19 September 2026

Boticas, Wut zum Sonntag, Monterroso, Sexy Sydney, Lugo, Asturien


Mein Abschied aus Portugal war schmerzlich, noch schmerzlicher mein erster Tag in Spanien. Doch nach zwei Tagen in Galizien geht's soweit besser, mich der unterdrückten Minderheit reproduktionsfähiger Frauen zu widmen. Lugo beeindruckt mich mit der römischen Stadtmauer und der Kathedrale. Die Woche endet am Meer auf spanischem Stell- und Badeplatz zwischen Ribadeo und Tapia Caserego.



Mein letztes Wochenende in Portugal ermüdet mich mit einem Radausflug in die wunderschöne Bergwelt. Was will der Autor in Boticas?



Wer hier im Campismo bei Chaves morgens bei neun Grad Celsius losstrampelt, immer munter bergauf durch die wunderbare Landschaft, der sieht gegen Mittag alt aus. Denn dann steigt das Thermometer im Womo auf 39 Grad Celsius.



Also, lieber Leser, so es dich gibt, so darf nicht denken, wer als Radler sich einpackt gegen die Kälte am Morgen. Der Weg ist das Ziel, darum geht es.



Vom Campismo bei Chaves saust du fünf Kilometer in diese schöne Stadt hinab, fährst über die Tamega-Brücke und kommst ans erste Bergdorf Curalha. Dort gibt es eine Abzweigung zur Talsperre, eine andere zur Burg, doch du willst ja den Weg als Ziel genießen. Als fährst Du - Stracks wie Zimmermann Richtung Ukraine - weiter, weiter in den Frieden portugiesischer Berglandschaft.



O.K., Casas Novas ist langweilig wie Klingbeils Beschwörungen über die "Größe der Aufgaben der Sozialdemokratie", aber dein Weg ist das Ziel. Sonst nichts.



Du hältst noch, um ein feudales Landhaus am Weg zu bewundern, auf dessen Türmchen ein Reiter hoch zu Ross rostet.



Außer den Rädern des E-Bikes Rosinante und den Euro-Zahlen an der Zapfsäule dreht sich natürlich nichts, weil zum einen kaum Fahrtwind mehr kühlt, zum anderen die Mittagsglut unangenehm zu wird.



Kommst Du, wackerer Radler, den Berg von Chaves hinauf nach S. Domingo, sei dir der Platz hinter der Kapelle empfohlen. Denn die Kapelle gibt Schatten und eine Mauer als Sitz.



Den Vögeln dort ist zu heiß bei September Sonne zu zwitschern, aber du kannst Dich des Pullis schon mal entledigen, den du morgens noch brauchtest.



Wenn Du, lieber Leser - so es dich gibt - lange und genau genug das Bild betrachtest, siehst Du in der rechten Ecke ein altes, zauseliges, kleines Männlein sitzen, was dort gerade zwei Käsebrötchen mit einer Dose Bier verzehrte.



Ja, wer meine Blogs kennt, weiß um die Schönheit Portugals. Aber muss es immer bergauf gehen nach Boticas?



Dass nicht nur in Portugal hier und da Wälder, Sträucher und Felder brennen, wissen mittleweile gutinformierte Kreise wie den Treibstoffpreis an der Zapfsäule.



Donnerwetter! Dass es bei Ortseinfahrt nach Sapelos ein wenig bergab mal wieder geht, freut den Radler.



Was mir an der Fahrt über Autobahnbrücken, wo Schilder mit Flußnamen stehen, bislang nie aufgefallen war, das fällt mir als Radler unter dieser Brücke auf: Wasser. Ja, dort fließt ein Fluß!



So es der Leser besser aushält bei diesen Bildchen und Buchstaben als AfD-Abgeordneter Baumann bei der Generaldebatte von Merz im Parlament weiß er nun, dass er auf der Strecke von Chaves nach Boticas auf dieser Brücke den Rio Terva überquert.



Vor dem Ortsschild von Sapiaos kommen mir andere Radler entgegen. Doch die machen es besser, die fahren bergab.



Ob der Weg, der das Ziel war, nun schon sein Ende findet?



Aber nein! Es ist nur eine Ansammliung von Häusern, wo es wieder keine Menschen, kaum Autos und allenfalls einen Hund gibt, der beim Vorbeifahren bellt, wenn er nicht zu müde ist.



Von einer kleinen Straße geht dort eine kleinere Straße ab nach Boticas. Ein Schild verweist auf Ribera de Pena, wohin es vorige Woche meine letzte Radtour nicht geschafft hatte.



Das ist nun Boticas. Meine Hoffnung: Hier gibt es Kaffee, der mich zur Rückfahrt stärkt.



Wie Merz seine Wähler enttäuscht so enttäuscht mich Boticas mit diesem Kaffee. Erstens ist es geschlossen, zweitens rödelt im Hintergrund der Zementmischer an der Baustelle, drittens ist mein letztes Wasser ausgetrunken, und ein paar Pistazien sind mein letzter Proviant.



Vor lauter Enttäuschung über Boticas wäre nicht einmal das Erinnerungsfoto an dies Dorfkirchlein in mein Bilderbuch gekommen, wenn nicht der Leser von der Kirchturmuhr hätte erfahren sollen, dass der müde Radler statt unter einem Baum ein paar Stunden Siesta zu halten, in der Mittagsglut um 12:15 Uhr zurück radelt nach Chaves.



Windjacke, Pulli, Nierengürtel, Handschuhe alles in Rucksack und Satteltasche verstaut, noch einmal von Boticas hinauf bis zu diesem Kreisverkehr, dann geht es fast immer bergab.



Genau auf dem Parkplatz von E.Leclerc macht der erste 500 Wh-Akku schlapp, meine Knie sowieso. Es gibt Reis, Fisch, Gemüse, Kaffee und einen Eclair chocolat. Von der Wasserflasche mit anderthalb Litern schlappt der schlappe Straßenhund gleich dreiviertel Liter weg. Das gibt Kraft, den Akku zu wechseln, die letzten fünf Kilometer zum Campismo zu radeln, dann dort Schlaf der Erschöpfung, abends Schwimmbad und zur Nacht Krimi im SAT-TV.

Korrektur:

Dein E-Bike hat (fast sicher) einen 500-Wh-Akku – nicht 500 Ah.Warum das so ist
  • Wh (Wattstunden) ist die übliche und sinnvolle Angabe für die Energiekapazität eines E-Bike-Akkus. Sie zeigt, wie viel Energie der Akku speichert und bestimmt maßgeblich die Reichweite.
  • Ah (Amperestunden) misst nur die Ladungsmenge (Strom × Zeit). Ohne die Spannung (Volt) sagt Ah allein wenig aus.
Die Umrechnung lautet:Wh = Volt × AhTypische E-Bike-Akkus laufen mit 36 V (manchmal 48 V). Bei 36 V und ca. 13,4–14 Ah ergibt das rund 500 Wh:
  • 36 V × 13,9 Ah ≈ 500 Wh
  • 36 V × 14 Ah ≈ 504 Wh
Ein 500-Ah-Akku wäre extrem groß und schwer (hunderte Kilogramm) und kommt bei E-Bikes praktisch nicht vor. Solche Kapazitäten findet man eher bei großen stationären oder Fahrzeug-Batterien.






Hatte ein Leser, so es ihn gab, an dieser Story mehr Freude als an Deutschlands Kanzler Merz?


Wut zum Sonntag

In jüngeren Jahren war es meine gelegentliche Fingerübung, Frustrationen statt mit dem "Wort zum Sonntag" mit "Wut zum Sonntag" zu verarbeiten. Diesse Übung ist eingestellt. 


Andere übernehmen dies bunter und besser wie beispielsweise meine Freunde Gerd und Volker.


Wenn mich nichts anderes gerade interessiert, kommen aus der Web-Kloake ab und an Dinge, die rauszufischen sich lohnen. Meist ist es mein Premium-Pöbel-Prophet-Pirincci.


Doch auch Freund Volker, der mich am 19. Oktober 1990 bei der damaligen DOS-International als Redakteur einstellte, ist mir als guter Freund und Geistesverwandter geblieben. Volker erheitert mich mit bunten Karikaturen zum Zeitgeschehen.



Volker müht sich schier unermüdlich, der Kakophonie etwas Heiteres abzugewinnen.



Beim Thema Krieg wiederum ist Till, Sohn von Klaus, ein Experte für die Ukraine. Wohl nicht zuletzt um die exorbitanten Milliarden für die Unterstützung des Freiheitskampfes der Ukraine wie auch um die Kriegstüchtigkeit im eigenen Land zu steigen, überschüttet die deutsche Zivilgesellschaft Till Mayer mit Preisen und Ausstellungen. Auch meine Laudatio zu seinem letzten Erfolg in Lichtenfels darf bei Facebook nicht fehlen.


Natürlich freut mich, lieber Till, Dein Erfolg. Wer vom Krieg als unermüdlicher, tapferer Frontfotograf profitiert, den belohnen Zivilisten in heimisch friedlicher Behaglichkeit. Wer würde dem nicht Wertschätzung, Anerkennung, Aufmerksamkeit, Geld, Preise und Auszeichnungen zollen, der von Leid, Elend, Verwundung, Tod und Kriegskrüppeln berichtet und dabei selbst kein Risiko scheut? Grenzt es nicht schon an das, was in deutschen Großkriegszeiten als "Wehrkraftzersetzung" verfolgt wurde, wenn jemand sich zu sagen erdreistet "Der Krieg in der Ukraine ist nicht unser Krieg?"
Obgleich mir schon vor Jahrzehnten selbst schon der Süddeutsche Beobachter stets wie Kriegsberichterstattung erschien, mangelte es mir an Konsequenz, mein Vermögen in Rheinmetall-Aktien zu investieren. Ebenso mangelt es mir jetzt an Konsequenz, mich vor erwartbaren Folgen für unser geschundenes Deutschland, ins Gelobte Land Portugal retten.

Wie mein Blog vom vorigen Samstag wieder einmal dokumentiert, faszinieren mich Kriegsgeräte wie das Militärmuseum im Wehrturm von Chaves.



Meiner Frau ist dereilei Gerät ein Gräuel. Aber: De Gustibus non disputandum est.


Da meine Weitsicht nicht reichte, in Rhein-Metall-Aktien zu investieren, gibt es für mich bei dem Krieg in der Ukraine nichts zu gewinnen. 


Kommt der Krieg aber nach Deutschland, ist viel zu verlieren.




Ob Sozialarbeiter Flüchtlinge zu kriegstüchtigen Soldaten sozialisieren sollten? Denn Deutschland fehlt es an Militärmaterial und feldverwendungsfähigem Humankapital.




Sollte die Volkswirtschaft wie beispielsweise VW in Niedersachsen durch Produktion von Kriegsgerät Arbeitsplätze und Einkommen sichern, rechnet sich Krieg. Zumindest Kriegsvorbereitung. Ja, ja wir alle wissen....

Si vis pacem para bellum.



Professorale Polit-Profis wie Moosdorf von der AfD sind von der deutschen Kriegstüchtigkeit weniger angetan, weswegen beispielsweise auch Till und Klaus Mayer dieser Partei kritisch gegenüber stehen. Sicher haben sie dafür auch noch andere gute, grüne Gründe.


Es rechnet sich meist, mit der Mehrheit im gleichen Tritt und Schritt zu marschieren - wie wohl auch Till Mayer in Bamberg am 9. Mai 2020.



Am Sonntagsruhetag ließ sich aus Web-Kloaken genug Material für die "Wut zum Sonntag" fischen. Hier freuen sich Menschen, von denen einige wohl sich als Allböser Feind durch ihre Untaten herausgestellt haben. Die Guten ins Töpfchen.....



Klar kostet es Unsummen, manchen auch Leib und Leben, "unsere Freiheit am Hindukusch" oder mittlerweile am Dnepr zu verteidigen.



Alexander von Schlaun kritisiert Funktionseliten und ihnen verbundene Organisation. Noch hat von Schlaun diese Freiheit.



Wer würde sich seine Meinungsfreiheit für 2.000 Euro Strafe abkaufen lassen? Niemals! Unflätiges Verhalten im Parlament, welches nach zweimaligen Ordnungsrufen mit 2000 Euro bestraft wurde, rechnet sich doch:






Geschäftstüchtig nützt Frau Köktürk die durch die Strafe gewonne Publicity für einen Spendenaufruf, samelt flugs über 15.000 Euro ein - klar für den guten Zweck, Schiffbrüchige aus dem Mittelmeer ans rettende Europa-Ufer zu bringen.


In meiner "Wut zum Sonntag" unterhält mich wie so oft ein Kommentar bei WELT online wie zu  den "Mädchen mit Kopftuch in der Klasse": Posener meint:

Aber wenn heute das Kopftuch in der Schule verboten wird, können morgen andere Verbote kommen, die das Recht auf ungestörte Religionsausübung beschneiden.

Es gibt gute Gründe für das Kopftuchverbot. Aber bessere Gründe dagegen.


Wer ist WELT-Autor Alan Posener breitbeinig im Brustton das hohe Gut der Religionsfreiheit wie mit Beschneidung und Schächten als "Recht" zu postulieren  -  mit Kopftuch, Gebetspausen, Ramadan-Fasten und, und, und..... vielleicht auch noch mit Vielweiberei? Mit Peitschenhieben? Mit Steinigungen?


 Doch in altersmildem Ruhebedürfnis wandern meine Gedanken lieber zu den schönen Dingen des Lebens wie dem Blechwurm in Lauscha oder zu .....


Reinhard 


Reinhard, der mir mit der reparierten SAT-TV-Antenne wie mit WELT TV auf dem Laufenden zu bleiben half, dieselt mit seinem siebeneinhalb Tonner Morelo Palace weiter durch Portugal.




Sein Video dokumentiert die Lebensfreude der Portugiesen.



Auch seine Bilder von der wilden Wellenküste wie bei Nazare sind mir geläufig.


Die Küsten im Gelobten Land Portugal sind schnell von der spanischen Grenze aus zu erreichen.


Es ist fantastisch, im Frühjahr die Störche unter sich auf den Felsen brüten und ein- und ausfliegen zu sehen. Da mir Langstreckenfahrten wenig Freude machen, ist meine Poli-Tick-Kloake weniger anstrengend und fast ebenso unterhaltsam.


Doch Reinhard "genießt ein Gläschen Wein zu später Stunde" vor der Aufbautür seines Morelo. Er fährt in seinem "Palace", wie einst Bhagwan selig in einem seiner 89 Rollce Royce, komfortabler als meine Schweiß treibende Strampelei auf E-Bike-Rosinante oder in meinem Womo ohne Klimaanlage.



Nun erholt man sich gut im Camp bei Chaves mit dem sauberen, komfortablen Bad. Das macht mir Lust auf letzte Abschiedsrunden in Chaves. Einkaufen entspannt mich wie die Arbeit an meiner Samstag-Story am Laptop, das Schwimmbad über dem Camp erfrischt mich, eine letzte Abendrunde in Chaves erleichtert mir den Abschied.



Langes Schwimmen kühlt den Körper aus. Doch deswegen mit Pulli und Windjacke abends nach Chaves zu rollen, ist verkehrt.  Denn noch um 18:31 Uhr ist es mit 30.5 Grad Celsius sehr warm.



Nur ein kurzer Halt, ein kurzer Blick auf den herrenlosen Straßenhund, da kommt er mir mit Hundeblick und grauer Hundeschnauze bittend, bettelnd entgegen, Portugal hat nichts mehr für mich. Der Hund hat nichts von mir. Mit fünf Ruhetagen im Camp bei Chaves endet meine schöne Zeit in Portugal.



Erste Station in Spanien: Monterroso

Um 8.00 Uhr darf man das portugiesische Camp bezahlen und verlassen. Zuletzt noch in Portugal Gas tanken und einkaufen, dann alle Uhren in Spanien eine Stunde vorstellen, dort preiswerter Diesel tanken und dann fahren, fahren auf der Autobahn. Erstmal nach Ourense.


Doch das Camp bei Ourense war laut einem Schild am Straßenrand "temporär geschlossen". Doch bevor das Hirn in der Schnelle das Schild verarbeitet, war man schon auf dem steilen, schmalen Kiesweg hinunter gefahren, musste unangenehm rückwärts fahrend zurück, sich einen Platz suchen, ausruhen.Tatsächlich war das Camp nicht "temporär" sondern endgültig verfallen und geschlossen.



Der Platz war einst zauberhaft nah am Fluß zwischen den Hügel. Doch an diesem Elektrokasten schließt sich niemand mehr an.




Mittlerweile heizt zur Mittagspause die Sonne tüchtig ein. Der nächste Platz muss her, um mir Ruhe zu verschaffen. Zurück ans kühlere Meer ist es mir mit bald 100 Kilometern zu weit. Monterroso ist in 68 Kilometer zu erreichen und liegt näher zur Heimat.




Der alte, mürrische Graubart und Campwirt gibt mir zwei Nächte in Monterroso, danach schließe er das Camp. Das Buch "CAMINGS Espana - Portugal - Andorra 2023" ist ein Witz. So soll das Camp laut Buch in Montorroso bis zum 30.9. offen bleiben. Ein Camp bei Barcelona war als offen ausgeschildert, aber zu. Auch der Platz in Ourense prahlte,  "TODO EL ANO" offen zu sein - doch in den letzten Jahren kann er kaum so verfallen sein. Sechs Stunden auf der Bahn mit kurzen Pause nerven. Drinnen wie draußen sind es mittlerweile 33 Grad Celius. Zuerst parkt das Womo im Schatten der Bäume. Mein Salat zur Mittagspause wäre mir noch bekommen, doch das Käsebrötchen danach war zuviel. Der Tag ist kaputt. Am Abend kommt Schatten, meine Klause kommt auf einen Platz, der SAT-TV ermöglicht.


Das Camp am Rio Ulla muss in den vergangen zwei, drei Monaten ein Sommerparadies gewesen sein.



Doch jetzt hat das Schwimmbecken neben dem Fluß schmutzig graubraunes Wasser. Knaben schwimmen zwar immer noch dort, doch mein Körper gibt nichts mehr her.



Am Spätnachmittag, die Kirchturmuhr zeigt 17:34 - was in Portugal eine Stunde früher wäre - gleitet mich Rosinante sanft in das 3000-Seelennest Monterrosse wie immer zur Orientierung nach den Kirchtürmen. Bei der Kirche gibt es Läden, Kneipen und Lebensmittel. Immerhin einen Laden.


Mein bevorzugtes, spanisches Heilwasser führt der Supermarkt DIA dort nicht, aber immerhin sechs andere Literflaschen Wasser. Doch selbst Wasser bekommt mir nicht. Der kaputte Tag klingt aus mit einem Spaziergang zum Rio Ulla.



Die Karte am Rio Ulla hat schon bessere Tage gesehen. Eine alte Frau setzt sich auf eine Stufe und kühlt sich die Füße im Wasser. Doch selbst dazu fehlt mir die Kraft.




Das letzte Licht der Höllensonnenhitze hängt in den Baumgipfeln. Zum Glück verspricht der Wetterbericht einen Temperatursturz von 34 auf 24 Grad Celsius. Die Nacht wird kühler. Im Morgengrauen bei acht Grad wärmt wieder die Gasheizung. Schlaf war heilsam.


Die oft unterdrückte Minderheit reproduktionsfähiger Frauen



Eine langjährige, treue Leserin versucht, mir mit Eifer und Hingabe ihre weibliche Weltsicht näher zu bringen. 



So erweitert sie meinen Horizont beispielsweise mit einem hochinteressanten Verweis auf Susanne Salig, die bei Instagram ein weites Publikum bespielt.



Die Biologie entscheidet, in welchem Lebensabschnitt Frauen sich reproduzieren, davor und danach nicht mehr. Ohne Eisprung hilft keine normale Befruchtung. 


Andererseits quält die Biologie Männer mit animalischem Verlangen, das eine Frau befriedigen kann. Ob Pirincci, der nach seinen Bekenntnissen ein Vermögen mit Nutten durchgebracht hat, auf seine alten Tage "lustvoll wichsen" muss, weil sein Geld knapp wird?  Der männlichen Darstellung Pirinccis entspricht auf weiblicher Seite das Lied Einladung einer reiferen Dame zur Besichtigung ihres Grundstücks (MP3, 2,1 MByte), wobei der widrige Sängerknaben weibliche Lustsuche so schmerzlich sehnend wie kunstvoll besingt:

willst du nicht die äpfel pflücken
dich nach reifen pflaumen bücken

flieg nicht fort mein weißer rabe
schmilz nicht weg mein weißer schnee
nicht so schnell mein schöner knabe
wenn ich mit dir schlafen geh
hinter'm berg und über'm see


So gefällig der Knabe singt und Klavier spielt, so widrig sind mir seine Seinsäußerungen, die auch die Woche wieder unverlangt bei Whatsapp um meine Aufmerksamkeit betteln:

[22:27, 15.9.2026] Harald Hartmann: ___
wetterleuchten in  der nacht
jesus sagt: es ist vollbracht

Obgleich solcherlei Säuferwahn ein eigenes Kloakenbecken gefunden hat, ist es mir nicht wert, auch diesen Schmarrn dort einzupflegen. Meine Lust schwindet. Bekannte, die bislang Links zu meinen Blogs niemals beantwortet haben, weiterhin zu versorgen. Am Ende unserer 50jährigen Freundschaft ist's mit dem widrigen Sängerknaben aus und vorbei.

Zurück zur Biologie und dem Mann-Frau-Ding: In vielen Fällen haben Männer Macht mit Moneten über Mädchen, daher ist folgendes politisch korrekt:

Der „Double Standard“ des Alterns (Gesellschaftliche Prägung)

Unsere Kultur prägt psychologische Bewertungsmuster stark. Beim Altern existiert ein bekannter doppelter Standard: Während alternde Männer gesellschaftlich oft noch als „reif“, „erfolgreich“ oder „interessant“ angesehen werden, wird der Wert von Frauen in patriarchalischen Strukturen historisch stark an Jugendlichkeit und Fruchtbarkeit gekoppelt.

Männer, die diese internalisierten gesellschaftlichen Normen ungefiltert übernehmen, nutzen sie (oft unbewusst) als Maßstab für den „Wert“ einer Frau.

Evolutionäre Fehlanpassung (Misinterpretation von Reizen)

Aus evolutionpsychologischer Sicht signalisieren Jugend und Symmetrie evolutionäre Fruchtbarkeit. Manche Männer rationalisieren ihr Verhalten mit „biologischen Instinkten“. In einer modernen, zivilisierten Gesellschaft ist es jedoch eine Frage der emotionalen Reife und Reflexion, primäre biologische Impulse nicht als Entschuldigung für verletzendes oder respektloses Verhalten gegenüber Mitmenschen zu nutzen.

Und nichts anderes! Oh, mein Gott gehören etwa misogyne, misanthorpische Machos genau in diese erbarmungswürdige, verachtenswerte Kategorie?

Manche Männer rationalisieren ihr Verhalten mit „biologischen Instinkten“.

vielleicht sollte frau sich daran - wie das beispiel vom "kranzgeld" zeigt - an die funktion von weibern zur reproduktion erinnern, bevor ein bhagwan drauf kam,  sich mit sex zum überbewusstsein zu bringen, womit er eine horde von geschlechtsgeilen affen dazu brachte, sich seinem erleuchtungszirkus anzuschließen.

wollte man weiber zur reproduktion nutzen, wie es seit alters her gang und gäbe war, sollten zumindest die befruchter ihrer gattinnen mit nölenden negativen seinsäußerungen sicher sein, dass diese ihnen keinen bastard von genetischen shopping-touren in die unterstadt unterschob - der dann noch aussah wie ein negerkind.

Da kommt eine 29jährige Schönheit daher und generiert in sechs Tagen vom  09.09.2026 bis zum 15.09.2026 um 13.41 MEZ mit ihrem lächerlichen 58 Sekunden-Youtube-Filmchen 1.304.018 Aufrufe mit nichts anderem als mit - Verzeiht die Moderation meine Provokation - mit nichts anderem als mit "Arsch-und-Titten" - oder womit sonst? Was sonst wäre an diesem Körper so faszinierend als das verlockende Versprechen auf Reproduktion?



Und dann zensiert die WELT-Moderatesse meine Frage als Provokation?





In welchem Irrenhaus leben wir?




Klonovsky lässt mich lachen: "Ein Schlag ins Gesicht für jede Frau"

Klonovsky ist genauer: "Für fast jede."





In Jahrzehnten meiner Ausbildung zum misogynen, misanthropischen Macho ist mir klar geworden:

Fakten sind frauenfeindlich.



Also werden Omas-gegen-Rächdz und ihre Klebe-Enkelkinder weiterhin die Merkel-Merz-Linie wählen und verteidigen. Das ändert sich wohl erst nach dem fälligen Kollaps.



Frischer Wind aus Monterroso in Galizien




Wie der Leser, so es ihn gibt, bemerkt hat, haben Selbstheilungskräfte meinen Körper mit einem Blechnapf Suppe mit vegetarischen Würstchen, Senf und Bier aus der Tasse gekräftigt. Auf zu neuen Taten und zu neuen Texten, wenn's denn was Neues gäbe unter der Sonne.



Wenn es mich nun schon nach Monterrose verschlagen hat, muss man dann nicht auch unbedingt TARRIO DE BUXERGOS sehen?



Soviel Welt bewegendes gibt es ja nicht in Monterroso, wenn man von einigem zu renovierenden Baubestand, dem Rio Ulla, der Kirche und dem DIA-Markt absieht.



Doch auch der Marktplatz und dem ihm gegenüberliegenden Anwesen strahlen viel von der Wertig- und Wichtigkeit von Monterros aus. Schließlich wohnen dort etwa 4.000 Menschen.



Alte Mauern und altes Gemäuer bleiben einfach stehen. Es stört ja nicht und bereichert das Stadtbild.



Ebenso scheint wahrscheinlich, dass das rechte, vierstöckige Gebäude dereinst Fenster und Elektro-Installationen erhält, um Bewohnern Stadtnah eine Bleibe in Monterroso zu geben.



Wie schon auf der Samstag-Tour nach Boticas ist auch heute der Weg das Ziel. Mit einem Kaffee in Tarrio ist nicht zu rechnen:



Die Straße liegt wie im Zauberwald. Rosinantes Räder knacken immer wieder Eicheln.



Kühe genießen mit ihren Kälbern die Nachmittagssonne. Hühner gackern. Hausschweine stinken in Ställen, deren Schinken in vielen Läden hängen.



In Tarrio lassen sich sogar drei Menschen blicken, zwei Frauen plaudern, ein Mann streicht seine Metallgatter.



Am Ende der Dorfstraße kläfft ein freilaufender Hund. Umkehrend hilft mir Rosinantes schnelle Beschleunigung den weißen, spitzen Zähnen des wütenden Kläffers zu entkommen. Auch hier gilt: Schön war's schon, bei angenehmen Temperaturen kein Regen.



LUGO



Nur 40 Kilometer sind von Moterroso bis Lugo schnell geschafft. Die Kathedrale von Lugo schafft es auf's Titelbild. Es ist immer wieder großartig, aus Dörfern mit kleinen Kapellen in eine Stadt mit solch hoher Steinkunst zu kommen.



Camper aus ganz Europa bevölkern schon morgens den Stellplatz, der außer Wasser und Entsorgung keinen weiteren Luxus bietet.



Doch nach 700 Meter durchschreitet man ein Tor in der römischen Stadtmauer. Diese ist vollständig erhalten und umgürtet auf mehr als zwei Kilometern die Altstadt. 


Kathedrale wie Stadtmauer sind Kulturerbe.



Dieses Tor zur musealen Kathedrale ist geschlossen. Ein Schild weist zu einem anderen Eingang, wo der Pilger als Eintritt zehn Euro zahlen muss.



Eine Investition von zehn Eintritts-Euro will gut überlegt sein. Erst einmal zeigt mir Lugo in seiner ruhigen Innenstadt weitere Sehenswürdigkeiten.



Der Bischof gönnt sich diesen barocken Palast mit einem gothischen Turm.



Der Krankenwagen fährt an der Säule mit dem Adler vorbei.



Der Vogel auf der Säule bietet einen eindrucksvoller Blickfang.



KI zur DEPUTACION PROVINCIAL DE LUGO ......

Die Deputación Provincial de Lugo (auch Diputación de Lugo) ist die Provinzverwaltung der Provinz Lugo in Galicien, Spanien. Sie ist eine öffentliche Körperschaft, die direkte Dienstleistungen für die Bürger erbringt und den 67 Gemeinden (Concellos/Ayuntamientos) der Provinz technische, wirtschaftliche und technologische Unterstützung bietet. Außerdem koordiniert sie kommunale Dienstleistungen und organisiert überörtliche (supramunicipale) Angebote. Ihre Hauptaufgaben umfassen:
  • Unterstützung der Gemeinden: Finanzielle Transfers (z. B. rund 20 % des Haushalts an die Gemeinden), technische und rechtliche Hilfe, Beratung bei der Einwerbung von Fördermitteln, Planung und Verwaltung. Sie agiert oft als „Gemeinde der Gemeinden“, besonders für kleinere und ländliche Kommunen.
  • Soziale Dienste: Betrieb und Finanzierung von Seniorenheimen (rund 9 Einrichtungen mit ca. 300 Plätzen), Teleassistenz (für etwa 2.000 Personen), Haushaltshilfe und weitere Sozialleistungen. Ein großer Teil des Haushalts (ca. 41 Mio. € in aktuellen Plänen) fließt in diesen Bereich.
  • Infrastruktur und Mobilität: Bau, Unterhalt und Verbesserung der Provinzstraßen (eine der längsten Netze Spaniens mit über 4.000 km), Straßenbau und verwandte Projekte.
  • Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Bildung: Förderung von Tourismus, lokalen Produkten, Museen, Handwerk (z. B. Centro de Artesanía e Deseño), Beschäftigung, Innovation und ländlicher Entwicklung.
  • Weitere Bereiche: Umwelt, Gleichstellung, Sport, Abfall- und Wassermanagement-Koordination in kleineren Gemeinden sowie allgemeine Verwaltung der Provinzinteressen.
Sie sitzt im historischen Gebäude in der Calle de San Marcos 8 in Lugo (dem Gebäude auf dem Bild). Die Einrichtung wurde im 19. Jahrhundert (um 1835/1836) gegründet und ist seit der spanischen Transition demokratisch organisiert. Der aktuelle Haushalt liegt bei über 135 Millionen Euro (Stand 2026-Planungen)




Und was macht die TESORERIA GENERAL DE LA SEGURIDAD SOCIAL?

Die Tesorería General de la Seguridad Social (TGSS) ist ein gemeinsamer Dienst (Servicio Común) der spanischen Sozialversicherung mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie untersteht dem Ministerio de Inclusión, Seguridad Social y Migraciones und wendet die Prinzipien der finanziellen Solidarität und der Caja Única (einheitliche Kasse) an. Dadurch bündelt und verwaltet sie alle wirtschaftlichen Ressourcen und die Finanzverwaltung des gesamten Sozialversicherungssystems. Hauptaufgaben der TGSSSie erledigt vor allem folgende zentrale Funktionen:
  • Anmeldung von Unternehmen sowie Afiliación (Registrierung), Altas (Anmeldungen) und Bajas (Abmeldungen) der Arbeitnehmer.
  • Verwaltung und Kontrolle der Beitragszahlung (Cotización) sowie der Eintreibung der Beiträge und anderer Finanzierungsmittel des Sozialversicherungssystems.
  • Verwaltung des elektronischen Datenübermittlungssystems RED (Sistema de Remisión Electrónica de Datos).
  • Möglichkeit der Stundung oder Ratenzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen unter bestimmten Voraussetzungen.
  • Eigentum, Verwaltung und Bewirtschaftung des einheitlichen Vermögens (Immobilien und Wertpapiere) der Sozialversicherung.
  • Anordnung der Zahlungen der Verpflichtungen der Sozialversicherung und Verteilung der verfügbaren Mittel zeitlich und regional, damit alle Verpflichtungen pünktlich erfüllt werden und finanzielle Ungleichgewichte vermieden werden.
  • Erstellung von Haushaltsentwürfen und des monetären Budgets.
  • Mitwirkung an der Verwaltung des Fondo de Reserva de la Seguridad Social (Reservefonds).
  • Verwaltung der Rückversicherungsfunktion bei Arbeitsunfällen sowie weitere Aufgaben wie die Bekämpfung von Betrug.
Kurz gesagt: Die TGSS ist die „Finanzzentrale“ und „Kasse“ der spanischen Sozialversicherung. Sie sorgt dafür, dass Beiträge eingezogen werden, das Geld verwaltet und korrekt an die leistungserbringenden Stellen (wie das Instituto Nacional de la Seguridad Social) weitergeleitet wird. Das Gebäude auf dem Foto beherbergt eine Zweigstelle (vermutlich in Galicien, da auch die galicische Bezeichnung „Tesourería Xeral da Seguridade Social“ steht).



Mehr will der Autor als einsam streunender Straßenhund von und in Lugo nicht wissen, merken kann man er sich das ohnehin nicht. Da geht es jetzt die Treppen zur römischen Stadtmauer hinauf.



Von dort oben hat man ein guten Blick über das hügelige Land. Und was ist XUNTA DE GALICIA?

 Xunta de Galicia (auf Galicisch und Spanisch) ist die Regierung der autonomen Gemeinschaft Galicien (Galicia) in Spanien.Es handelt sich um die Exekutive (die Regierung) der Region Galicien. Sie hat ihren Sitz in Santiago de Compostela und ist für die Verwaltung und politische Führung der Autonomen Gemeinschaft zuständig – vergleichbar mit einer Landesregierung in Deutschland.Das Gebäude auf dem Foto ist eines der Verwaltungsgebäude der Xunta, erkennbar an der Aufschrift „XUNTA DE GALICIA“ und den Flaggen Galiciens, Spaniens und der Europäischen Union.





 Mir ist nicht klar, wo mein Aufstieg auf die Stadtmauer begann. Es muss aber mindestens der halbe Weg um die Stadt gewesen sein.



Das marode Haus gegenüber der Stadtmauer muss renoviert oder abgerissen werden. Noch stützen  Holzstämme die Wände.



Der Spaziergang auf der Stadtmauer ist ruhig und erholsam. Immer wieder bekommt man neue Eindrücke von Querstraßen, die auf den Stadtring münden.



Diese Ruine liegt innerhalb der Stadtmauer, also in bester ruhiger Lage.



So kann der Leser, so es ihn gibt, mich auf diesem ruhigen, sonnigen, Spaziergang auf der römischen Stadtmauer von Lugo begleiten.



Für mich als Laien sieht es so aus, als hätten römische Arbeiter und Architekten einfach flache Feldsteine gesammelt, zu etwa der gleichen Breite zurecht gehauen und aufeinander gestapelt, Tausende, wenn nicht Hunderttausende von solchen Steinen.



Kinder balgen sich lärmend auf dem Schulhof. 


Mein Bruder Lustig konnte nach Jahrzehnten als Lehrer der ersten und zweiten Klasse Kinderlärm nicht mehr ertragen und ging ein wenig früher in den wohlverdienten Ruhestand.



Je älter man wird, umso mehr strengt das Leben an: Morgens den Wagen startklar machen, Duschen, 40 Kilometer Autofahrt, Auto wieder auf dem Stellplatz zur Wohnung einrichten, durch Lugo spazieren.... Das hat mich ermüdet. Vorerst entfällt der Besuch der Kathedrale. Dazu reicht meine Kraft nicht mehr.



Ein Mauerblick auf die Querstraße mit dem Eckhaus, welches zur Renovierung schon eingerüstet ist.



Soviel für's Erste von Lugo und seinen Welterbe-Wundern: der Kathedrale und der römischen Stadtmauer.



Doch nach der Teepause ist der sonnige Spätsommertag zu schön, um ihn im Auto zu verdösen. Also geht es dann doch noch zur Kathedrale, um mich von der klerikalen Kunst unterhalten zu lassen.



Als Ü65 gibt es einen Euro Ermäßigung. Neun Euro Eintritt nehmen sie gern, Fotografieren ist verboten. Die Bilder sind heimlich rausgemogelt.



Mein Verständnis für sakrale Kunst ist gering. Was soll uns das Bild sagen?

Das Bild zeigt eine religiöse Skulptur in einer Nische einer Kirche oder Kapelle: den leidenden Christus (oft als „Ecce Homo“ oder „Christus der Demut / Paciencia“ bezeichnet).Was stellt die Darstellung dar?
  • Christus sitzt, mit Dornenkrone, einem Rohr/Stab als spöttischem Zepter und einem Lendentuch.
  • Er wirkt erschöpft, nachdenklich und demütig – typisch für die Szene der Verspottung vor der Kreuzigung (nach dem Neuen Testament, z. B. Mt 27,27–31 oder Joh 19,1–5).
  • Zu seinen Füßen liegen Schädel (Memento-mori-Motive), die an die Vergänglichkeit des Lebens und den Tod erinnern.
  • Die Wandmalereien zeigen Engel und drapierte Stoffe, der Sternenhimmel und die kunstvolle Kassettendecke unterstreichen den sakralen Charakter.
Welche Botschaft soll das Bild vermitteln?Es geht um die Passion Christi – sein Leiden, seine Demut und seinen Opfertod zur Erlösung der Menschen.
Der Betrachter soll:
  • Mitgefühl und Nachdenklichkeit empfinden,
  • die menschliche Seite Gottes erkennen (Schwachheit und Schmerzen),
  • an die eigene Sterblichkeit und die Notwendigkeit von Buße und Glauben erinnert werden.
Solche Figuren dienten historisch (besonders in der Barock- und Kolonialzeit in Spanien und Lateinamerika) der Volksfrömmigkeit: Sie sollten die Gläubigen emotional berühren und zur Betrachtung des Leidensweges anregen.



Das Smartphone gewinnt heimich einen kleinen Eindruck von dem gewaltigen, Licht durchfluteten Raum.



Die Empore der Kathedrale wird als Museum genutzt. Neben klerikaler Kunst sieht man in Vitrinen Pfeilspitzen und Werkzeuge aus der Steinzeit. 



Den eindruckvollsten Eindruck von der Empore hinab in die Kathedrale verbietet ein weiteres Schilf "Fotografieren verboten". Das Verbot überwacht die Aufseherin. So muss sich der Leser, so es ihn gibt, mit diesem Werk begnügen. Was soll es ausdrücken?

Das Bild ist ein religiöses Ölgemälde (vermutlich aus dem Barock, 17./18. Jahrhundert) und stellt eine typische Vision oder himmlische Erscheinung dar.Was man sieht:
  • Ein Geistlicher (Kardinal oder Bischof) in prächtigen roten Gewändern und mit einer großen, reich bestickten Mitra kniet demütig auf dem Boden. Seine Hände sind zum Gebet gefaltet.
  • Über ihm schwebt die Jungfrau Maria (mit Krone und in blau-rotem Mantel). Sie berührt ihn oder legt ihm die Hand auf – ein Zeichen des Segens, der Annahme oder der Krönung.
  • Um sie herum sind Engel und Putti (kleine geflügelte Kinder), die die Szene begleiten und die himmlische Herkunft betonen.
  • Links steht ein weiterer Geistlicher (vielleicht ein Diakon oder ein weiterer Heiliger) und beobachtet die Szene.
  • Rechts im Hintergrund eine kleine Nischenfigur (vermutlich eine Heiligenstatue) und ein Tisch mit Buch – Hinweise auf einen sakralen, kirchlichen Raum.
Was das Bild ausdrücken soll:Es geht um göttliche Gnade, Demut und die besondere Auserwählung des knienden Geistlichen. Typische Botschaften solcher Darstellungen:
  • Der Heilige (oder der dargestellte Würdenträger) wird von Maria persönlich anerkannt und gesegnet.
  • Die irdische Hierarchie der Kirche wird mit dem Himmel verbunden: Der Mann in den prächtigen Gewändern kniet trotz seines Ranges ganz demütig.
  • Maria erscheint als Mittlerin und Königin des Himmels, die den Gläubigen nahesteht und sie auszeichnet.
  • Die Engel und die Wolken unterstreichen, dass dies keine alltägliche Szene ist, sondern eine übernatürliche Vision.
Solche Bilder dienten früher oft der Verehrung eines bestimmten Heiligen (z. B. eines selig- oder heiliggesprochenen Bischofs/Kardinals) und sollten die Gläubigen anregen, ähnlich demütig und gottesfürchtig zu sein.Kurz gesagt:
Das Bild drückt aus:
„Selbst der höchste Kirchenmann bleibt vor der Muttergottes ein demütiger Diener – und wird von ihr mit himmlischer Gnade ausgezeichnet.“



Menschen wie "der höchste Kirchenmann als demütiger Diener der Mutter Gottes" sind mir fremd. An der nächsten Hauswand sieht man diese Frau. KI dazu:

Das ist Rosalía de Castro (vollständig: María Rosalía Rita de Castro, 1837–1885). Sie ist die berühmte galicische Dichterin und Schriftstellerin, eine der zentralen Figuren des Rexurdimento (der literarischen Wiedergeburt Galiciens im 19. Jahrhundert) und ein wichtiges kulturelles Symbol für Galicien und Spanien. Sie schrieb sowohl auf Galicisch als auch auf Spanisch. Zu ihren bekanntesten Werken gehören Cantares gallegos, Follas novas und En las orillas del Sar.Ihr Porträt (mit dem typischen kurzen, lockigen Haar) sieht man relativ oft auf Mauern und in Street-Art in Galicien und anderen Teilen Spaniens – meist als Hommage.Das Mural auf dem Bild stammt vom Künstler Rubén Paz aus Lugo (bekannt unter dem Namen bzw. Kollektiv Trece Trazos). Er hat mehrere realistische Porträts von ihr gemalt, unter anderem eines in Taboada (Lugo) und eines im Viertel Recatelo in Lugo (in der Nähe des Parks, der ihren Namen trägt). Der realistische Stil, der gelbe Heiligenschein/Hintergrundkreis und die gelben Blätter sind typisch für seine Arbeiten. Man sieht sie deshalb so häufig, weil sie ein sehr geschätztes Symbol der galicischen Identität und Literatur ist.

Die Straße hat mich nach dem Besuch der Kathedrale wieder mit ihren Bildern und Eindrücken. 



Nach schlafloser Nacht gibt es im Morgengrauen noch einen Blechnapf Futter für die Straßenhund, dann weiter ans Meer. Eine herbstliche Nebelsuppe erschwert die Fahrt. Ermüdet gibt es Pause, um Nachtschlaf nachzuholen.

Wildcamping zwischen Tapia de Casariego und Castropol in Asturien



Auf einer Wiese mit Meerblick fallen mir Camper auf. Dort ist Platz für mich. Vor der Aufbautür kann sich niemand mehr hinstellen, mein Blick auf das Meer bleibt frei. Dumpf rauschen Wellen über die Steilküste.



Der Platz liegt etwa drei Kilometer abseits der Nationalstraße 634 zwischen Ribadeo und Tapia de Casariego. Die kleine Straße nutzen mehr Jakobs-Pilger als Autofahrer.



Das Wetter ist schwer einzuschätzen. Daher bleiben die Dachluken besser geschlossen, wenn es mit dem Radl auf die erste Erkundungstour geht.



CAMPING PLAYA DE TAIPA liegt an diesem Fluß. Doch noch reicht der Strom für Akkus von Rad und Kamera, die sich nur mit 220-Volt-Netzteilen laden lassen.



Die kleine Stadt Tapia bietet touristische Attraktionen mit Geschäften, Restaurants, dem Hafen und einem DIA-Lebensmittelladen.



Doch auch in Tapia fallen mir gleich zwei, drei Plätze auf, die Camper wild belegen. Das ist in Spanien eher üblich als in Portugal. Dafür bietet Portugal eine fantastische Infrastruktur mit preiswerten Camps, die mit Strom, Wifi und zum Teil mit Pools mir gut gefallen.




Auch mein Platz heut Nacht ist so wild romantisch mit Meerblick, wie es auch dieser Wild-Camper genießt. Das ist mein erster Test, wie lange meine beiden Aufbaubatterien Strom für Laptop und SAT-TV liefern. Scheint Sonne, liefert das Solarmodul auf dem Dach Strom.



Die Restaurants am Fischereihafen in Tapia verführen Touristen mit dem Duft gebratener Speisen.


Mir reicht meine bescheidene Bordküche im Auto.



Auf dem Schild steht: FARO ISLA TAPIA





Die Sonne hat sich durchgesetzt.



Im Gegensatz zur Kathedrale in Lugo nimmt das Kirchlein in Tapia keinen Eintritt und verbietet auch nicht dies Foto.


Hinter der nächsten Kurve liegt mein freier Stellplatz.


Meine Klause steht ganz rechts am Rand. Für den Donnerstag Krimi reicht der Strom. Jetzt lädt die Sonne mehr, als der Laptop verbraucht.



Der freie Stellplatz ist fantastisch. Junge Leute campieren ganz anders als alte, reiche Spießer auf Camps. Eine junge Frau wäscht sich die Haare in einer Plastikschüssel. Die Nachbarin mit ihrer dichten Lockenmähne hockt sich auf den Rasen. Erstmals nach 210 Tagen und 3551 Euro für Camps zeigt mir der Zufall, wie schön ein freier Stellplatz sein kann. Durchschnittlich hat mich der Luxus von Strom, Wifi und Sanitäranlagen 16,90 Euro pro Nacht bislang gekostet. Und die teuren Camps in Frankreich kommen erst noch. Dafür laufen SAT-TV und Internet-Laptop immer "daheim im Auto".



Für den Nachmittag hat am Freitag der Wetterbericht Sonne versprochen. Das müsste reichen, um die Bordakkus zu laden. Der Ausflug am Vormittag nach Castropol ist von Wolken verhangen. Die alte Hütte an ruhiger Straße steht zum Verkauf.



Mit gefütterter Windjacke, Pulli, Nierengürtel und Handschuhen machen mir Wolken und ein wenig Sprühregen auf E-Bike Rosinante nichts aus.



Auf dem Hinweg ging es über die Autobahnbrücke und den Fluss Eo. Radfahrer haben dort nichts zu suchen.



Nach meinem gestrigen Ausflug nach Tapia reicht heute der Rad Akku nurmehr bis nach Castropol. Selbst ohne Sonne inspirieren mich die Eindrücke für meine Bilderbeute zum Wochenende.


Wie wär's, in Castropol eine kleine Hütte zu kaufen? Wo Palmen wachsen, kann es so kalt nicht werden.



Zwischen Kirche und Hafen an kleiner Holperstraße steht mitten in Castropol dieses Hütte: SE VENDE.



Der meiste Touristenlärm entsteht wohl am Hafen. Das Zentrum bleibt wohl davon verschont.



In Castropol ist mir kein Lebensmittelladen aufgefallen. Ob man auf die andere Seite nach Ribadeo fahren muss zum Einkaufen? In einem kleinen Straßenkaffee ließ sich schon mal ein Kamera-Akku auf 83 Porzent aufladen. Die Sonne liefert zwischen einem und vier Ampere Ladestrom für die Aufbau-Akkus im Auto. Weil es wolkig bleibt, erntet man weniger Strom. 


An dieses schönen Platz soll mich mein kleines Filmchen erinnern. 

Damit ist das Bilderbuch dieser Woche voll. Gestern war soviel Sonne, dass es mich ins Meer lockte. Der Strand gehörte mir allein. Die Dusche am Strand wusch Salz von der Haut. Das könnte so endlos weiter gehen mit Bildern und solchen kleinen

. Geschichten .



p.s.: Korrekturen - wenn überhaupt - später