05 September 2026

Viana do Castelo, Braga, SAT-TV repariert, Penha, Guimaraes

 



Im Juni 2022 hat mich vermutlich in Porto eine Covid-Variante erwischt, die mir etwa zwei Wochen lang zu schaffen machte. Nach Porto besserte sich damals in Viana do Castelo mein Zustand. Jetzt geht es mir nach zwei Sommermonaten bei Porto blendend, gestärkt für die Heimfahrt. Nach dem letzten Atlantikbad in Viana faszinieren mich Braga, Penha und Guimaraes.



So kommentierten zwei Leser meinen Blog vom 11. Juli 2022. Zwei Wochen später im Juni 2022 auf dem Heimweg in Spanien hatten körpereigene Abwehrkräfte die Infektion erfolgreich bekämpft. Der damalige Orbitur-Platz von 2022 in Viana ist mittlerweile für Camper geschlossen. Daneben der Platz INITEL ist zweitrangig. Es gibt weder Seife noch Papier in der Sanitäranlage. Die Wege sind sandig oder mit Holpersteinen gepflastert, die Baumwurzeln anheben. Zeltanlangen machen den Eindruck von verwahrlosenden Notunterkünften. Strom fiel auf, der Sicherungskasten war nicht zu öffnen. Ein freundlicher Nachbar half mir mit seinem funktionierenden Stromanschluß aus.


Vor vier Jahren gab es im Camp Orbitur Wifi und SAT-TV. Hier gibt's nur den mobilen Hotspot vom Smartphone, den T-Online mit Daten versorgt. Nachrichten wie von der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt entfallen weitgehen und sind ohnehin schwer auszuhalten. 



Wenn man liest, wie quasi staatliche Repression Wallasch, Pirincci, Sellner und hunderte Namenloser existenziell oder mit Strafen bedrohen, mag man nicht mehr schreiben. "Debanking" - muss man sich vorstellen!

Mein ferner Freund kommentiert den Vorspann zum letzten Blog:

Dann verstehst Du ja, warum ich so gerne in Ländern lebe, wo mich keiner kennt und ich niemanden kenne. Noch besser ist es, auch die Sprache nicht zuverstehen....



Doch wer eine Frau oder Freundin, einen Partner hat, der muss sich zu erkennen ergeben. Auch bei Dienstleistungen wie der Reparatur meiner SAT-Antenne ist Verständigung hilfreich. Wer sich Menschen aussetzt, muss mit ihren Macken leben, wie man mit den eigenen Macken leben muss. Mit anderen besser auszukommen, wäre das etwa, wie mit sich selber besser auszukommen? Doch was sollen Predigten, was soll der Blog?



Das Camp Initel bei Viana do Castelo gibt mir zwei Nächte. Dann ist der Platz für eine Veranstaltung ausgebucht. Nach dem Abschiedsbad in Porto sind die 70 Kilometer nach Viana schnell abgespult. Weil man erst ab 14.00 Uhr ins Camp darf, gibt es zuvor im Auto meinen Salat zu Mittag. Zum Bad reizt mich danach nichts mehr, zudem leichter Sprühregen fällt.



In zwei kurzen Tagen geht es dreimal hin und zurück über den Rio Lima. Wiki:

Viana do Castelo wurde als „Viana da Foz do Lima“ („Viana an der Mündung des Lima-Flusses“) im Jahre 1258 von Alfons III. (1248–1279) gegründet




Nur wenige Bilder zeigen Viana am grauen Samstag. Der Sonntag mit durchgehend Sonnenschein liefert bessere Bilder.



Es macht mich glücklich, nach vier Jahren hier wieder stehen zu dürfen. Die Menschen machen überall, wo es mich als Tourist hinführt, mit Fleiß und Mühe seit Jahrhunderten wunderbare Plätze, Stadte, Häfen, Burgen, Kirchen, Häuser, Gärten usw......


Portugal ohne den Terror der Weltkriege hat sich seinen ursprünglichen Reiz vielfach bewahrt.



Postkartenmotive findet man auf Schritt und Tritt. Drei Ausflüge in den beiden Tagen brachten mir eine Beute von 100 Fotos. Nur der Mond in müder, dunkler Nacht, der durch die hohen Kiefern leuchtete, brachte mich nicht dazu, diesen herrlichen Eindruck zu fotografieren.



Wer hat Lust auf einen Museumsbesuch, wenn man nur zwei Tage an einem Ort bleiben darf? Da muss man einkaufen, sich sein Essen machen, im Meer baden, Blog mit Bildern füllen. Das reicht.



Also gut, Feierabend am ersten Tag in Viana am Rio Lima....



Im Juni 2022 war das Wetter und das Bild besser, welches den Helden hier zwischen Eisbude und Kulturhalle zeigt.



João Álvares Fagundes (born c. 1460, Kingdom of Portugal – died 1522, Kingdom of Portugal), was an explorer and ship owner from Viana do Castelo in Northern Portugal. He organized several expeditions to Newfoundland and Nova Scotia around 1520–1521.



Sonntag mit Sonne schenkt mir einen neuen Tag mit neuem Glück. Es geht wieder über die schmale Eisenbrücke. Bei Gegenverkehr können Autos Radfahrer nicht überholen.



An der alten Fabrik, wo wohl nichts mehr produziert wird, steht MARINA ROSA. Es ist Ebbe, das Wasser hat sich zurückgezogen.


Drüben hinter den sumpfigen Wiesen und dem Rio Lima liegt auf dem Hügel der Wallfahrtsort SANTA LUCIA. Würde das vielfach faule Volk mühsam dorthin aufsteigen, wenn dort kein Monument stünde? Solche Orte machen Sinn für mich, damit mehr Menschen sich an der Schönheit dieses Ausblicks erfreuen.



An der Auffahrt zur schmalen Brückenstraße ist in der Kurve ein wenig Platz für einen Fotohalt mit dem Rad.



Bei meinen sechs Brückenüberquerungen sind mir Scharen von Pilgern begegnet, die mit Rucksack und Jakobmuscheln nach Santiago de Compostella wandern. Auf dem Gehweg kann man nur hintereinander, nicht nebeneinander gehen.


Dem Drill von Kasernen und Klöster kann man kaum entkommen, wenn man einmal drin ist.



Sonntag 10.30 Uhr, es ist kaum Verkehr. Vor dem Bahnhof tanzt ein Paar auf dem Denkmal.



Es geht kreuz und quer durch Viana, um meinen Weg zum Monument auf dem Berg zu finden.





Noch ist alles schön still in Viana. So muss keine Kapelle mir eine Ruhepause bieten.



Nun ist die Auffahrtstraße zu Santa Lucia gefunden. Das Kopfsteinpflaster ist so holprig, dass zwei Motorradfahrer stehend fahren, weil es in ihren gepolsterten Sitzen zu sehr ruckelt und rüttelt. Als Radler muss man das aushalten.



Noch bewegt kein laues Lüftchen die schweren Tonnenflügel der Windmühle, doch später dreht es sich langsam.



Da steht in bronzenen Lettern: BASILICA DO SAGRADO CORACAO DE JESUS MONTE DE SANTA LUZIA




Vor dem Inneren der  BASILICA DO SAGRADO CORACAO DE JESUS MONTE DE SANTA LUZIA, dem dieser Blog sein Titelbild gibt, rührt mich erst einmal der Blick über die Wunderwelt. Wiki:

Die Aussicht auf die Stadt, den Hafen und die Atlantikküste wurde vom National Geographic Magazine als das drittschönste Panorama der Welt bezeichnet.



Mit dem Läuten der Mittagsglocken donnern vom Hafen Böllerschüsse über das Meer, deren Rauch sich fein im Blau kräuselt.



Vor mir die Wunderwelt, hinter mir die Basilika - kann man dem Bauwerk etwa seinen Besuch verweigern?



Immer wieder erstaunt es mich, was Menschen aus Steinen bauen. Wenn Licht und Farben mit erhabener Musik wirken, umnebelt von Weihrauchschwaden, kann man dann nicht einen Augenblick sein Lästern lassen und sich seinem seligen Glücksgefühl hingeben?



Ob Frauen zumindest besonders in der katholischen Großsekte die Chance eingeräumt wird, ein liebes Jesuskind zu gebären? In anderen Kulturkreisen mögen Mütter einen Erleuchteten gebären - oder selbst erleuchtet werden - ach was wissen wir schon davon?



Diesmal verstellt eine Bühne den Blick auf dieses Kunstwerk, weswegen dies Bild vom Juni 2022 kommt.



Das Wellenbad an dem fantastischen Sandstrand war belebend. Ein Sonntagsnachmittagsausflug über die lange Brücke ist mein Abschied aus Viana.



Was ist gewonnen, wenn Moscheen solche Kultstätten verdrängen? 



Mir ist es Glück genug, hier wieder bei Sonnenschein stehen zu dürfen. Wiki:

Einer der malerischsten mittelalterlichen Plätze Portugals ist die Praça da República, die auf den kunstsinnigen Dom Manuel I. zurückgeht. Besonders erwähnenswert ist dort der dreischalige Renaissancebrunnen (1553–1559) von João Lopez-o-Velho



Das junge Mädchen mit den schwarze Flechten posiert vor dem berühmten Brunnen.



Wer war SAO BARTOLOMEU DOS MARTIRES, der dort mit Sandalen auf dem Pferd sitzt? Wiki weiß ja meist alles:

Bartolomeu Fernandes dos Mártires OP (deutsch: von den Märtyrern) (latinisiert: a Martyribus) (* 14. Mai 1514 in Lissabon, Portugal; † 16. Juli 1590 in Viana do Castelo, Portugal) war ein portugiesischer Geistlicher, der vor allem als Mönch, Erzbischof und geistlicher Schriftsteller bekannt war.



Wiki zu dem Schiff:

Im Hafen der Stadt liegt das Museumsschiff Gil Eannes – ein 1955 gebautes Hospitalschiff, das bis 1973 zur Unterstützung der portugiesischen Kabeljaufischer im Nordatlantik eingesetzt wurde.



Ein stattliches Anwesen wartet auf einen finanzstarken Investor zur Renovierung.



Soviel von meinen voll ausgefüllten beiden Tagen in Viana do Castelo.... 


Politpestilentes Intermezzo


Hat der geneigte Leser, so es ihn gibt, nach soviel Bilderbuch Lust, Kraft, Zeit und Energie in die Niederungen der Politick-Pestilenten Parteien abzusteigen?


Ja, da mag man träumen denn mit der "Ostdeutschen Allgemeinen" von einem begnadeten Musiker wie Moosdorf, der sich erklärt.



Da mag man träumen vom "immateriellen, deutschen Kulturerbe" und von "WIR LIEBEN DEUTSCH". Allein die Verhältnisse, die sind nicht so.

 


 Premium Pöbel Prophet Pirincci philosphiert über Naturgesetze - einfach und einleuchtend.


Sind Fakten nicht immer frauenfeindlich?


Reiseplan Viana do Castelo, Braga, Guimaraes, Chaves

Nach den beiden Nächten in Viana folgen voraussichtlich die nächsten Übernachtungen in

Braga, Portugal

Guimarães, Portugal

Chaves, Portugal.

Braga hält mich vier Tage lang auf. So kommt der Blog diese Woche nur bis Guimaraes.



Bis zum 6.09. ist die Rückreise nach Sonneberg ohnehin nicht zu schaffen.



Die 65 Kilometer von Viana do Castelo nach Braga waren mit einem kurzen Stück Autobahn für 2,90 Euro schnell abgespult. Das Camp in Braga ist luxuriös. Die Sanitäranlagen sind vorzüglich. Ein Schwimmbad liegt neben dem Camp. WiFi ist stark genug für TV am PC und für Whatsapp-Video-Call. Nach der Brotzeit geht die Arbeit damit weiter, mich um die Reparatur der Antenne zu kümmen.



Auch die Werkstatt hat wie die in Porto diese Woche Urlaub. Vielleicht kann der Bruder der Dame am Telefon helfen, was er nicht kann. Dann steht selbstverständlich die Kathedrale von Braga auf meinem Besuchsprogramm, die Wiki als einmalig beschreibt.

Die Kathedrale von Braga (port.: Sé de Braga) zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Stadt Braga im Norden von Portugal. Sie ist als Sitz des Erzbischofs von Braga die älteste Kathedrale in Portugal und zählt aufgrund ihrer Geschichte und ihrer künstlerischen Bedeutung zu den wichtigsten Bauwerken des Landes.


Ist der Erhalt von Kulturdenkmälern und alter Gebräuche nicht eine der wichtigsten und vornehmsten Aufgaben einer Gemeinschaft?



Was nun kommt, dürfte den Sekten- und Kultanhängern konkurrierender Geistesrichtungen zum christlichen Erbe wenig gefallen. Freund Wolfgang kommentierte den Bhagwan-Kult so kundig wie verständnisvoll:

Er hat das richtig gemacht, um Problem- und Genussmenschen einzufangen.
Freies Vögeln geht immer und begeistert auch die sonst Gehemmten und sexuell
Benachteiligten.....

Ich muss ihm besonders einen exquisiten Autogeschmack konzedieren.....wer hatte so viele
Rolls Royce zur freien Verfügung.....(nicht einmal der von Brunei)



Mittlerweile dümpelt der Bhagwan-Kult nur noch in wenigen Fans weiter, von denen einige die Geschäftsidee mit sogenannten Satsangs in anregenden Diskussionszirkeln unter Leitung des Vorredners fortführen. Derweil droht der Koran-Kult die spiritülle Leere auszufüllen, welche der Abgesang christlichen Sekten hinterlässt. 



Auch wenn die Befreiung weiblicher Kundschaft wie mit Vulven malenden Kirchentagsfesten gerade von der evangelischen Sekte gefeiert wird, hält der rigidere Katholizismus noch an der Priesterherrschaft fest. 



Nach meiner vollkommen unmaßgeblichen Meinung als misogyner Misanthrop gewinnt gerade der kämpferisch kriegerische Koran aus Scharia-Geboten wie der Missachtung von Ungläubigen und der Rollenzuweisung der Weiber zur Reproduktion seine Stärke. Wiki zur Kathedrale von Burga:

Die Kathedrale von Braga (port.: Sé de Braga) zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Stadt Braga im Norden von Portugal. 



Wer die Originalberichte von Konquistadoren liest, kann sich vorstellen, wie das christliche Abandland wie in Portugal zum mittelalterlichen Weltreich aufstieg. Sklaven an Eisenketten führten die Schergen in Kräfte verzehrenden Märschen über das Land. Wer in der Kolonne zusammenbrach, wurde nicht etwa aus den Eisen aufgeschlossen, sondern sein angekettetes Glied, Fuß oder Arm abgehackt, um den Marsch nicht aufzuhalten. Dass sich die Eroberer nicht beliebt machten, Ureinwohner Widerstand leisteten, dokumentiert dieser Märtyrer.


Ob uns die Millionefach verbreitete Darstellung des Gekreuzigten sagen und zeigen soll, unrechtes Leid einfach zu ertragen, wie es jetzt zahlreiche Gemesserte oder unter Autos geopferte Menschen erleiden?



Google meint:

Die Heilige Luzia (Luzia von Syrakus) ist als Schutzpatronin der Augen bekannt.



Google im KI-Modus meint:

1. Keltische Darstellung des Gottes BelenusViele Experten ordnen den Kopf der vorrömischen Castro-Kultur (den Gallaekern) zu.Sonnengott:
 Er wird oft als Darstellung von Belenus (oder Belenos) interpretiert, dem keltischen Gott des Lichts, der Sonne und des Frühlings.Das Lächeln: Das markante, leicht aufwärts geschwungene Lächeln und die runde Form des Kopfes sollen in dieser Deutung die lebensspendende Wärme und das Licht der Sonne symbolisieren.Der Bart: 
Die tief eingekerbten Linien des Bartes werden in der keltischen Ikonografie häufig als Sonnenstrahlen gedeutet.
2. Visigotische Sonnengottheit oder SchutzsymbolEine spätere Einordnung datiert das Fragment in das 6. Jahrhundert n. Chr. (Epoche der Westgoten/Visigoten). 



Andächtiges Staunen - selbst für mich....



Dazu sorgt sakrale Hintergrundmusik aus versteckten Lautsprechern für die rechte Stimmung.




Ob all das hier Gold ist, was glänzt?





Warum hat die Gestalt einen Huf und keinen Fuß?

Die tragende Gestalt auf dem Foto ist kein Mensch, sondern ein Satyr (oder Faun). Auf diesem Detailbild aus dem prächtigen barocken Doppelorgelgehäuse der Kathedrale von Braga (Sé de Braga) ist ein mythologisches Mischwesen aus Mensch und Ziege dargestellt, weshalb die Figur Ziegenbeine und Hufe besitzt.

Die Platzierung solcher heidnischen Naturgeister und dämonischen Kreaturen in einer christlichen Kirche hat tiefgehende theologische und symbolische Gründe des Barock:

1. Die Unterwerfung des Sündhaften und Heidnischen

Im Barock wurden Satyrn oft als Symbole für ungezügelte Triebe, Wollust und das gänzlich Irdische oder Teuflische angesehen. Indem sie als Atlanten (tragende Säulenfiguren) architektonisch unter die Orgel gesetzt wurden, symbolisieren sie die Unterwerfung des Bösen und des Heidnischen unter die göttliche Macht. Sie sind dazu verdammt, die heilige Struktur der Kirchenmusik zu stützen und zu ertragen.

2. Die Bändigung durch die Musik

Die Orgeln der Kathedrale von Braga gelten als Meisterwerke barocker Schnitzkunst. Die Ikonografie besagt, dass die heilige und harmonische Musik der Orgelpfeifen die wilden, chaotischen Kreaturen der Natur (wie Satyrn und Faune) zähmt, bezwingt und in den Dienst Gottes stellt



Ob klerikale Kulträume anregen, einfach einmal in Stille zu versinken, ohne dass das Gedankenrad dreht und dreht und manchmal durchdreht?



Der Trubel der fremden Großstadt zerbricht schnell die aufgetankte, bedächtige Ruhe des Kultraumes.




Nach kurzem Weg durch eine belebte Einkaufstraße in der Fußgängerzone öffnet sich ein Platz. Der Kirchturm lockt mit dem nächsten Kultraum zur Ruhe, doch Einkäufe sind zu erledigen. Das ist anstrengend in der unbekannten Großstadt.



Es gäbe Straßencafés, Parkanlagen mit leuchtenden Blumen, Bänken doch der Weg des Touristen Kilometer weit vom Camp entfernt muss über vierspurige Schnellstraßen stolpern, in einem gigantomanischen Einkaufzentrum wenige Sachen kaufen, sich den Ausgang aus dem Labyrinth weisen lassen, um endlich ruhige Wege zurück zum Camp zu finden.


Bis mir das Navi begreiflich macht, dass dieser verschwiegene, kleine Weg am Bach entlang sich kilometerweit in ruhigsten Lage duch die Stadt zieht, verging eine Zeit.



Wie von unserer Münchener Wohnung ein stiller Rad- und Wanderweg in die Innenstadt führt, so durchzieht dieser ruhige Weg die Großstadt Braga.


Bom Jesus do Monte


Was, werden sich vielleicht Leser, so es sie gibt, denken, schleicht der Chronist von Kirche zu Heiligtum? Hat dieser ausgewiesene Heide, der kein Haar lässt an einstigen Sektenbrüdern von Bhagwan oder sonstiger Lichtsäue, die die Gemeinde durchs Dorf treibt, hat dieser lachhafte Lästerer jetzt seinen Frieden mit katholisch christlichen Amtskirchen gefunden und kriecht zu Kreuze?



Wahrscheinlich ist etwas dran und drin, wie Menschen einander verspotten, verhöhnen, verleumden. Immer bleibt ein Körnchen Wahrheit in der größten Lüge, wie Sex zu Sexismus, Islam zu Islamismus, Rasse zu Rassismus sich wandelt. Nur im Minimalismus liegt befreiender Sinn, wie der Spruch schon lehrt: "Das letzte Hemd hat keine Taschen."



Doch Lesebuch- und Bilderbuchonkel hat schmerzhaft bei der Einfahrt nach Spanien schon erfahren, als er sich die Treppe zur Aufbautür verbog, beim Abholen der Frau vom Flughafen in Porto, als er sich dei SAT-Antenne ruinierte, was für ein Mängelwesen er ist. Bei den 597 Bilddateien im August, am heutigen 2. September, dem Geburtstag seines herzgeliebten Töchterleins selig, bei schmerzendem Magen bei gebrochenem Fastengebot einer abendlichen Mahlzeit, da sucht das verlorene Menschlein Halt, Ruhe und Besinnung, wenn es schon in der morgentlichen Versenkung bislang noch nie gelang, den Strom der Gedanken anzuhalten.



Also radelt der Chronist auf steiler Steigung den Berg hinan auf der Suche nach einem Hauch von Unvergänglichkeit, von-dem-schon-immer-dagewesenen-und-noch-seiendem, wenn dereinst E-Bike-Rosinante, Wohnmobil Walkuh und er selbst den Weg in die Ewigen Jagdgrunde oder auf Schrottplätze gefunden haben werden.



Zu kühler Morgenstunde strahlt gerade erst die Sonne über den Pilgertreppenaufgang zum Heiligtum hoch über der Stadt.



Lichtüberflutet schmiegt sich Braga zwischen bewaldete Hügel, wo in der 230.000 Einwohner Stadt die Menschen auf vierspurigen Autobahnen brausen, sich verlorene Touristen zum Camp vortasten und irgendwo im Gewühl eines überdimensionierten Einkaufszentrum kaum mehr den Ausgang finden.


So vergnüglich es den Chronisten stimmt, nach seiner Rückkehr - sofern es ihm ohne weitere Schäden gelingt, dieses Kompendium seiner gesammelten Eindrücke zu rekapitulieren, so anstrengend ist der Augenblick, wenn dazu am Nachmittag die Sonne auf kuschelige 34 Grad Celsius alles ringsum aufheizt.



Liedermacher Reinhard Mey schöpfte aus der magischen Dreieinigkeit von göttlicher, weltlicher und priesterlicher Macht und verdichtete dies zur Sentenz:

Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
„Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!“



Aber was ist schon "magisch, mystisch, göttlich, weltlich", wenn ....

 nicht nur die älteste Standseilbahn der Iberischen Halbinsel, sondern auch die älteste funktionstüchtige Wasserballastbahn der Welt.....

(Wiki) auf den "Heiligen Berg" hinauf rasselt? Haben hier nicht findige Ingenieure sich physikalische Gesetze zu Nutze gemacht, um die Menschen mit einfachen Mitteln auf 42 Prozent Steigung hinauf zu befördern?



Dank E-Bike Rosinante kann der Märchen- und Bilderbuchonkel überall halten und staunend bewundern, wie der Prachtbau mit unverbaubarem Blick auf  Braga verfällt.



Wer die Lage bezahlen kann, muss nicht an Türmchen sparen. Kleriker beanspruchen für ihre Sakralbauten, wo fast immer man hinkommt, ohnehin die besten Plätze in Stadt und Land.




Der erste Eindruck bei der Einfahrt zum Tempelbezirk ist dieser Bau, der vermutlich das Tempelpersonal angemessen beherbergen konnte. Es erinnert an den von Legislatur zur Legislaturperiode sich aufblähenden Beamtenapparat, der Staatsdiener für ihre Königstreue fürstlich belohnt und selbst diejenigen in Amt und Würden bringen, die die alltäglich erfahrbare Wirklichkeit verdrehen, dass nicht einmal mehr Männlein von Weiblein zu unterscheiden sein sollen.



Wie dem auch immer sei oder ist, irgendeiner sitzt immer im Sattel solange sicher und fest, bis selbst der einst geforderte Gruß in Amtsstuben in späterer, aufgeklärterer Zeit ein Straftatbestand wird und Drei-Wort-Preisungen wie "Alles-für-XXL" einen Eintrag ins Führungszeugnis zur Folge haben.



Ist es denn da nicht putzig, wenn sich der verschrobene Chronist mit seinen ungenießbaren Texten auf E-Bike-Rosinante in Braga seinen Weg sucht zu "Heiligtümern" wie Kathedralen oder zum.....

Bom Jesus do Monte (deutsch Guter Jesus vom Berge) ist ein römisch-katholisches Heiligtum in Tenões am östlichen Stadtrand von Braga in Nordportugal.




Die Fahrt hat Kraft gekostet, die Orientierung in der fremden Großstadt gelang zwar beim zweiten Mal besser als am ersten Tag, doch strengt immer noch an. Gönnt der geneigte Leser, so es ihn gibt, dem Chronisten eine Ruhepause im Tempel?



Klar ähneln sich Architektur, Aufmachung, Darstellung, Technologie von einem zum anderen "Heiligtum" wie ein Ei dem anderen, wie ein Tesla dem anderen - allenfalls ein wenig in Farbe, Beleuchtung verschieden - und selbst Orte auf Hügeln über der Stadt sind ähnlich gewählt - allüberall.



Spöttelnd, gelangweilt oder gar angewidert mag man die Bildpracht klerikaler, musealer Machtentfaltung beiseite wischen, doch der Augenblick ergreift den sich mühenden Pilger - egal ob mit Juwelen oder Schweißperlen beladen oder belastet.



Was kann denn anderes der Sinn in der dreidimensionalen Darstellung von Leid und Kreuzigung sein, als dass der Gerechte das Unbill der Ungerechten zu tragen und zu ertragen hat, was sich nicht ändert von Anbeginn bis zum Ende aller Zeiten? Selbst Bhagwan lehrte lächelnd am Steuer seiner sich fast täglich wechselnder Rollce Royce Ausfahrten, dass er auch in Handschellen der US-Schergen lächelnd und würdig weiter schritt.



Würde das Volk wie der radelnde Straßenhund es überhaupt auf den Berg über Braga oder den Berg über Viana do Castelo schaffen, wenn das Volk und ihn nicht ein "Heiligtum" gelockt hätte? 



Nun gut, die Idee von Gott, Göttlichkeit mag man abtun, wie Böll von "jenem-höheren-Wesen-das-wir-verehren" fabulieren - und sei's meine Frau daheim..... aber irgendwo und irgendwann wird sich nicht selbst der widrige Sängerknabe der Mangelhaftigkeit seiner Existenz bewußt? Es hätte immer mehr sein können, was man aus sich selbst hätte machen können und sollen.....



Aber ach! Wer kennt ihn nicht den kürzestes Weg zu "Seligkeit" wie mit Alkohol, Haschisch, Heroin, Crack, Methadon und am Ende die Intensivstation mit multiplem Organversagen, Exitus und Aus.



Unaufhaltsam dreht der Lebenstacho auf die "80", wenn man's erlebt und sieht man zurück auf all die Wege, die Irrwege, Holzwege waren, auf denen nichts anderes mehr möglich war, als umzukehren und einen anderen, einen besseren, einen heilsameren Weg zu suchen und zu finden.



Mann und Frau haben es gemacht, wie sie konnten. Es gab niemals einen anderen Weg als den, auf dem man gerade ging - egal wenn ein Kollektiv wie in Deutschland sich von 1933 bis 1945 auf den Weg in den Abgrund aufmachte. Es war, wie es war, und wie es war als gut oder schlecht zu werten, steht uns fast ein Jahrhundert später nicht zu.



Für mich als pilgernden Straßenhund lässt sich über dem "Heiligtum" ein stilles Bänkchen mit Blick auf den See finden, wo mir meine Fischdose mit einer Zwiebel und einem Brötchen Kraft für die Rückfahrt geben.



Nun mag, wo aus der finsteren Höhle meine Gedanken in dieser Schrift ans Licht der Öffentlichkeit gekommen sind, da mag der geneigte Leser, so es ihn immer noch gibt, mir Unverschämtheiten und Anzüglichkeiten verzeihen, der denn da glaubt an deutschen Schuldkult, Hunderte von Geschlechtern und den Allbösen Feind vor und in unseren Grenzen.



Auf dem Weg ins Tal wird E-Bike-Rosinante kein Auto überholen. 



Adieu Bom Jesus do Monte! Du hast mir bessere Gefühle und Gedanken gemacht als Stunden in den Web-Kloaken politpestilenter pöbelnder Prophetie, auch wenn diese Fingerübungen wieder ein Teil der Web-Kloake werden.



Es kommt wohl immer darauf an, auf welche Seite man sich hin- und aufstellen will, mag oder kann: Auf Seiten der hämisch, höhnenden Folterer oder auf Seiten der Mitfühlenden, Mitleidenden im Widerstand dazu.




Die Schöne in rosa an der Hand des Jünglings in schwarz werden weitermachen, wie es mit uns allen einst anfing.



Klonovsky mag "Aussterbepropaganda" im deutschen Westwertesystem diagnostizieren, doch dann werden eben Industrieproduktion und Reproduktion ausgelagert an fähigere Länder und potentere Männer.



Na, vielleicht fährt der eine oder andere ja hier einmal ein wie in das HOTEL MELIA BRAGA, schaut sich das selber an, zieht seine eigenen und also besseren Schlüsse, derweil der Straßenhund sich jetzt den Weg zu seiner Klause auf dem Camp sucht, vorher noch irgendwo einen MY AUCHAN Lebensmittelladen findet, um sich "daheim" seinen Salat mit Käse und Brötchen zuzubereiten und zu genießen.



Nach den ersten beiden mühseligen Braga Tagen soll ein dritter Tag mir Ruhe für die nächste Etappe geben. In der Ruhe liegt die Kraft. Kraft durch Freude. Oder sind die drei Wörtchen auch schon strafbewehrt?


Braga, vierter Tag



Meine französsischen Nachbarn sind abgefahren. Nach den vergangenen anstrengenden Tagen braucht mein Körper Ruhe, mein Kühlschrank Proviant.



Ein "fetter" Morelo, gebraucht eine Viertelmillion, stellt sich nebenan auf. Das Kfz-Kennzeichen aus Soest macht mich neugierig. Die Helden der Landstraßen haben in vier Tagen die 2.000 Kilometer bis Brago abgespult. Wir kommen ins Gespräch.



Reinhard, so heißt der Fahrer, ist ein begnadeter Handwerker und erfolgreicher Unternehmen - HEIZUNG SANITÄR ELEKTRO ERNEUERBARE ENERGIEN BAUTROCKNUNG. Den SAT-Antennen Schaden will er beheben. Er hätte auch schon mal ein Kabel abgerissen.



Er führt das innere Kabel in die Buchse, befestigt das äußere Drahtgeflecht an der Buchse, verzurrt das Ganze mit einem kleinen Kabelbinder aus meinem Werkzeugkasten, isoliert und fixiert seine Arbeit mit rotem Panzerband.



Das Wunder wirkt, wie man sieht: "JETZT GEHT ES WEITER MIT Hubert ohne Staller".  Sehr dankbar bringt mich E-Bike Rosinante zum dritten Mal hinunter vom Berg, um bei LIDL zwei Flaschen Wein zu kaufen. 



Erstmals führt mich Reinhard in einen Morelo Palace. Man geht über flauschige Teppiche. Das Steuerrad wird ausgeklinkt, um den Fahrersitz drehen zu können. Leise surrt die Klimaanlage. Das riesige Doppelbett wird durch eine erste Holztür vom Wohnbereich getrennt. Davor liegt eine zweite Schiebetür, welche den Sanitärbereich abtrennt. 300 Liter Frischwasser, 200 Liter Dieseltank, 200 Liter Fäkalientank, den eine Pumpe mit Brauchwasser abpumpt, weil das keine Chemie enthählt. Selbst ein Geschirrspüler ist an Bord.



Nachdem wir bis Mitternacht lokaler Zeit voreinander unsere Lebensgeschichten ausgebreitet haben, verschiebt sich meine Abfahrt aus Braga um einen weiteren Tag. Ruhe ist angesagt.



Diesmal geht es nicht mit Nerven aufreibender Hetze kreuz und quer durch die Großstadt, diesmal geht es mit ruhiger Überlegung erstmal zur Touristen-Info. Mein Radfahrerhandschuhe sind ja nicht nötig bei der Hitze, also bleiben sie im Auto.



Doppelt mit Schlössern gesichert bleibt E-Bike Rosinante vor der Tour-Info im Schatten. In ruhigem Spaziergang lässt sich die Innenstadt besser erforschen.



Ein weitaus kleineres und überschaubares Einkaufszentrum versorgt mich.



Mit mir rasten sieben weitere alte Männer in der ruhigen Halle.


Ohne die Werbetafel von Pingo doce, die von der Tour-Info aus zu sehen war, wäre mir der Zugang zu diesem Einkaufszentrum verborgen geblieben.



Nach meiner Brotzeit in der Halle des Einkaufszentrum, wo man von Tageslicht unbelästigt bleibt, knallt draußen eine erbarmungslose Höllenhitze der Mittagssonne auf das Pflaster. Ein Espresso im Schatten soll mir neuen Schwung geben. Die grüne Kennzeichnung verweist auf den Schultergurt meines Rucksacks, eine Angewohnheit sich in einer belebten Straße gegen Abgreifer zu sichern.



Als durch die Fußgängerzone bummelnder Tourist soll mir die Kathedrale ein zweites Mal ihren Zauber enthüllen.



Schon der Weg zur Kathedrale ist zauberhaft. Eine Harfe Spielerin sammelt Spenden.



Sachbeschädigende Schmiererei in der besten Einkaufstraße von Braga, gerade an der Ecke wo die Gasse zum Eingang der Kathedrale abgeht. Den dicken Graubart stört das nicht, er nutzt die Fensterbank.



Diese Eindrücke in der Kathedrale waren mir ein weiteres Mal drei Euro Eintritt wert. Doch vielleicht war mein Brotzeit in der Halle des Einkaufszentrum nahrhafter.



Vielleicht springt ja auch kein inspirierender Funke von den steinernen Gestalten auf mich über?



Dabei hat der Bildhauer keine Mühe gescheut, der bärtigen Gestalt mit Schwert und erhobener Hand im wallenden Gewand Autorität mitzugeben.




Eine Fremdenführerin bemüht sich, einer deutschen Gruppe den Altar aus "Seifenstein" und andere Verzierungen aus Granit nahe zu bringen. 



Genug gesehen, genug gehört, genug geschrieben - soll mich Rosinante auf dem nun schon vertrauten Weg heim bringen.



Erbauer und Innenausstatter der Kathedrale haben sich nun alle erdenkliche Mühe gegeben, dem Publikum ein Stück vom "Himmel" näher zu bringen. 



Wenn das nun nicht gelungen sein sollte, wie es auch meine Frau kaum gelungen sein dürfte, sich durch diesen "kilometerlangen" Blog zu mühen, so hat man eben schon genug vom Himmel gesehen und muss in keine Kathedrale mehr gehen. Ach ja, das Schwimmbad am Camp ist wohl schon geschlossen. Und meine wertvollen Radfahrerhandschuhe müssen wohl doch auf dem Gepäckträger schon gelegen sein, als meine Fahrt hier los ging. Jedenfalls sind sie jetzt weg - einfach weg.



Die Ersatzhandschuh von Decathlon sind bei weitem nicht so gut wie die passgenauen Röckl aus feinem Kunstleder im Griff und weichem Stoff darüber. 



Anderntags schickt Reinhard ein Video, das er mit seiner Drohne aufgenommen hat. Dies ist ein Bild aus dem 24-MByte-Video, das ihn als Drohnen-Pilot vor seinem Morelo zeigt.

Mit meinem Ur-Alt-Freund von 1976 geht hingegen so gut wie nichts mehr. Sind die verlorenen Handschuh unserer fünfzigjährigen Uralt-Freundschaft geopfert?



Sollen meine wertvollen Handschuh symbolisch zur Fehde an den unwürdigen, widrigen Sängerknaben hin- und weggeworfen sein, der ohne Achtung vor verehrenswürdigen Professoren wie Moosdorf oder Patzelt in seiner Dumm-Duldemulde den Freuden des Prekariats mit Pils und Magenbitter frönt?



Na klar, jeder lebt im Paradies seines Wahns - glücklich wie die gequälte Geißel des Entführers sich mit Stockholmsyndrom dem Übeltäter unterwirft. Man merkt ja kaum die schleichend vergiftete Leber, den ständig schwerer zu tragenden Wanst - man deliriert vom Wohlbefinden bis zum Exitus - und sei's mit multiplem Organversagen an den schlußendlich abgeschalteten Maschinen zur Beamtung und Entgiftung von Leber und Niere.



"Stößchen" ritualisiert der widrige Sängerknabe seinen Suff mit  klingendem Glas....  "zum Wohle!" - "lasst es euch schmecken"..... All das nicht mehr mein Bier....

Penha - Guimaraes


Der Platz in Penha liegt schattig auf 600 Meter Höhe, sechs Kilometer entfernt von Guimaraes im Tal.



Nach der kurzen 30 Kilometer Strecke von Braga erfrischt mich der Pool, ebenso nach dem Stadtbesuch von Guimaraes im Tal nach dem Schweiß treibenden Radaufstieg ins Camp Penha.



Von den gewaltigen Granitblöcken überblickt man das Tal.



Was mag das für einen Knall gegeben haben, als dieser Granitblock in zwei Teile brach?



Wie fast immer und überall bretzeln Kleriker die schönsten Plätze als Kultstätten auf. Pilger können sich per Seilbahn hochschleppen lassen.



Der diesig wolkige Himmel hindert zwar die Sicht, tut mir aber gut. Gestern in Braga war noch zur Nacht das Auto auf 35 Grad erhitzt. 



Ob die Felswand irgendwann umkippt?



Die Höchstgeschwindigkeit erreicht Rosinante mit 66 km/h. 



Nach sausender Fahrt ins Tal nach Guimaraes kommt man am Bahnhof raus. Ein Hotelhochhaus und ein Mercadona-Markt sind von dort zu sehen.



Wegen solcher Gassen lohnt der Besuch in Guimaraes. Wiki:

Die Altstadt von Guimarães gehört zum UNESCO-Welterbe.



Welchen Sinn hatte diese Trommel und die Becken dahinter?


Die große hölzerne Trommel (ein Gerbtrommel/„tanning drum“) und die steinernen Becken dahinter dienten der Lederverarbeitung (Gerberei/Curtume), speziell dem Weichen, Entfleischen, Kalken und Gerben von Tierhäuten. Das Bild zeigt die historische Zona de Couros (Leder-/Gerberviertel) in Guimarães, Portugal (nördlich von Porto). Dieses Viertel am Rio de Couros war seit dem Mittelalter (mindestens ab dem 12. Jahrhundert, mit Wurzeln noch früher) bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein wichtiges Zentrum der traditionellen Gerberei. Die Häute (vor allem von Rindern) wurden hier in mehreren Schritten zu Leder verarbeitet – einem wichtigen Rohstoff für Schuhe, Kleidung, Sättel usw. Die Zone ist heute UNESCO-Weltkulturerbe (Erweiterung des historischen Zentrums von Guimarães). Funktion der Becken (Tanques/Pelames)Die rechteckigen Steinbecken (meist aus Granit) dienten den verschiedenen Bädern:
  • Einweichen und Waschen der Rohhäute.
  • Kalken (zum Enthaaren und Aufquellen).
  • Gerben mit pflanzlichen Gerbstoffen (vor allem Eichenrinde/Casca de carvalho, die Tannine liefert; manchmal auch Sumach).
  • Weitere Schritte wie Färben oder Weichmachen.
Die Häute lagen oft monatelang in diesen Becken und wurden manuell umgerührt. Wasser aus dem Rio de Couros war essenziell; das Abwasser machte das Viertel berüchtigt ungesund und „übelriechend“. Es gibt noch Dutzende solcher Becken, die teilweise restauriert wurden. Funktion der TrommelDie große hölzerne Zylindertrommel (mit Metallbändern verstärkt und auf einem Gestell gelagert) ist ein Gerbtrommel (portugiesisch oft „tambor“ oder ähnlich). In späteren Phasen (19./frühes 20. Jahrhundert, als man modernisierte) wurden Häute zusammen mit Gerblösung hinein gegeben und die Trommel gedreht (manuell, mit Wasser oder später mechanisch). Das ständige Wälzen beschleunigte und verbesserte die Durchdringung der Gerbstoffe gegenüber dem reinen Liegen in den Becken. Solche Trommeln sind typisch für die (proto-)industrielle Gerberei und ergänzten die offenen Becken. Die gesamte Anlage (Becken + Trommel + umliegende Fabrikgebäude mit Trockenböden/Secadouros) bildete einen klassischen vor- und frühindustriellen Gerbereikomplex. Die Produktion blieb lange handwerklich und wasserbasiert, bevor sie durch Konkurrenz und moderne Chemie zurückging (letzte Betriebe um 2005). Heute sind die Reste museal und touristisch erschlossen (z. B. mit Info-Tafeln und dem benachbarten Centro Ciência Viva).Kurz: Es handelt sich um eine historische Gerbereianlage – die Trommel zum mechanischen Gerben/Walken der Häute, die Becken für die chemischen Bäder.


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Das Hochhaus im Hintergrund ist das Hotel am Bahnhof. Das Städtchen ist gut überschaubar.



Was an der Wand dort steht, erklärt uns Wiki:

Hier soll Alfons I. (Afonso Henriques), der erste König Portugals, geboren worden sein, weswegen sie die erste Hauptstadt des Landes war und als „Wiege der Nation“ gilt.












Wenn die Party in Guimaraes beginnt, ist bei mir im Camp Penha Feierabend.





Wozu der Aufwand vor der Kirche?



Kleriker machen bei Geburt, Ehe und Tod ihr bestes Geschäft.





Von diesem Blumenpark geht es dann sechs Kilometer weit 400 Meter höher nach Penha.



So etwa sah meine Kurverei diese Woche aus. Wie es nächste Woche weiter geht, erzählt - so Allah will - eine andere

. Geschichte .

p.s.: Korrekturen - wenn überhaupt - später