14 March 2013

Melides am Meer

Sonnenschein, Farben, Wärme, Schmetterlinge, Vögelgezwitscher - das Gift der Großstadt hinter mir, Tempel, Kirchen, Statuen, Pracht und Protz, es bleibt dabei: Friede den Hütten, Krieg den Palästen. Wer nach vierwöchiger Reise und 3500 Kilometern eine Woche lang an einem Platz bleibt, der hat kurzzeitig zumindest einen Zipfel vom Paradies erhascht.





Quelle in Melides. Im hinteren Bereich stehen Wachbottiche.



Sonnenuntergang





Für seinen rollenden Palast wünscht sich der Autor Frieden und Allrad-Antrieb :-)




Späte Stunde am Meer



Katzen über und unter dem Tisch



Drei Hunde als biologische Alarmanlage

Friedhof der Muscheltiere
Möwen krächzen über dem Meer, über dem Sand.


Eine einsame Blume trotzt dem Sand.

Links liegt der See, vom  Meer durch einen knappen Streifen Sand getrennt.

Sonnenküsse


Kein Schiff wird kommen.



Haus mit Seeblick


Die Hütte renoviert niemand mehr.

Wer etwas auf sich hält, baut sich eine geschwungene Eingangsfront.


Blick auf Blumen, See und Meer



Der letzte Weisswand-Reifen am Strand


Die Frühlingsblumen freuen sich mit mir am Sonnenschein.


Palmen und Büsche, See und Meer

Das Feuerwehrauto steht auf dem Campingplatz.

Suchbild: Ziege, Kuh, Reiher, Apfelsine


Lupinen am See


Weit gereist sagt da der Weise,
mehr zu sich und auch ganz leise
auf das garstig dumm Geseier:


"Jedem Rindviech seinen Reiher!"


"Do leck's mi do om ......"

Eine Josi in marokko-forum.net hat mir gefälschte Zitate untergeschoben, die in all den 400 Seiten meines Marokko-Reiseberichts nie geschrieben wurden und also nie gefunden werden:
http://dl.dropbox.com/u/2500384/Marokko.pdf
Freier Download meines Reiseberichts nach Marokko 2012   


Hier unterschiebt Josi mir den Satz "Islam-Jünger missionieren mit neuen Kräften" Dieser absolute Schwachsinn ist von mir nie geschrieben worden. Dieser Satz widerstrebt meiner Intention, meinem Schreiben absolut.  Mir geht es einzig und allein darum, meine Gefühle, Beobachtungen und Gedanken in meinem Blog mitzuteilen. Wie rigide Religioten sich beschränken, ist und bleibt allein ihrer desolate Disposition überlassen! Wie sich Salafisten in ihrem Sakralen Sinn rigid gegen andere verhalten, ist in ihren Foren mehr oder minder gleichgültig. Schlimmer sind tätliche Angriffe in der Öffentlichkeit, was die Sicherheitskräfte so gut als möglich im Auge haben, haben müssen.


Durch diesen Zaun kommt höchstens noch eine Maus.

Wer neben den Briefkasten greift, sticht sich.



Seit Tagen arbeiten drei Mann daran, die Stromleitung zu erneuern oder zu erweitern. Die 500 Watt für meinen Heizlüfter sind in der Miete von 8,25 Euro/Tag auf dem Campingplatz eingeschlossen.





Korkeichen - geerntet nach festen Rhytmen


"Gallo", der preiswerte Milchkaffee



Sonnenuntergang am zweiten Abend in Melides



Stream der ARD in Melides: Papst-Show auf allen Kanälen. Mir reicht's:





Mein Frühstück ist schnell beendet. Das Grautier muss länger Gras zupfen, bis es satt ist.



Die Fertigstellung des Neubaus investiert sich anscheinend schon seit Jahren nicht mehr.



Die Werbung für den letzten Stierkampf am 7. Oktober um 17.00 Uhr: Eintritt ab 15 Euro.



Die Uhr rechnet die verbrauchte Wassermenge ab.



Dies Haus wird niemand mehr bewohnen.



Das reichste Gebäude in Melides besitzt einen Schwimmingspool. Das Dach lässt sich öffnen.


Von der Mühle auf dem höchsten Punkt blickt man weit hinaus über das Meer.



112.530,82 Euro für die "Arquelógicas de Dólmen de Pedra"



Die Spannung steigt: Für über 100.000 Euro EU-Gelder erwartet der Tourist ein außergewöhnliches Ensemble.


Als Attraktion bestaunt der Forscher diese Steine: Ein Keltengrab!



Nach stiller Betrachtung an den Gräbern der Kelten bringen uns die Frühlingsblumen wieder auf neue Gedanken.



Diese Pflanze schaut mit geschwollenem Kamm recht kampflustig aus.



Ausflüge, Besichtigungen und Eindrücke machen hungrig. Hier bietet das Gasthaus mit Blick auf die Straße eine Schale voll mit Kartoffeln und einigen Stücken fetten Fisches an. Mit Bier und Brot kostet das Gericht fünf Euro. Was am Fisch dem verwöhnten Gaumen ungenießbar vorkommt, verzehrt die Katze unter dem Tisch.


Bevor mich am dritten Abend am Meer ein paar Regentropfen erwischen, ist das Fahrrad zusammengeklappt und im Auto verstaut.



Als Abendunterhaltung: Die Papst-Show vom frischen Franze auf unzähligen Web-Seiten und in Video-Streams. Bei mir floppt Franze schon mit seinem ersten öffentlichen Auftritt als Showstar Papst.





Eine Durchsicht vor dem Versand hätte den Beitrag beträchtlich verbessert.





Der Computer zeigt wie eine Stechuhr auf die Sekunde genau an, wie lange der Benutzer online war bislang: Vier Stunden, 15 Minuten und sechs Sekunden. In der Zeit gibt es Nachrichten als Video-Stream, Radio-Tatort, Deutschlandradio-Nachrichten und Jazz, Blog-Berichte - eben all das, was mit bald 300 MByte zu übertragen ist in mehr als vier Stunden. Mein Upload macht mit 22,3 MByte hingegen zwar keine 10 Prozent der Menge aus, die hier einlief.





HYPNOTISIERTE Massen + Propaganda


Nach gestrigem Ausflug sehnt sich der Körper heute nach mehr Ruhe, noch mehr Ruhe. Zudem greifen grauselige Abenteuer meine Nerven mehr an, als ihnen zuträglich ist. Unzählige Mal schon reinigte reichlich Wasser meinen Rasierpinsel vom Seifenschaum, ohne dass mir dabei sonderlich große Gedanken kamen. Hier aber anders: Aus dem Wasserbecken unter dem Wasserschlauch hüpft ein kleiner Frosch hervor, der sich sichtlich angeekelt die weiße Schaumbrühe von seiner grünlichen Froschhaut schüttelt und mich vorwurfsvoll aus Froschaugen anschaut, die sagen: "Was machst Du hier für eine Schweinerei!" Als nächster Schrecken kriecht im Laden aus dem Salat eine Schnecke mitsamt Haus noch vor der Kasse. Bei meinem vorsichtigen Versuch, das Tier auf die Theke zu setzen, kracht hier zartes Haus. Ein Schock! Am schlimmsten sind dann allerdings die beiden Landsleute am Straßenkaffee, die mich einladen, bei ihnen am Tisch Platz zu nehmen. So erzählen mir Klaus und Joachim, dass der eine vor 30 Jahren hier sich billig ein Haus gekauft, der andere auf mehreren Hektar Land mit zwei Häusern, Swimmingpool, zwei Pferden und einer Frau - wobei er mich bittet auf die Reihenfolge zu achten - wohnt seit 23 Jahren. Ein Lastwagen, der mit laufendem Motor vor unserem Tisch hält, beunruhigt den kundigen Experten des Landes nicht weiter: "Der fährt gleich wieder ab. sie holt nur eine Flasche Wasser." Wirklich huscht aus der Kneipe eine zarte Jugendschönheit, die sich rührend reizvoll in den Lastwagen schwingt. Der Kenner von Land und Leuten deutet mir: "Die Kleine guckt wie ein Frosch. Sie sieht aus, als ob ihr Vater sie vergewaltigt." Meinen Einwand macht er gleich nieder mit den Worten: "Doch, doch das sieht man." Zudem belehren mich die langjährigen Experten des Landes und der Leute, dass die Grundstückpreise in Melides exorbitant gestiegen sind. Schuld sei die Autobahn nach Lissabon. Viele Reiche hätten sich neue Häuser in nächster Nachbarschaft gebaut. Es seien Nachbarn, die jedoch nie zu Hause sind.



Knospender Kiefernzapfen auf meinem Weg zum Einkaufen in Melides.



Seit nunmehr vier Tagen lässt sich beobachten, wie langsam die Ladung des MAN-Sattelschleppers wächst.


Die Quelle in Melides bietet schöne, schattige Sitzplätze. Mein Landsmann erzählt mir im Straßen-Cafe, dass Melides der beste Ort sei in Portugal. Und er kenne viele.


Der Ort selbst sei, erzählt Joachim, sei seit 30 Jahren fast unverändert. Die Markthalle mit diesen Gebäuden sind wohl neu. Neu ist auch das Beerdigungsinstitut. Der Inhaber hat gut zu tun, weil in Melides viele Alte leben, die eben sterben.
Voll von Schrecken und Neuigkeiten aufgewühlt zieht es mich in  meine "Walkuh", mein Heim. Der gewaschene Salat, der zuvor der Schnecke schmeckte, sättigt mich mit Käse, Oliven und köstlichem frischen Brot. Die Wärme steigt von Tag zu Tag. Der Campingplatz belebt sich. Ein Papagei baumelt in seinem Käfig vor einem der Wohnwagen, die hier überdacht als Dauercamper stehen. Einer brennt Baumwurzeln in seinem Grill. Die sich mit lautem Zwitschern balgenden Vögel vor meiner Aufbautür sind selbst gegenüber einer Bohr- oder Schleifmaschine im Hintergrund nicht zu überhören. Der Sonnenschein zieht mich hinaus ans kalte, schäumende Meer.



Von diesem Stück steiler Küste dröhnt bei Flut das Rauschen des Meeres in Melides über den stillen See.



Auch so kann man schön und preiswert in Melides überwintern. Der Stellplatz unter den Bäumen am Ufer ist frei. Das Wasser am nahen Strand zapft man sich ebenso frei. Einen alten Wohnwagen auf einen alten LKW zu schrauben, braucht zwar viel handwerkliches Können und Geschick, kostet aber vergleichsweise wenig.

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