06 February 2012

Ait-Benhaddou - Tichka - Ouarzazate

Eine 155-Kilometer-Rundfahrt von Ait-Benhaddou auf einer alter Karawanerstrasse zurück auf 2200 Meter Passhöhe des Tichka macht mir klar: Wir sind nicht in der Wüste sondern in deren Vorland. Die auf der Karte für Allrad-Fahrzeuge als unbefestigt gekennzeichnete Strecke erweist sich als neu asphaltiert. Also auf geht´s in die Wunderwelt des Wüstenvorland.



Nach der Brücke nördlich von Ait-Benhaddou beginnt eine zauberhafte Bergstrecke auf der alten Karawanenstrasse zurück auf 2200 Meter zum Tichka - eine Fahrt wie durch das Mittelalter.



Kaum Autos befahren die kleine Straße zurück zum Pass Tichka. Auf den 60 Kilometern begegnen uns nur mehrere Jeeps. Die Fahrer führen Touristen in einer Tour durch das Tal.

Wir führen uns selber, auch wenn wir als einzige in unseren rollenden Plastik-Palästen über die Nebenstrecke dieseln. In Millionen von Jahren hat sich der Fluß neben der Straße bis zu 100 Meter tief in den Fels, in die Erde hinein gefressen. An gefährdeten Stellen, wo die Straße abgerutscht ist, warnen aufgestellte Steine.



Wer immer den Palast bewohnt haben mag, ohne Fenster wirkt er kalt und zugig.


Der geneigte Leser beachte bitte, wie diese Seiten entstehen.

Ein Bild hochzuladen, hat oft drei, vier, fünf Versuche gefordert. Die Internetverbindung bricht häufig ab. Deshalb liegt das USB-Modem auf dem Autodach zwei Meter höher. Ein drei Meter langes Verbindungskabel - made in China - gab es für zwei Euro in Marrakech. Dies sogenannte Blue Cable soll den Empfang verbessern. Macht es aber nicht.

Nächste Erschwerniss: Während meines Mittagsmahl kommt der Besitzer des Camping-Platzes unter Palmen: "Wir müssen gleich hinter ihrem Auto Abfall verbrennen. Nur dass Sie der Rauch nicht stört, sagen ich Ihnen das." Bevor Funkenflug die Gel-Haut meiner Walkuh verletzt, fahre ich das Auto lieber 30 Meter weiter. Dazu müssen aber die Isoliermatten und die Vorhänge entfernt, die Schubladen geschlossen, die Auffahrkeile verräumt werden und dergleichen mehr. Bevor also der geneigte Leser beim Anblick der Bilder Neid empfindet, bitte bedenken: Land und Leute kosten Nerven, viel Nerven.

Dafür gibt es der Stadt kein Nervengift zu kaufen, keinen Alkohol also. Einen jungen Mann danach befragt, brachte mir seinen vernichtend bösen Blick ein: "Heute ist Geburtstag des Propheten. Da gibt es nirgendwo Alkohol - außer vielleicht in einem Hotel."






Trotz der vielen Häuser ist die Gegend so einsam, dass mir dies Foto gelang, ohne dass Kinder, Händler oder Hunde herbei eilten.



Die Felsenlandschaft beeindruckt mich so, dass dieses Bild 1200 mal 900 Pixel groß ist - winzig im Vergleich zur Wirklichkeit. Bitte klicken.


Im Palast sind die Spuren des einstigen Luxus noch an den Wänden zu sehen. Das Inventar soll in den Königspalast verräumt worden sein. Doch die Handarbeit, Steinchen um Steinchen um die Wandmosaiken zu füllen, ist unvorstellbar.



Blick aus dem Palastfenster auf die Schneegipfel des Hohen Atlas.



Hunderte müssen an diesem Palast gearbeitet haben, den die Besitzer nur 30 Jahre lang genutzt haben sollen. Jetzt verfällt das Gemäuer, weil die Brüder sich um ihr Erbe streiten.



´Weiter geht die wilde Fahrt von Telouet auf die Passhöhe. Das runde Gebilde am unteren Lehmhaus ist wohl ein Ofen.



Unser erster Radausflug geht durch die ziemlich langweilige Stadt Ouarzazate. Der kleine Supermarkt an der Hauptstraße verkauft nicht einmal Rotwein.



Nach einer langen Trockenperiode von mehr als einem Monat erscheint mir der Fluss in Ouarzazate wie ein Bach.

Zu guter Letzt gelang mir doch noch eine gute Datenübertragung - allerdings nicht über 3G-Maroc-Telecom, sondern über den WiFi-Zugang des Campingplatzes.

1 comment:

MONAS said...

Beeindruckende Bilder ...