06 Oktober 2019

Wachalarm, Umzug und weitere Wunder zum Tag der Einheit

Schlaflos lässt sich nicht steigern. Man kann nur Zeiten notieren, wo der überdrehte Geist den angespannten Körper aus einer erschöpften Ruhephase reißt und zu nötigen Anstrengungen zwingt. Dämmerdauerschlaf endet, wenn Schocks den Überlebensmechanismus mit Adrenalinstößen in Aktionen zwingen: "ACTION!" Und raus aus den warmen Federn ins "SURVIVAL OF THE FITTEST!"   




Nach meinen mittlerweile mehr als sieben Jahrzehnten ist es Zeit, des Endes zu gedenken. "Memento mori" übersetzt Wiki:

Der Ausdruck Memento mori (lat. ‚Sei dir der Sterblichkeit bewusst‘) entstammt dem  mittelalterlichen Mönchslatein. Er ist ein Symbol der Vanitas, der Vergänglichkeit...

Doch bis wir vergehen, wollen wir bestehen - in Sturm, Wind und Wetter, in Hitze wie Kälte. Die Frau träumt vom Häuschen mit Garten. Seit meiner Marokko-Fahrt 2012 fantasiert meine Traumwelt vom "Winter im Warmen".




2012: Marokko  Den langen Weg dieselte 2014 meine Frau mit mir ins sonnige Winterland Marokko.




2013: Portugal

Auch die häufig einfallenden Atlantiktiefs konnten mit ihren kurzen Schauern dem Wanderer durch die faszinierenden Städte und Landschaften die Freude an Portugal nicht nehmen.



2015: Sizilien und 2016

Sizilien ist schneller zu erreichen als Portugal oder Marokko. Wie in Portugal findet der Reisende nach kurzen Wegstrecken brauchbare Camps, an denen man gerne länger verweilt.




2016 war der Sommer mit der Friedensfahrt Moskau die aufregendste und anstrengendste Reise im Tross unter Leitung, Organisation und Führung von Dr. Rainer Rothfuss. Auch wenn Dr. Rothfuss die Reise mit Treffen und Feierlichkeiten an ausgesuchten Gedenkstätten genial geplant hatte, tat mir nach diesen kurzen, intensiven Wochen in Russland die erholsame Ruhe in Polen und Ungarn gut.






2017 war eine Winterreise nach Ehrwald in Österreich und das Frühjahr daheim wunderschön. Im Sommer begleitete mich meine Frau auf der zweiten Russlandreise nach St. Petersburg.




Meine Versuche, die kyrillische Schrift und Russisch zu lernen, sind nicht weit gekommen. Der schwere Anfang mit Babbel ist schon wieder vergessen.


2018 stand mein Wohnmobil im Wonnemonat Mai vor der Moschee in der Heiligen türkischen Stadt Konya. Großzügig gab mir der Grenzer bei der Einreise in die Türkei drei Monate Aufenthalt, die meine wochenlange Rundfahrt im Land nicht vollständig nutzte.





Mit fleißigen Fingern entstand aus diesen Reiseblogs wieder ein Buch.






2019 begeisterten mich drei Frühlings frohe Monate in Frankreich. Notre Dame stand noch unversehrt in stolzer Pracht, brannte zwei Wochen später. Die Ereignisse überschlugen sich in diesem Jahr, dass mir Zeit und Energie fehlten, die Blogs der Frankreichfahrt als Buch zu verarbeiten und zu veröffentlichen.



Ab dem achten August haben wir statt München das lauschige Städtchen Sonneberg in Thürigen zu unserer neuen Heimat erkoren.


Seit 1997 haben wir in der schönen, ruhigen Wohnung im Münchener Norden nahe der Isar gelebt. Der Radweg durch den Englischen Garten führte bis zur Bayerischen Staatskanzlei. Es fällt mir schwer, meine Wurzeln dort zu kappen. München Adé!

Meine Frau fegt aus. Mit Blick in den Garten entstanden am Schreibtisch die Bücher, welche mittlerweile 190.000 Kilometer mich im VW-Wohnmobil kreuz und quer, allein oder mit ihr durch die schöne, weite Welt geführt haben. An der Heizung erinnert ein in Polyester gerahmtes Titelbild an meine Arbeit als Fachredakteur bei der DOS International, dem heutigen PC Magazin.


Zu Festen war die Küche mit den gebrauchten Möbeln schon mal so voll, dass die Menschen sehr eng zusammen rücken mussten, um Platz zu finden.


Den Schrank mit dem Regal hatte der erste Freund meiner Tochter eingebaut.


Den Lattenrost vom Bett haben wir in der ersten Fuhre nicht mehr in den Anhänger gebracht, die wir in Sonneberg ausgeladen haben. Der Anhänger ist für eine Woche gemietet. So nutzen wir ihn für eine weitere Umzugsfahrt. Es geht von Sonneberg mit einer Übernachtung in Baunach zurück nach München - 300 Kilometer.


Dies war unser Schlafzimmer mit Blick ins Grüne. Einst stand eine gewaltige Esche am Ende des Grundstücks. Doch weil ein großer Teil abbrach, musste der Baum gefällt werden. Wie sich das neue Bäumchen hoch kämpft, werden wir nicht mehr sehen.



Wie alle Marktfahrer nutzt meine Frau lieber gebrauchte, kostenlose Bananenkartons für den Umzug. Handelsübliche Umzugskartons sind weniger stabil..


Stück für Stück füllt sich der in Bamberg gemietete Doppelachsen-Anhänger - Gesamtgewicht zwei Tonnen.



Seit Tagen hatte meine Frau mit ihrem VW-Bus vor dem Haus geparkt, die Parkbucht für mein WoMo mit Anhängern mit Stühlen reserviert. Fünf Minuten vor unserer Ankunft parkte dennoch ein Fahrer dort ein, er stellte unsere Stühle zur Seite.


Endlich wieder auf der Strecke am denkwürdigen Tag der Einheit Richtung Norden, von München nach Bamberg. Mittlerweile ist das Auto mir eher ein friedliches, warmes, schützendes, sauberes Heim als die Baustelle in Sonneberg und mein provisorisches Leben zwischen Umzugskartons.


Bei unserem hilfreichen Freund bei Bamberg übernachteten wir vor der Weiterfahrt ins 60 Kilometer entfernte Sonneberg.


Der Freund hat sich mit seiner Frau exquisit eingerichtet. Von so einer gemütlichen Atmosphäre daheim können wir nur träumen.





Immerhin sind bei unserer Baustelle in Sonneberg Heizkörper provisorisch angeschlossen. Anscheinend ist Wasser aus den Heizleitungen ausgelaufen und hat diesen Fleck an der Decke gezeichnet. Dieser Fleck war zwei Tage zuvor bei meiner Abfahrt nach München noch nicht.



 Der Heizkörper in unserer Baustelle steht auf Ziegelsteinen und kämpft gegen Kälte, Nässe, Mief und Muff.


Extinction Rebellion


Wir kämpfen gegen das katastrophale Klima im Haus. Kollektive Kampfverbände marschieren gegen die globale Klimakatastrophe und das Aussterben von allerlei Arten auf Straßen und Plätzen. Endzeitstimmung im Endzeitkampf. Solange Menschen kämpfen, fühlen sie sich halbwegs lebendig, egal wofür oder wogegen, Hauptsache Kampf!


Am konsequentesten kämpft gegen die Auslöschung der Arten die US demokratische Aktivistin AOC. Sie schreit sich soviel Aufmerksamkeit, Anerkennung oder Ablehnung egal, zusammen, dass ihr Name gleichsam wie ein Warenzeichen wirkt: "AOC".


Wenn die dummen Deutschen den Plan von Morgenthau umgesetzt haben, kann es nur noch eine nächste Stufe geben zum globalen, massenpsychotischen Selbstmord.

Der Morgenthau-Plan vom August 1944 war ein vom damaligen US-amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau veranlasster Entwurf zur Umwandlung Deutschlands in einen Agrarstaat nach dem absehbaren Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg.

"AOC" präsentiert die Lösung, bizarr, wirksam, wohl wahr: "Eat the babies".



Fleischhauer, als letzte Stimme der Vernunft mit seinem "Schwarzen Kanal" vom SPIEGEL rausgekickt, mault bei Twitter.





Das gesamtdeutsche Wunder, der Tag der Einheit

 



Der Beitrag lohnt des Lesens Mühe!

Welch oppulenter, Fakten basierter, sachlich, nahezu Wissenschaftsjournalistisch aufbereitetes Meisterwerk! Danke, Philolaos!

Die meisten Menschen haben kaum Zeit, Geduld, Interesse, vielfach auch nicht die geistige Kapazität, die Zusammenhänge so klar aufzuarbeiten, darzustellen und im Blog "Bayern-ist-frei" zu veröffentlichen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Menschen eher von Gefühlen geleitet und bestimmt werden als von Fakten, wie sie Philolaos vor uns ausbreitet. Das fühlige Narrativ zur Zeit belohnt verblödendes Vergessen, Verdrängen und baut Macht, Einfluss, Anerkennung und Ansehen auf sandigem Schlamm verlogener Massenbeeinflussung.

Der Kult um Schuld, Scham und Schande schärft das eine Scherenblatt - wie periodisch auftretenden Forderungen der Reparationsindustrieen.

Das andere Scherenblatt schärfen kakophonische Katastrophenklänge - mal von kommender Eiszeit, dann von überflutenden Wogen bis zur rheinischen Tiefebene, sterbende Wälder von Ozon bis zu CO2 - und die so geschärften Scherenblätter mit feministisch geschultem Geschwätzpersonal sogenannter Geisteswissenschaftler*Innen zwacken mehr als nur Steuern ab, die Scheren schneiden Männer von ihrer energetischen Wurzel ab, Frauen von ihrem Gefühl und ihrem Herzen für Heim, Familie und Kinder....

...nur ein paar tapsige Fingerübungen vor unserem anstehenden Umzug nach Thüringen mit gepackten Autos, einem schweren Anhänger ....

... und wie immer sind die Nachrichten von Russia Today, die Arbeiten in alternvativen Medien wie hier von Philolaos näher an meinem Gefühl, treffen besser meinen Informationsstand in Jahrzehnten erarbeitet und gesammelt...

Meine Entscheidung?

... weg, weit weg aus dem Strudel des Niedergangs in Megamüll-München, weg aus Mannheim, Duisburg, München, Stuttgart, geflutete Städte mit Wahn einer Grün-Roten Schickeria, der mit Rot-Grünem-Verbots-und-Vorschriften-Verteilungssozialismus das Blaue vom Himmel verspricht und erstaunt reiben sich die Menschen den Augen, über das was ist und kommt.



Der belesene Freund floydmasika erweitert meinen Kommentar mit bemerkenswerken Gedanken.

BayernIstFREI 4. Okt. um 9:09
Aktionen
In seinem Buch "Bis zum Verrat der Freiheit: die Gesellschaft der Bundesrepublik und die DDR" zeigt der Bayreuther Politologe Prof. Dr. Konrad Löw, wie die Eliten der Bundesrepublik Deutschland bis zu letzt gegen die Wiedervereinigung Deutschlands kämpften und der DDR-Führung die Stange hielten. Er geht Kapitel für Kapitel alle Eliten durch. Bei den klerikalen Elliten zeigt sich z.B. dass EKD und Juden besonders antipatriotisch waren, wohingegen die RKK sich teilweise als Refugium gesunden Verstandes bewährte. Patriotische Restbestände hatten sich auch in der CDU/CSU noch gehalten, und Helmut Kohl erwies sich im richtigen Moment als würdiger Enkel Adenauers, nachdem patriotische Bürger des Ostens ihm den Mantel der Geschichte ausgebreitet hatten.
Heute möchte man sich fragen, ob es nicht ein patriotischer Akt wäre, von Sachsen ausgehend eine wirkliche deutsche demokratische Republik neu zu gründen und zusammen mit anderen osteuropäischen Staaten, gerne auch mit Mauer und Moskauer Hegemonie, von Deutschland und Europa zu retten, was noch zu retten ist. Denn der Westen war schon 1989 absolut vertrauensunwürdig und ist von Jahrzehnt zu Jahrzehnt verrückter geworden. Auch die aktuellen Verrücktheiten des amerikanischen Tiefenstaates erinnern uns an die Roosevelt-Jahre und daran, dass Egalitärfrömmelei, Kommunismus, Globalismus und dergleichen "aufklärerische und humanitäre Werte" westliche Projekte waren und sind. Einigkeit, Recht und Freiheit kann man eben nur mit einem Volk anstreben, das auch eines sein will.

Verwundert reibt man sich die Augen: Während die US-Aktivistin AOC in New York auf offener Bühne "EAT THE BABIES" fordert, rettet sich der Kommentator floydmasika, wer dies denn kann, in eine "wirklich Deutsche Demokratische Republik... gerne auch mit Mauer und Moskauer Hegemonie"

Pirincci im Zentrum der Lügen

 

Wie meine Frau den Lärm und Gestank der Großstadt München nicht mehr aushalten wollte, so sind mir kaum mehr die Meldungen aus dem Land und über und von unserem Land auszuhalten. Pirincci krönt - wie so oft in meinen Blogs - meine krausen Gedanken.



Die Klugscheisserei der Fingerfuzzi tappern ihre Trotteleien in die Tastatur. Natürlich hält sich jeder dieser dreisten Deppen für den Besten, bestenfalls bekommt der Tastentölpel Geld für seine Sermone. Pirincci, Klonovsky, Broder. Die andern Luschen, die für nichts und wieder nichts ihren Dummfug delirieren, lesen zumindest selbst ihren Schwaber, um sich dabei zu amüsieren. Am amüsantesten, wenn ein getroffener Hund heult bei der Lektüre oder zustimmend winselt oder widersprüchlich keifend anspringt. Hauptsache gelesen und kommentiert, oder?

 Die Klugscheisserei politischer Büttenredner ist um Potenzen gräßlicher, giftiger, gemeiner. Wer da nicht professionell die Schwarze Kunst der Lüge, der Blenderei und vor allem der aggressiven Anmache versteht, braucht gar nicht erst sein Maul aufmachen.

 Politschriftsteller sind schon eine üble Spezies. Mehrheitlich lassen sich solche Schmierschreiber als Maulhuren von Politprofis ficken. Tut wohl weh, gibt aber Schmerzengeld - sprich Zeilenhonorar.

 Anders die Schmierschreiber, welche sich 'nen Spass d'raus machen, die furchtbaren Fakten der Dreckspolitprofis frei von Ekel aus den kakophonischen Kloakenkanälen raus zu popeln und aufzuarbeiten.

 Gesund ist weder das Eine noch Andere. Was tun?

 Auf, auf - in die Wälder! :-)




Na, immerhin hat mir mein Kommentar zu Pirinccis Arbeit 16 mal den Daumen nach unten eingebracht! Was will der Autor mehr von seinem beklagenswerten Leser, der sich durch diese wie andere Texte müht?
Leselust befreit von Frust....





30 September 2019

Sonneberg - fremde, neue Welt voller Geheimnisse und Abenteuer

Seit bald zwei Monaten dreht sich alles um das große Haus mit 130 Quadratmetern verglichen mit allem, was zuvor mir Haus und Heimat war. Im Wohnmobil von sechs mal zwei Metern Grundfläche lässt es sich geheizt und vergleichsweise sauber und angenehm leben. Ins bald 90 Jahre alte Haus zieht hingegen im Herbst Kälte und Feuchtigkeit, zieht in Mauern und Keller. Bislang ein unwirtlicher Ort.

Ohne Kämpfer kein Kampf, ohne Kampf kein Leben.
Akif Pirincci, Felidae, letzter Satz im dritten Kapitel




Anstatt in diesem Sommer meine vergehende Lebenszeit mit der geplanten Irlandreise zu nutzen, hat mich Geplärr seit Jahren meines holden Weibes weich gekocht. So haben wir unser Haus mit Garten gekauft, ein Haus zum Herrichten. Die Renovierung kostet mehr als das Haus, soviel ist sicher.




Das Baxenteichbad hat seit dem 1. September geschlossen. Später renovierten Arbeiter die Anlage, vielleicht für mich eine letzte Chance auf einer Liege dem vergangenen Sommer nach zu träumen? Nein, die Arbeiter vertreiben mich, es sei wegen der Gefahrenlage nahe dem Wasser im Becken nicht erlaubt, sich dort aufzuhalten.

Auf meinen einsamen Reisen sind mir in den letzten sieben Jahren die Menschen fremd und fremder geworden. Seit der Entscheidung zum Hauskauf am 8.8. erfordern Organisation, Umzug, Ummeldung sowie Sanierung des Hauses Treffen, Gespräche und Verhandlungen mit sehr vielen Menschen.




Adieu Baxenteichbad, adieu Sommer, adieu vergangenes Reisejahr - zumindest mit einer herrlichen Frühjahrsreise nach Frankreich, drei kurzweilige Monate.

Jetzt also Treffen, Gespräche, Verhandlungen, Abmachungen, Termine mit Menschen, mit sehr vielen Menschen, mit hilfreichen und freundlichen Menschen, Menschen im Landratsamt, Wasserversorgungsamt, Einwohnermeldeamt, Stromversorgungsamt, Abfallentsorgungsamt, Treffen mit Versicherungmaklern von Allianz und HUK, mit Handwerkern für die Elektrik, für Fenster, Böden, Gas, Wasser, Sanitär und noch viel mehr.




Zwischen den Treffen mit all den vielen, lieben, hilfreichen, freundlichen, nützlichen, wohlwollenden Menschen lässt sich von einer Reise träumen. Auf Schusters Rappen oder auf meinem Drahtesel lässt sich schwerlich weiter reisen als in die Innenstadt von Sonneberg und in die ländliche Umgebung am Rande des Thüringer Waldes. Auf einem Simson-Moped, einem MZ-Motorrad ließe sich die Gegend im Umkreis von Hunderten Kilometern erkunden.


Mit dem Dachzelt auf dem Trabant, welches man von hinten über eine Eisenleiter erklimmt, könnte man dem Herbst und Winter in 'schland entfliehen, in den sonnigen Süden ziehen, aber ach, die Sanierung, Renovierung, der Besitz des alten Hauses hängt wie ein Klotz mir am Bein.


In Sonneberg geht die Reise soweit mit dem Rad, bis Schilder mit fremd klingenden Namen den Reisenden in die weite Welt locken, so nah doch nur - ein paar Kilometer wohl nur weiter. Lockende Name in eine geheimnisvolle, fremde, neue Welt mit klingenden Namen wie Wehd, Forschengereuth, Mürschnitz, Meilschnitz, Wildenheid bbis hin nach Neustadt b. Coburg. Zunächst geht es langsam Schritt für Schritt in die schöne, neue Welt.



Die Welt mag Gott in sieben Tagen erschaffen haben, ein armseliges Menschlein müht sich Woche um Woche, Tag für Tag, Stunde um Stunde, dass das alte Haus einmal irgendwann wie neu erstrahlt - nach Monaten vielleicht einmal.


Geheimnisvolle Marktplätze lassen die lange Geschichte in der Altstadt in Sonneberg ahnen, wo Händler ihre Schätze ausbreiteten, von der Erde genommen, von der Erde genährt, die zur Erde Zurückkehrenden erhalten und erhandelt haben.


Wagemutige Burschen knattern auf  flotten Simson Mopeds über das Kopfsteinpflaster. In der herbstlichen Sonne zieht der Fahrer einen langen Schatten hinter sich her.


Auf Schusters Rappen sieht man mehr noch als vom sausenden Drahtesel aus, erblickt befremdliche Hinweise auf die verfluchte Vogelschissperiode unserer Geschichte, die sich Generationen später den Menschen, die schon-zu-lange-hier-leben, wie Mühlsteine um den Halskragen legen, mit denen sie hoch dotierte Experten der Erinnerungskultur ins Schuld- und Sühnebad treiben. Das sind Masochisten der Art, die erst kurzes Glück erfahren, wenn sie auch andere quälen.



Erinnere Dich wohl, Du CO2 verschleuderndes Monster und trage die Schuld der Väter, Großväter und Urgroßväter als Fluch bis in siebte, siebenhunderste Generation Deiner Nachgeborenen, vorausgesetzt ein deutsches Weib beschenkt Dich Verfluchten mit solchem Fortpflanzungserfolg, wo doch die neuen Herren des Landes soviel agiler, attraktiver und anti-arisch dazu noch sind, Amen und Aus.



Zum Glück lässt sich im stillen Kämmerlein durch Raum und Zeit reisen, sofern das Internet den Wanderer mit dem Datenschatz verbindet.



Handwerk, Handel, Ackerbau und Viehzucht haben die Menschen satt und reich gemacht.´Lauschige Ecken allerorten im Land erinnern daran und zeigen bis heute, was findige Geister und geschickte Hände geschafft haben und weiterhin schaffen.



Lauschige Ecken, sprudelnde, gluckernde Bächlein, in denen schwarze Fische sich tummeln, das schwarz, weiße Lichtspiel der Fachwerkhauswand im Abendsonnenschein lassen den Fremden heimisch werden in einer beschaulichen, friedlichen Welt - für ein paar glückliche Augenblicke.


Das Gurren der Tauben aus ihrem Verschlag am Wegrand stimmt fröhlich und friedlich. Kaum ein Motor, kein Rasenmäher, keine Kreissäge stört die Idylle.


Ein wohlhabender Genießer hat sich eine kunstvolle Laube schmieden lassen und in seinen höher liegenden Garten platziert. So sieht er von oben das Treiben der Menschen vor seinem Anwesen.



Die Schilder sind neu, die Brücken uralt. Steinmetze haben die Pfeiler vor Jahrhunderten kunstvoll verziert. Kraut und Strauch kämpfen sich am Bachrand aus dem steinigen Untergrund an Licht und Sonne.


Stadt und Steine liegen wie ein Freilichtmuseum vor den Füßen, vor den Augen, vor dem Herzen des Wanderes. Wanderer, kommst Du nach Sonneberg, so nimm Dir Zeit, viel Zeit. Ein Tag reicht zu weniger als nichts, in der ersten Woche siehst Du einiges, nach einem Monat fallen Dir Feinheiten auf, vielleicht wirst Du nach einem Jahr dort heimisch, vielleicht erst nach zehn Jahren oder nimmerdar.



Lass Dich nicht schrecken von Stein oder Holz gewordenen gespenstischen Skulpturen. Die Menschen haben hier gelebt in Krieg, in Frieden, nach dem Krieg in einem Staat, von dem jetzt Filme und Dokus Beschwerliches berichten. Doch wer es nicht selbst erlebt hat, wird den Staat in der Zeit wohl ebenso wenig nachfühlend verstehen, wie wir die Zeit unserer Väter, Großväter und Urgroßväter aus der verfluchten Vogelschissperiode.



Wenn mir die Zeit noch bleibt, wenn unser 90-Jahr altes Haus in Sonneberg denn einmal saniert und bewohnbar sein wird, dann zieht es mich kaum mehr in die Ferne, nicht mehr in lauschige Ecken von München, nicht mehr in die abenteuerlichen Gefilde von Gelsenkirchen, der Dortmunder Nordstadt oder nach Duisburg Marxloh, dann wäre es mir wichtig zu wissen, wie es aussieht in dieser Welt voller Geheimnisse, voll unerforschter Stellen und Plätze.


Wie mag es aussehen, wie mag die Luft schmecken an Orten wie

Zur Dachs, Steinbank, Drehweg, Froschteich, Zum Mahrla, Zum Mäcki, Schlossberg?


Oktober, November, Dezember, Januar, Februar: Der Boden wird schlüpfrig, naß, glatt, eisig. In den Bergen, 400 Meter über der Stadt im doch so nahen Neuhaus am Rennweg, wo die Sonneberger Bahn über Viadukte 25 Kilometer aufwärts dieselnd sich schiebt, werden Skifahrer die Hänge nutzen.


Wie werden Stadt, Land, Berge, Wälder, Gärten und Felder aussehen, wenn der Blumen- und Blütenschmuck unter Eiskappen von Schnee verschwindet, wenn Rauchfahnen aus den Schornsteinen steigen, wird unser Haus dann endlich warm und wohnlich werden?


Den großen Trecker mit schweren Gewichten vor der Vorderachse fährt mit dem historischen H-Kennzeichen. Vielleicht fürchten die Menschen sich aus vergangen erlittenem Leid vor Unheil und erachten die Daten eines Nummernschildes als schutzwürdig? Mir sind die Sonnenberger Geheimnisse noch verschlossen.



Wie ein alter Fuchs, der über dünnes, knackendes Eis schleicht, erforschen vorsichtige, erste Schritte meine Wege rund um unser altes Haus, in die wunderbare Umgebung, in die einst so reiche Stadt der Spielzeugindustrie - und der Kriegsproduktion von Zahnrädern höchster Präzision. Doch davon später mehr.




Käse, Fisch, Gemüse, Brot und Kuchen verkaufen die Händler vor dem Rathaus, auf dem Rathausplatz. Dort spricht Höcke am letzten Septembersonntag um 13.00, den seine Gegner "Faschisten" schimpfen dürfen.




Meine Neugier ließ sich nicht die zügeln, die Tür zum Rathaussaal zu öffnen. Der Saal strahlt Würde, Ruhe und Autorität aus für die, welche vorne am Podium auftreten. Der Chronist versinkt in seinen Sonneberger Gedanken, vergisst dabei, dass sein Teewasser auf der Gasflamme langsam verkocht, bis ihn Gestank alarmiert. Andermal vergisst der Chronist den Tee, der mit dem Teebeutel erkaltet, der Chronist vergisst die Welt ringsum. Sonneberg füllt Herzen und Sinne, zeigt sich in stetig wechselndem Licht, beim Spiel wild ziehender Wolken, die an bewaldeten Hügelhängen kratzen. Sonneberg feiert Feste voller Lebenslust und Sinnesfreunden.

Stadt- und Museumsfest

 

Sogar mein lieber Bruder reist mit seiner Frau an zu diesem Fest in Sonneberg. Das ist umso bewundernswerter, als es ihn zu meinen mehr als 20 Jahren in München nur einmal zu einer Übernachtung in die "Weltstadt mit Herz" gezogen hat zu einer Stadtbesichtigung mit dem Touristenbus.



Doch nach Sonneberg wolle er wieder einmal reisen. Sein Hymer mit historischem Kennzeichen bewältigt die 400 Kilometer von Dortmund nach Sonneberg in wenigen Stunden.





Sein Blog  "Reise nach Sonneberg" und ein YouTube-Clip berichten von dieser Reise und seinen Eindrücken in Sonneberg. 
https://www.youtube.com/watch?v=bISj9cwODZk&feature=youtu.be


Der Film erinnert mit den Lichtgestalten auf Stelzen in der Bahnhofstraße und und mit Bildern aus dem Sonneberger Spielzeugmuseum an dies sonnige, schöne, friedliche und freudvolle Wochenende.


Wer unsere östlichen Bundesländer erst nach der Wende besucht hat, staunt verwundert im Sonneberger Eisenbahnmuseum über Flair und Atmosphäre einer vergangenen Zeit. Neben dem Fuhrpark auf dem Platz sollte man die Aufschriften der Gebäude beachten.
HO-Gaststätte - Zum Fresswürfel, 1000 kleine Dinge, Getränkestützpunkt

 Die Marktverkäufer versorgen hungrige Gäste auf dem Stadtfest auch aus dieser Gulaschkanone, wie wir diese Fahrzeuge nannten. Solche mobile Großküchen haben uns auf der Friedensfahrt Moskau 2012 auch vorzüglich verköstigt.


"Kaufhalle" ist auch mir ein gängiger Begriff. Doch was heißt "HO"? Die Abkürzung "VEB" hat mir ein Kundiger als "Volkseigener Betrieb" entschlüsselt - gleich passend zu den im alten  Haus verbauten Installationen an Elektro- und Wasserleitungen mit "Vorsicht es bröckelt".  Wofür aber steht "HO"?



Was wäre der Chronist ohne die Recherche im Internet? Die Eingeborenen in Dresden speisten tatsächlich in ihrem "Fresswürfel".  Das war keine witzige Erfingung im Eisenbahnmuseum. Was ist Dichtung, was ist Wahrheit in dieser geheimnisvollen Welt?




Verschmitzte Gesichter mit klingenden Titeln im Eisenbahnmuseumsland wie "Reichsbahnobersekretär", die zudem über eine Zugangsautorität wie "Eingangs- u. Gesichtskontrolle" verfügen, könnten ja auch als Ideengeber sich eine Gaststätte in Form, Aussehen und Gestalt als "Fresswürfel" erdacht haben, oder? Nein, es gab dies alles wirklich und wahrhaftig, auch die HO-Betriebe.



Wiki weiß - wie zumeist - Rat und Hilfe. Logisch doch "HO" heißt "Handelsorganisation"Hätten genormte Produkte einer volkseigenen Handelsorganisation die Bedürfnisse der Menschen leichter, besser und umweltfreundlicher befriedigen können, als ein gnadenloser, weltweiter Konkurrenzkampf?  Dieser Blödmann Pirincci faselt von der Spermienkonkurrenz. Ein rolliges Katzenweibchen solle sich nur von ihrem ausgewählten Liebhaber bespringen lassen, den allein und nur sie als empfangsbereite Dame auswählen solle.


Ohne Kämpfer kein Kampf, ohne Kampf kein Leben.


Begründet Biologie etwa den gnadenlosen, globalen kapitalistischen Konkurrenzkampf als Kampf der Spermienkonkurrenz zur Befruchtung einer Eizelle? Oder soll man in die Ode an die Freude fröhlich einstimmen, wo der Dichterfürst den größten Tonsetzer des Landes im Chor jubeln lässt:

Alle Menschen werden Brüder...

Schon klar, vorausgesetzt alle Menschen werden Muslimbrüder. Lassen wir das biologische Primat der Politik bei befruchtbereiten Backfischen lieber beiseite, sonst landen wir gleich bei meinen jugendlichen Irrungen und Wirrungen meines brotlosen Kabaretts von 1978, vor 41 Jahren!



Was meine damaligen Delirien wie von
HEILIG GEHALTENEN HUREN IM BORDELL KAPITALISTISCHER WARENANARCHIE
gemeint haben könnten, dürften wohl einige Menschen in Thüringen, Sachsen, Brandenburg nach dem rüden Wirken der Treuhand empfinden und erfahren haben. Vom gnadenlosen Abwürgen und Ausmerzen östlicher Konkurrenz zeugen bis heute Industrieruinen im Land. Namen, Lage und Grenzen dieser neuen Länder sollten sich meinem unwilligen, alternden Gedächtnis langsam einprägen,....


....ohne mich laufend meiner Gedächtnisstütze von Wiki bedienen zu müssen.

Ach, es gibt mehr zu lernen und zu begreifen, als mein altes, armes Hirnkastel wohl noch speichern kann in meinen verbleibenden Tagen, Wochen, Monaten - vielleicht sogar Jahren. Allein der Stadtplan von Sonneberg, den die freundliche, hilfsbereite Dame von der Touri-Info im Bahnhof verschenkt, zeigt eine Unzahl von umgebenden Orten und Weilern, deren Namen zu merken nur den dort Geborenen gegeben sein dürfte.



Zu den Stadtteilen von Sonneberg kommen in der Umgebung zahlreiche kleine Nester, welche die Stadtkarte mit ihren Straßennamen einzeln aufführt.


Hier warten wunderschöne Örtchen mit lauschigen Häuschen in Sonnebergs reizvoller Umgebung auf ihre Erforschung wie

Neustadt b.C., Boderndorf, Kemmaten, Wellmersorf, Birkig, Fechheim, Horb, Unterwasungen, Aicha, Mittelwasungen, Mupperg, Berg, Plestes
Sich allerdings diese Namen zu merken, kommt dem Lernen von Vokabeln einer fremden Sprache gleich - zum Haare ausraufen, wenn denn da noch welche wären.



Schon mein Töchterchen selig hatte mir vor Jahrzehnten in ihrem Waldorf Kindergarten ein Zwerglein gebastelt, was sie mir mit den Worten schenkte: "So ein Zausel bist Du Papa!" Das Einzige, was sich geändert hat im Laufe der Zeit, sind die verlorenen Zauseln. Ein Haarkranz verblieb um den bald Glatzen blanken Eierkopp.






Unaufhörlich geht es weiter auf dem Jahrmarkt des Lebens, ein Gehen und Vergehen. So fallen Sonntage wie bunte Perlen in der Schnur grauer Tage aus, an denen Mensch wie Tier ihr Tagwerk unverdrossen verrichten nach ewigen, unverändlichen Regeln der Lebensuhr. 





Unvergesslich das Stadt- und Museumsfest in Sonneberg bei strahlendem Sonnenschein und freiem Eintritt in das berühmte Spielzeugmuseum.


Gespenstische Lichtgestalten stelzten durch die Bahnhofstraße. Eine Woche später endet der September mit Höcke als Starredner der AfD-Veranstaltung auf dem Rathausplatz.


Björn Höcke auf dem Rathausplatz in Sonneberg



In einer kleinen Stadt mit etwa 25.000 Menschen sind Feste und politische Wahlveranstaltungen ein bemerkenswertes Ereignis. Die LINKEN im Stadtpark zuvor bekamen weniger Zulauf und Aufmerksamkeit.

Björn bietet Sonneberg die nächste Attraktion - landauf, landab mit der plakatierten Rede dieses Volkstribuns. Im Vorprogramm jazzt der Ansager Björn Höcke als "kommenden, neuen Ministerpräsidenten Thüringens" hoch. Schau'ma mal, dann seh'n mia scho.




Der Meister freier, feuriger Rede kommt zwar nicht um 13.00 Uhr, wie angekündigt, sondern nach Tanz und Tralala gegen 16.30 Uhr, weil er zuvor noch in einer anderen Stadt seine eindrucksvolle Rede hält.

Unser altes Haus liegt so nah am Rathausplatz, dass mich mein Drahtesel nach ersten ermüdenden Ansprachen heim trägt, um in einer ruhigen Pause Salat und alkoholfreies Bier, Tee und Lebkuchen zu genießen. Was Höcke auf dem Rathausplatz in Sonneberg am Sonntag verkündet, werden ihm dankbare Wähler bestätigen und lohnen.



Große und kleine Menschen ehren unser Land mit seiner Nationalflagge.


Die Kleine schwenkt die Deutschlandflagge im Takt zur Musik bei der AfD-Veranstaltung in Sonneberg am 29.09.2019 auf dem Rathausplatz - ein Clip von drei Sekunden.



Bis Höcke endlich gegen 16.30 Uhr anfängt bei der Veranstaltung, die schon um 13.00 Uhr begann, ist gar das Bier ausverkauft.


Im Gegensatz zu vergleichbaren Veranstaltungen in München können die Menschen in Sonneberg ungestört den Rednern zuhören. Die Minderheit der linken Gegendemonstranten hält die Polizei in ausreichender Entfernung, dass ihr Trommeln und Pfeifen als folkloristische Untermalung aus der Ferne nicht weiter stört. In München müsste sich die alternative Opposition gegen aufgehetzte Antifanten der rot-rot-grünen Mehrheitsgesellschaft in einem Verhältnis eins gegen zehn durchsetzen. Hier sind drei bis viermal mehr Interessierte bei der AfD-Veranstaltung als lärmende Rabauken bei den Linkschaoten. Und die hält die Polizei gut in Schach.




https://youtu.be/SApBzSOV68I


Ungehindert von der im Westen unerträglichen Randale klingt der Sonntag nachmittag dieser denkwürdigen AfD-Veranstaltung mit dem kraftvollen Absingen der Nationalhymne aus.






Aus den Niederungen der Politik in die heilsame Natur






Unser Wohnort zwischen Stadt und Land gibt mir freien Blick in die bewaldete Natur.


Ein paar Schritte vor die Haustür muss man nicht der donnernden Lastwagen achten, die über die Freisinger Landstraße in München die grüne Ampel mit der Abzweigung zur Autobahn Nürnberg noch erreichen wollen. Kaltblüter trotzen dem Regen. Hühner laufen zum Zaun mir entgegen in Erwartung auf Futter. Mir erscheint schmutzige Politik nebensächlich gegen die heilsamen Wunder der Natur.




Wenige Kilometer entfernt vom zentralen Rathausplatz sprießen Fliegenpilze aus dem feuchten Herbstboden. Birnen und Haselnüsse liegen in  verschwenderischer Menge auf den Wegen, an denen zuvor wir im Sommer an den Hecken am Wegrand Brombeeren gepflückt haben.



Der Eichbergweg führt hinter dem Haus direkt in den Wald. In der Ferne blickt man nach Franken, was für die Menschen in Sonneberg für Jahrzehnte ein fremdes, verschlossenes Land geblieben war. Jetzt erreicht man es mit dem Fahrrad in zehn Minuten.



An grauen Nachmittagen führen mich kleine Radtouren in die verlassene Umgebung Richtung Westen. Das Gebiet war gesperrt in früheren Zeiten, in den vor früheren Zeiten als hoch gesichertes Gelände zur Kriegsproduktion.



Hier geht es westlich von Bettelhecken in die dunkelste Periode der Vergangenheit: In Zwangsarbeit entstanden hochwertige Rüstungsgüter der damaligen Zahnradwerke.




Der Weg in dies ehemalige Sperrgebiet vergangener Jahrzehnte führt durch verlassene Naturschutzgebiet. Im lauschigen See springt ein dicker Fisch übermütig in die Höhe.




Nach aufwändiger Recherche lassen sich Internet Spuren der ehmaligen Rüstungsbetriebe finden. Umso erstaunlicher, dass sich von den weitläufigen über- wie unterirdischen Anlagen heute keine Bilder mehr finden lassen.


Nächtliche Alpträume

Bald zwei Monate lang hält mich die Organisation der Arbeiten am alten Haus in Atem, das länger als ein Jahr lang unbewohnt und verwahrlost war. Schlaflose Nächte bereiten mir Terminabsprachen mit Handwerkern, eingeforderte Kostenvoranschläge, damit die Thüringer Aufbaubank den Sanierungsbonus gewährt.Wie mein Wisch-, Wasch-, Nähr- und Plärrbär sich in dieser für uns ungewohnten riesigen Fläche einmal einrichten will und wird, ist mir bislang vollkommen schleierhaft.

Nach den grob gezeichneten Plänen verfügt das Haus über 12 Räume.

Nr.   Raumbezeichnung           m x m           Abzugsfläche           Grundfläche qm

01. Wohnzimmer unten            4,00 x 3,10                                                  12,40
02. Schlafzimmer unten            4,00 x 3,50                                                  14,00
03. Küche unten                      4,30 x 3,75                                                  16,82
04. Bad unten                          1,65 x 3,74                                                    6,17
05. Abstellraum unten              4,00 x 3,74                                                  14,96
06. Wohnzimmer oben             5,00 x 3,30                                                  16,50
07. Schlafzimmer oben             3,80 x 3,60                                                  13,68
08. Flur oben                           2,30 x 2,70                                                    6,21
09. Balkon                               2,70 x 1,20             2,43                                0,81
10. Küche oben                       3,50 x 3,32                                                  11,62
11. WC oben                           1,40 x 3,32                                                   4,64
12. Arbeitszimmer oben            3,80 x 3,32                                                 12,60
14. WC unten                           0,90 x 0,90                                                   1,80
15. Flur unten                           2,50 x 1,20                                                    3,00
                                                                                                                    ------
                                                                                                                  135,22
  
So zielsicher, flink und sorgsam sie mit den ihr vertrauten Geräten wie Herd, Waschmaschine, Besen und Wischmob hantiert, so hilflos ist sie mit dem Computer, obgleich sie mehr als 20 Jahre mit mir die Chance hätte haben können, tiefer in digitale Gefilde vorzudringen. So dauert es am Telefon etwa eine Stunde geduldigster Beratung und Anweisung, bis sie die Anlage einer E-Mail vom Rechner auf den Drucker zu Papier bringt. Jubelnd beginnt sie ihren Sonntag damit, dass ihr eine E-Mail zu einem Angebot ein frohes Herz gemacht habe. Mein Beharren darauf, welche E-Mail sie meine, von wann und von wem, macht ihr das Herz wieder schwer. Verärgert bricht sie in künftiger Manier einer leicht erzürnbaren Schloßherrin und Dame von Welt wie eine erzürnte Diva das Telefonat ab. Hysterische aufbrausende Weibsgefühle sind das Letzte, was mir in dieser angespannten Situation der Hausrenovierung, des bevorstehenden Umzugs taugt. Der Wechsel vom einst so schmiegsamen, biegsamen, fügsamen Marktweiblein zur Miteigentümerin eines Hauses mit Garten schadet ihr sichtlich - und mir dazu. So anstrengend die Weihnachtsmärkte in Bamberg waren für uns, vor 10 Jahren schien mir unser Leben leichter und unbeschwerter zu sein. Ob wir in 130 Quadratmetern so glücklich zusammen sind wie in ihrer einstigen Weihnachtsmarkthütte von 12 Quadratmetern?



Ob sie mir wieder erträglich sein wird, wo mich das Jahr 2019 abgesehen von wenigen heimischen Tagen in der Einsamkeit meines Wohnmobils nicht gerade hat geduldiger werden lassen, bleibt abzuwarten. Zur Not gilt der Wahlspruch meines Freundes, der sich nach seinen letzten Reisejahren durch Südamerika in der Saison 2019/2020 mit seiner Freundin eine Jahr Australien gönnt. Sein Motto lautet.
Die Heimat des Abenteurers ist die Fremde.

Merkwürdig, wie mir Welt und die Menschen zunehmend fremder werden. Bislang war mir mein Wisch-, Wasch-, Nähr- und Plärrbär zumindest halbwegs vertraut, In Ahnung des Kommenden behandelte schon im März 2019 mein Blog das Thema  "Vom Haus in die Hauslosigkeit". 




Doch im März ging es für drei frohe, freie Monate ins Frühling erwachende Frankreich, bis die Fernsehantenne ihre Mitarbeit bei Wind und Wetter in Montpellier einstellte. Doch vom Oktober 2019 bis zum März 2020 liegt noch ein langer, kalter Winterweg vor uns. Es fröstelt mich bei dem Gedanken an unser 90 Jahr altes Haus mit feuchten Kellern und Wänden, in dem noch kein einziger Heizkörper wärmt.




Die abwechselungsreiche Woche wird erstmals an mein Wohnmobil einen Umzugswagen anhängen, um eine erste Fuhre aus München nach Sonneberg zu schaffen. Mein fleißiges Frauchen hat mehr als 50 Bananenkartons aus umgebenden Geschäften gesammelt und mit unseren Siebensachen gepackt. Eine schwere, doch schöne, sicher eine aufregende Zeit voller Geheimnisse und