch 30 Cents billiger, in Marokko kostet Diesel die Hälfte. Doch dort soll es vorkommen, dass Halunken auf den 10.000 Liter Dieseltank schnell mal 100 Liter Wasser beimischen. Hochgezüchtete Diesenmotoren nehmen das übel.

Von Bozen-Nord lockt mich bis Trento die Autobahn. Die 5,4 Euro für die 90 Kilometer sind gut angelegt. Ein Kaffee an der Raststelle kocht sich der geübte Camper schnell in der Bordküche. Zwischen den brummenden Trucker-Motoren lässt sich kein Mittagschlaf finden. Der Asphalt stinkt scharf nach Trucker-Pisse. Eine Tankstelle mit Selbstbedienung gibt Diesel sogar für 1,43 Euro/Liter ab. Die Maschinerie der Selbstbedienung ist gewöhnungsbedürftig.



An der alten Brennerstraße schmiegt sich diese romantische Burg an den Berghang. Heute sitzen die Wegelagerer an den Mautstellen der Autobahn.
 Die Zufahrt zum Camp Europa am Gardasee ist gerade noch befahrbar in der Breite. Mein Schneckenhaus, wie meine Frau am Telefon meint, schiebt sich mit kratzenden Spiegeln an den Hecken durch die enge Gasse. Mit etwa 10 Grad draußen heizt ein wenig Sonne meine Kammer auf angenehme 24 Grad Celsius. Alles soweit bestens auf der ersten Etappe Garmisch - Gardasee.

Im Nachmittagsdunst liegt der Gardasee vor mir. Die 280 Kilometer von Garmisch reichen mir als Tagespensum.


Nachdem das Auto einen Platz für 20 Euro gefunden hat, erfrischt mich eine kleine Radtour am Ufer des Sees. Der Campingplatz liefert Wasser, Strom, saubere Sanitär-Anlage, ist sein Geld wohl wert. Etwa eine Stunde lang erlaubte mir ein "soziales Netz" eine gute WiFi-Verbindung.



Ein lauschiger Hafen lässt die Segelboote in der Winterpause geschützt im leichten Wind schaukeln.




Bei untergehender Sonne kühlt sich die Luft schnell ab. Es wird Zeit, mich in meinem Stübchen vor der Kälte zu schützen. Es gibt meine bewährte, oft geübte Suppe: Eine angebratene Zwiebel, Möhren, Kartoffeln, Thymian, einen Brühwürfel, drei Gewürzgurken mit einer kleingeschnittenen Sojawurst, Kräuter der Provence, eine Gabel Miso und Kräuter der Provence. Der Strom vom Campingplatz betreibt einen Reiseheizlüfter mit 500 Watt Leistung. Der Kühlschrank arbeitet auch mit Netzstrom. Denn meine gefüllten 11-Kilo-Gasflaschen müssen als Vorrat reichen. Es soll in Italien schwierig sein, sich mit Gas zu versorgen. Die Satelliten-TV-Antenne hat Empfang. Meinen Text begleitet bayrische Volksmusik oder Klassikradio. Mich nervt mittlerweile ntv ebenso wie Russia Today. Die Welt nervt!


 Der Zugang zum Gardasee-Internet ist zeitlich begrenzt. Also bleiben mir weitere Polit-Pestereien von Facebook oder sonstigen Webquellen zur Recherche erspart. Ist auch besser so.


Mit verschiedenen Kennungen lässt sich der "Social Account" zwar verlängern, doch macht es frustriert, wenn die Verbindung abbricht. "Stop Torbole" am Gardasee verbindet mich mit dem Internet als "Sozialer Zugang", ohne mich um ein Passwort bemühen zu müssen. Die Kälte in der Nacht mit fünf, sechs Grad Celsius bekämpft recht erfolgreich mein 500-Watt-Heizlüfter. Die Bezahlung von 20 Euro wird der gute Platz wohl nicht erhalten. Denn um 8.00 Uhr rollen die Räder längst Richtung Rom. Die Nacht mit surrendem Heizlüfter und der grünen Netzlampe vom Kühlschrank wäre nichts für meine Frau. Morgens hüllt man sich in Kleidung. Gleich pfundweise zieht man mehrere Hosen und Pullover übereinander, um der Kälte zu trotzen. Dass die Sanitäranlage warmes Wasser liefert, ist schon ein feiner Reiseluxus für die morgentliche Nassrasur. Danach gilt es,  die nächsten Koordinaten für Campingplätze zu finden. Rom liegt 540 Kilometer weiter und ist nachts laut Wetterbericht auch nicht wärmer als vier Grad Celsius in der Nacht. Auf geht's nach Rom!

Da mich der schnellste Weg zur Autobahn nochmal vom Gardasee zurück Richtung Norden führt, erhöht sich die Entfernung auf 566 Kilometer. Bis 10.00 Uhr sind schon 260 Autobahn-Kilometer abgespult. Die Renn-Raserei neben Lastzügen, rostigen Leitplanken, durch zahlreiche Toskana-Tunnel und über Brücken sind für meine 67 Rentnerjahre schwer erträglich. Ein Bus neben mir überholt noch mörderisch messerscharf knapp an meinen Außenspiegeln. Das Rummeln und Rauschen von Reifen und Motoren reißt an den Nerven. Doch es zieht mich ins Warme. Die grau-braunen Toskana Berge vor Florenz tragen noch kaum Grün. Ein paar Nordhänge schmückt sogar noch Schnee. Die Sonne aus strahlend blauem Himmel heizt gut ein. Doch Nachts wird es wohl wieder kalt. Also auf geht es weiter nach Süden.


216 Kilometer vor Rom. Die Sandalen sollen mir die Fahrt erleichtern. Es ist schließlich schon 16 Grad warm. Die ersten Blüten zeigen sich. Eine Prise Schlaf gelingt am Parkplatz, der für LKW gesperrt ist. Das Dröhnen vom nahen Viadukt wiegt mich in den kurzen Schlummer. Nach der Kaffeepause geht es weiter. 39,80 Euro kostet mich die Autobahn von Rovereto Süd bis Rom Nord.


"Village Flaminio" heißt der Platz, zu dem mich die Koordinaten geführt haben. Durch die zahllosen Kreisverkehre auf engstem Raum war es ein Weg wie durch ein Labyrinth, bis endlich mein Wagen halbwegs schief auf seinem Platz steht.




Die Fahrt war ein verdammter harter Arbeitstag für mich.



814 Kilometer plus einige mehr für den Abstecher an den Gardasee in den letzten beiden Tagen erfordern jetzt eine ruhigere Zeit im herrlichen Rom.




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