20 June 2015

Von Männlein, Weiblein und deutscher Erbschuld-Sünde


In meinem roten Kleidchen mit meiner Tochter erschöpft im Schlaf beim Indischen Tee-Händler im Blue Diamont, Poona, Dezember 1980


Bhagwan, ein großer Lehrer aus dem vorigen Jahrhundert, hatte viele "Follower" oder "Freunde", wie sie sich heute bei großartigen Geistern in sozialen Medien per Mausklick einfinden. Nur im vorigen Jahrhundert war es weit beschwerlicher, ein "Follower" von einem Mann wie Bhagwan zu werden. Denn der residierte in Indien. Um Bhagwans "Follower" zu werden, musste man auf beschwerlichen Wegen nach Indien reisen. Viele litten dabei unter Hitze, wie mangelnder Hygiene bei Speis und Trank unter Durchfall, stechenden Mücken oder grausten sich vor fingergroßem Wurmgetier in stinkenden Sanitäranlagen.

Wer den Weg zu Bhgwan geschafft hatte, wen Bhagwan nach gewisser Vorbereitung als "Follower" akzeptierte, den taufte der Meister mit einem neuen Namen, wobei man seinen alten auch behalten durfte. Dann gab es eben einen Vornamen wie "Anand", der "Glückselige" oder "Deva", der Göttliche und dergleichen mehr. In einem war Bhagwan allerdings durchgängig logisch, was bei ihm eher selten war. Bhagwan redete sonst eher im Sinn und Stil von Adenauer nach dem Motto: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?"

Durchgängig logisch war Bhagwan aber darin, dass er die "Geschweiften" als "Swami" und die "Geschlitzten" als "Ma" taufte. Hierbei spielte es keine Rolle, ob "Geschweifte" oder "Geschlitzte" im Stehen oder Hocken pinkelten, in welchen Kleidchen sie wandelten. Wer Bhagwans "Follower" wurde, musste sich  eben als "Swami" oder "Ma" taufen lassen. Ein Drittes gab's bei Bhagwan nicht.

Mir beispielsweise war es im heißen, schmuddeligen, armen Indien ohnehin vollkommen Wurst, in welchem "Outfit" sich meine Gestalt präsentierte, da mich die Existenz ohnehin schon mit dem Besten dieser Erde gesegnet hatte, also mit Weib und Kind. Und das Weib war mir mehr als genug, wie die Sorge um mein Kind mein Leben bestimmte. Weil am billigsten und bequemsten, reichte mir eine rote Kutte. Denn der Meister wollte seine "Follower" in allen Farben sehen, vorausgesetzt sie waren rot.

Nachdem mich Bhagwan nun als "Swami Glückseligkeit" getauft und gleichsam akkrediert hatte, mir die Existenz ohnehin als "Geschweiftem" die verantwortliche Liebe und Sorge als Vater meiner herzgeliebten Tochter aufgebürdet hatte, waren vorerst weitere Studien über die Eigenartigkeiten anderer "Geschlitzter" ad acta gelegt.
Meine Tochter beim Schuhputzer in Poona 1980

Das änderte sich naturgemäß, als sich der Mutter meiner Tochter, meiner damaligen Ehefrau, eine andere Alternative als die an meiner Seite bot. Da zwang mich mein sich ändernder Testosteron-Pegel ohne den Ausgleich einer "Besseren Hälfte" umgehend dazu, mich wieder auf die Jagd und Suche nach einer solchen zu machen, wie die Franzosen sprichwörtlich wissen: "Cherchez-la-femme!"

Alsbald bereicherte die Existenz meinen Schatz an Erfahrungen mit einem neuen "Schätzchen-zu-Bette-und-zu-Tisch" unter einem Dach. Diese göttlichen Geschöpfe, wie mich späte Einsicht lehrte, waren wieder von der Art und Ausgestaltung, die Bhagwan als "Ma" systematisierte. Volkstümlich und gedanklich verkürzt - und mit meinem damaligen getrieben Sein empfunden - vorrangig ausgezeichnet und erkenntlich an "Arsch-und-Titten" und "was-sonst-noch-dazu-gehört".

Davon ausgehend, dass der geneigte Leser schon über genug eigene Erfahrungen verfügt, wie im "Heilige-Sakrament-Geschlitzte-mit-Geschweiften" in einem schweißtreibenden Prozeß von "A-E-I-O-U" verschmelzen, sei, sofern diese Erfahrung fehlt, auf gängige zeitgenössische Literatur wie Medien verwiesen, als da wären "Shades-of-Grey" oder "Feuchtgebiete".

Nachdem sich bei mir ganz gegenteilig zu Altersgenossen wie Bunga-Bunga-Berlusconi oder Strauss-Kahn Bedürfniss wie Begeisterung für den schweißtreibenden Prozess der Verschmelzung im Laufe der Jahre zunehmend einstellte, bis er gar zu Gunsten terroretischer Betrachtungen und Beschreibungen wie diesen wohl vollkommen erloschen ist, lenkt sich meine Aufmerksamkeit auf diese seltsam unzeitgemäße Einteilung von Bhagwans "Followers" in "Ma" und "Swami".

Nachdem mich nach vier, fünf, sechs langjährigen Wirrungen, redlichen Versuchen und bewußten Leiden mit verschiedenen "Geschlitzten-unter-einem-Dach" die Existenz endlich mit einem Exemplar belohnte, welches sich mir nun schon bald zwei Jahrzehnte lang als brauchbare Vertreterin dieser Gattung erwies, eröffneten sich mir weitere Einsichten in die Verschiedenartigkeit von "Geschlitzten" wie "Geschweiften" - aus dem Horizont von Erfahrung meiner Jahre.

So ließ sich empirisch bestätigen, was in Familien mütterlicher wie väterlicher Seite bis zu meinen Großvätern und Großmüttern Gebrauch und Sitte war. Beispiel: Meine Frau war vom ersten Tag unserer Begegnung in Lebenstüchtigem Gebrauch von Dingen des Alltags mir bei weitem überlegen. So übernahm sie - meiner ungeschickten Hilflosigkeit alsbald gewahr - eine führende Rolle und Verantwortung für diese alltäglichen Notwendigkeiten bis zu einer, mir machmal nervtötenden Perfektion, was ihr Ruhm und Lob als "Wisch-und-Waschbär" einbringt.

Doch schon nach drei Wochen daheim in ihrem Bann und Zauber wird mir meine Hilflosigkeit in den Dingen des Alltags schlagartig in meiner Mönchszelle von "zwei-mal-sechs-Metern" Außenabmessung auf Rädern klar, welche Macht sie mit ihren sanften, kleinen, zarten Händen und Verrichtungen über mich gewinnt, wenn sie bei mir und um mich ist. Nun war es nach drei Monaten in Sizilien und Italien aber auch nötig, mich zumindest für drei Wochen in ihre Obhut zu begeben. In dieser Zeit päppelte sie mich mit Spargel und Erdbeeren auf, um mich für weitere Reisen zu stärken. So lässt sich meine erste, einsame Nacht im WoMo wieder in einem frisch gewaschenen und bezogenen Bett mit frischer Wäsche genießen.

Meine Frau verkauft Spargel und Erdbeeren, und verwöhnt mich mit ihren Köstlichkeiten.

Hier in meinem rollenden Refugium gelingt es mir auch wieder, Herr meiner Sinne und Dinge zu werden, die mir unter ihrem Zauber und Bann schon und sofort verloren gehen, wenn sie beispielsweise mit ihren weichen Armen mich an ihre noch weichere Brust drückt, um mich mit Worten wie "Komm-her-du-Lausedackel" vollkommen wehr- und willenlos zu machen.

Früher, also vor Jahrzehnten, war das dann gerade in dem Schweißtreibenden Zustand von Überhitzung, landläufig als "Flitterwochen" bekannt, genau umgekehrt, wie mein Dichterfreund so treffend besingt: "Would-you-like-to-be-my-object-for-tonight...." Wer diesen, wie in "Feuchtgebieten" oder "Shades-of-Grey" beschriebenen Zustand von "der-Liebe-verfallen" aber als "Geschweifter" nicht anderntags augenblicklich mit Brechts Parole des "Baals, des Asozialen" beendet, der wird in meinem Zustand Parallelen zu seinem erkennen. Der "Böse-Baal-der-Aszosiale" zieht fröhlich singend weiter nach dem Liebesakt voller Schreie und Küsse mit einer "Lilien-und-Dornen-Braut" und trällert: "Gab dir ein Weib das Letzte her, lass sie liegen, sie hat nicht mehr."

Diesen linken Rat zu befolgen, wird den meisten Lesern, wie mir selbst, vollkommen undenkbar und unannehmbar sein. Also unterwerfen sich rechte Männer mit Verantwortung und Gefühl der harten, langen Schulung ihrer existenziell zugeteilten Herzenslehrerin. Ebenso haben unsere hochverehrten und heißgeliebten "Väterchen" für die Hingabe ihres Weibes Schweiß und Sperma gelassen, ihre Eizelle befruchtet und sich dem Ergebnis von Schwangerschaft, Geburt, Aufzucht der Brut, bis hin zu ihrem launischen Klimakterium gleichsam gnaden- und bedingslos ausgeliefert. So kamen wir hienieden nieder auf Erden und sind immer noch da, wie der Bibelübersetzer berichtet: "So-steh-ich-hier-und-kann-nicht-anders!"

Doch wer ist schon prächtig und mächtig, sich solchen Satzes zu rühmen? Nein, der Regelfall ist, dass Jammergelehrte beispielsweise hierzulande Bücher schreiben und Seminare wie sogenannte "Selbstfindungs-Gruppen" vermarkten, um eine gleichsam frühkindliche "emotionale-Mangelernährung" mit "Spätfolgen" zu heilen. Was jedes Kind, soweit es Vater und Mutter gedenken kann, immer und immer wieder erfahren hat, was jeder bei der Bändigung der ungebärdiger Brut wieder und wieder beobachten und hören kann, sind Sätze aller elterlicher Motivationstrainer, wie sie situationsadäquat unbedingt angebracht und nötig sind.

Plärrt das Blag also: "Mama, ich will mit Opa spielen!"

Und Mama sagt einmal, zweimal, dreimal: "Gib Ruhe, Kind, der Sarg bleibt zu!"

Doch nervt das plärrende Blag dann weiter und wieder, dann bleibt in Notwehr und Erhalt der eigenen Contenance den geplagten Eltern nichts anders übrig als zu Schimpfen: "Gib endlich Ruhe, hör auf zu Heulen, hab dich nicht so, führ dich nicht so auf!"

Doch diese brachiale Sozialisation von Rotzlümmeln und -gören stößt bei Jammergelehrten, von Steuern überreichlich versorgt, in schönstem, soziologischen Neusprech in professoralen Abhandlungen auf Kritiken wie:
"Das ist der Sprech des Postfaschismus, empathiefrei und rigide, bösartig und gedankenlos... "
Und schon, und so sind die Apologeten dieser Jammer- und Elendswissenschaften bei der Schuld- und Erbsünde der Deutschen im besonderen, welche im existenziellen Bedürfniss und Auftrag massenpychotischer Vernichtungsprozesse im letzten Jahrhundert sich als "Tod-ist-ein-Meister-aus-Deutschland" qualifiziert hatte. Eine mittlerweile aussterbende Generation Deutsch-Nationaler Monster-Mütter und Verbrecher-Väter hat mit ihrer "Massenmord-Wertarbeit-bis-Stalingrad" die Büchse der Pandora geöffnet und alles Böse in die Welt gebracht. Für alle Übel dieser Welt müssen Deutschen jetzt bis ins siebte, achte und - ach- noch achtzigte Geschlecht der "ungnädig-Nachgeborenen" büßen, büßen und nochmal büßen.

Wer zu dieser deutschen Erbschuld in wissenschaftlichen Seminaren landauf und -ab sich bekennt, seine Seminararbeiten von professoralen "Erbschuld-Sühne-Priestern" segnen lässt, der gewinnt Zugang zu den leckeren Steuertöpfen akademischer Besoldung und Bestallung - und wer da sitzet und speiset, dem geht das Ghetto-Getriebe sich bis auf's Blut bekämpfender Ethno-Banden "voll-am-Arsch-vorbei".

"Deutschland-schafft-sich-ab" oder "Deutschland-von-Sinnen" ist für Erbschuld-Terror-Retiker ein ausgemachter Quatsch, weil das Gegenteil Fakt und Sache ist: "Deutschland schafft an!" nach dem Dichterspruch "Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuss der ganzen Welt!" Hier gibt es satte Weiden, Häuschen wie Weibchen für jedermann, tretet ein in die "Deutsche-Hölle-erbschuldiger-Sündenlast" und helft uns sühnen "Scham-und-Schuld" und ausmerzen mit "Stumpf-und-Stil" aufkommenden und aufkeimenden

 "Postfaschismus, empathiefrei und rigide, bösartig und gedankenlos... "

Wer in Ländern unterentwickelter Mitmenschlichkeit, wo das Geld nicht wie hier auf den Bäumen wächst und als "bedingungsloses-Grundeinkommen" jedem zusteht, der die Hand ausstreckt, der soll und darf kommen, den umschmeicheln schon bei der Einreise hierzuland celestrische Chöre mit den Worten "seid-willkommen-Millionen!"

Wer in Ländern unterentwickelter Mitmenschlichkeit, wo er seinen Freund unter einer Burka verstecken muss, weil ihm vermehrungswütige Priester und Politiker verwehren wollen, seinen Schwanz in andere Löcher zu stecken als in die der "Geschlitzten", der findet hier Freunde und Ärsche zuhauf, Freude, Frieden und Eierkuchen als "bedingungsloses-Grundeinkommen." Selbst für Verstorbene zahlt gern die Gemeinschaft, sofern die vor Gram gebeugten Hinterbliebenen noch einen gültigen Lebensnachweis als behördlich anerkanntes Papier vorlegen.

"Seid willkommen, Millionen, diesen Kuss der ganzen Welt!"

Wie das?, mag sich vielleicht immer noch jemand verwundert fragen, bislang noch nicht recht von seiner deutschen "Erbschuld-Scham-und-Sünde" überzeugt. Der ist vielleicht zu jung oder zu alt, einzusehen, was doch offenkundig ist. Mit altersschwachen, müden Augen, die nur ein feuchter Schimmer von trän-triefender Traurigkeit netzt, dämmert mir die Einsicht am endenden Horizont meiner beladenen Tage wie:

" In unserem gerontologischen Gutmenschelnden Alter können wir uns zu nichts und niemandem mehr abgrenzen, da wir in zunehmender Hilflosigkeit unserer Jahre auf jeden angewiesen sind, der uns mit unserem Rollator über die Stufen hilft. Dazu sind - selbst wenn wir wehmütig einstig befruchtbereiter Blondinen gedenken - nun auch 800 Millionen Schwarzafrikaner lieb und recht, mit denen wir bereitwillig unsere zu großen Wohnungen teilen wollen und werden, unsere bedingungslos gewährte Grundrente mit ihnen schwesterlich sowieso und - sofern vorhanden - deren allzu männlich-menschlichem Verlangen - auch Töchter und unsere jüngeren Frauen überlassen, die zu besteigen uns aus Altersgründen ohnehin längst zu beschwerlich geworden ist."

Wem dass nun so garnicht passt, dem bleibt - wie Buddhisten in Tibet - immer noch die Alternative, sich selbst anzuzünden und als mahnende Fackel schreiend vor Schmerz sich von sich selbst und den Seinen zu verabschieden.

Da dieses feurig lodernd, leuchtende Beispiel jedoch unsere Väterchen wie Mütterchen weder 14/18 noch 39/45 befolgten, müssen wir erbschuldig-sündig Belasteten und Beladenen sühnen, sühnen und sühnen. Jetzt und immerdar. Und in Ewigkeit. Amen
.



Wer einen Link mit periodischen Neuerscheinungen meiner Arbeiten stets frank und frei erhalten will, schicke einfach eine Mail ohne Text und Betreff an

n0by-subscribe@yahoogroups.com

Danke.

Im Gedenken an meine Tochter am 20.06.2015



2 comments:

Jo Sinoro said...

Ein Sahnestück.

Michel said...

Das eigentliche Problem bei der Betrachtung der Dinge auf diesem, unserem Planeten ist, dass wir a) glauben ohne zu wissen und/oder b) je nach Gewissens- oder Bildungs-lage vermeintlich schlaue Köpfe der Zeitgeschichte uns auswählen, um deren Weisheiten bzw. Zitate zum Besten zu geben.
Für die Einen sind das Paul Mc Cartney, Helmut Schmitt, Yoko Onno oder Patrick Lindner, für die anderen Buddha, Berthold Brecht oder Daniela Katzenberger.
Da liegt das eigentliche Problem ... natürlich und leider auch im Zusammenhang mit den Medien, welche die Massen manipulieren.

Und doch wissen wir überhaupt nichts! (Bauch-)Gefühle sind trotzdem noch da, die reaktiviert oder verstärkt werden können, wenn man nur kurz einmal mehr über sie nachdenkt. Im Grund sind es genau DIESE, die zu Vernunft und Menschsein "zurück" führen; im erfolglosesten Fall aber wenigstens zur ewigen Liebe zwischen Frau und Mann, oder zwischen Deiner Liebsten und Dir. Dahin sich zurückzuziehen, kann manchmal Wunder wirken oder Wunden heilen, wie mans nimmt...