15 August 2020

Batterien leer in Cherbourg, 1400 km retour: Marten Twistesee Wolfshagen Sonneberg

Mein Bruder Uli: Mit seit Jahrzehnten erarbeiten Fähigkeiten als Freizeitmechaniker repariert er fast alles. Mit profunder Kenntnis von Markt und Materie hilft er mir bei der Bestellung und dem Einbau der Batterien. Uli begeistert Leser mit seinem Fotoblog, malt und musiziert und  ist international vernetzt.


Napoleon, als Repräsentant der politischen Klasse am Hafen von Cherbour-en-Cotentin.  


Schweigen wäre Gold, Schreiben bleibt Blech. Erfahrungen an fremden Orten zu sammeln, rückt die Geschichte näher, die Gegenwart bleibt unverständlich. Mir jedenfalls. Links-Rot-Grün-Bunt verstrahlter Mob folgt Fantasten wie dem Gender gerechten Eine-Welt-Paradies. In Praxis verelenden die Massen. Es bleibt der Genuss der Gegenwart - so gut es geht.

  

Quintessenz im letzten Bildschirmfoto


Letzter Abend in Cherbourg-en-Cotentin


In zwei harten, heißen Tagen gelang es mir, mehr als 800 Kilometer von Cherbourg-en-Cotentin nach Marten zu fahren. Meine erholsamen Tage dort auf dem Camp Municipal bleiben unvergesslich. Vom letzten Abendspaziergang in der kleinen Stadt berichten einige Bilder.

Nicht weit vom Camp steht die verlassene Abtei. Stelltafeln erzählen von ihrer bewegten Geschichte. Während der französischen Revolution von 1789 als Krankenhaus und später als Hospital für verwundete Soldaten genutzt.

Nächste Station bei meiner Radfahrt in die Innenstadt verwöhnt mich ein ruhiger, schattiger Park mit herrlichen Bäumen und Büschen.

Der Park mit alten Bäumen und dem Plätschern eines Springbrunnen, einem großen Gewächshaus wäre es wert, Stunden dort zu verweilen.

In Rentners Rummelplatz Reisen verflüchten sich Eindrücke meist viel zu schnell. Wenige Kilometer weiter bleibt das Fahrrad abgeschlossen am Rathaus stehen. Als Fußgänger sieht man mehr.
Cherbourg liegt so nah am Meereshafen, dass sich beim Bäcker Möwen Futter suchen. Geplünderte Müllsäcke mit weitflächig verteiltem Inhalt zeugen von ihrem Fleiß und der Kraft ihrer Schnäbel. 




Wie in nahezu jeder Stadt stößt man auf Baulücken, auf aufgegebene, verfallende Häuser, auf Armut und Elend.


Wo sich Elend großflächig ausbreitet, versprechen sozialistische Prediger Hilfe, Heil und Halt. Bislang sind alle Versuche gescheitert, Geld gerechter zu verteilen. Eine bessere Versorgung der Armen macht diese kaum reicher, mehr allerdings die Anzahl derer, die sich mit Armut und Arbeitslosigkeit abfinden und darin halbwegs gut einrichten. Schwarzarbeit bringt zusätzliche Geld in die Haushaltskasse. Der Staatskasse entgehen die Steuern.


Hat ein feindliche Gesinnung oder Covid-19 die Kunden dieses Laden vertrieben, dass nur noch die verslumte Ruine blieb vom Geschäft?



Ob in den Fenster über dem verschlossenen Eingang noch Menschen wohnen? Ob dort noch jemand Blumen in den Kästen vor den Fenstern gießt?


Ein paar Schritte weiter sieht die Gegend heiterer aus.


Eine fette Mutti mit ihren vier, fünf Kindern hätte Mühe, sich und ihre Brut durch die enge Gasse zu zwängen.



Nach meinem Rundgang wird dieses vegetarische Restaurant mich mit einem schmackhaften Essen stärken.



Bei Sonnenschein flitzt der Pizza-Bote gern durch die winkligen Gassen mit seinem Moped und dem großen Koffer.




Die Damen der Stadt wissen genau, wo sie Beute machen. Geld geht durch die Finger der Frauen, Männer schaffen an. Das war einmal. Oft ist es heute noch so.


In den meisten alten Städten in Frankreich findet man an einem der besten Plätze ein reich verziertes Kinderkarussel.

Alte erinnern sich gern an die Zeiten, als ihre eigene Kinder im Kreis fuhren.


In einem lauschigen Hinterhof lassen sich 39 Euro teure Menüs verzehren.


Ein Abschiedsblick auf die Abendstimmung im Hafen. Später in der Hitze der großen Stadt überfällt mich Fernweh nach der schönen Stadt am Meer mit dem kühlenden Bad.


Flucht aus Frankreich, weil alle drei Batterien leer sind.


Am nächsten Morgen geht die Sonne auf am Camp Municipal. Mein letzter Morgen dort. Damit ist es mit meinem geschützten Arbeitsraum, meine Klosterzelle in Cherbourg-en-Cotentin aus und vorbei. Abends, als der Fernseher sich nicht per Bluetooth mit dem Autoradio verbinden konnte, war noch meine Vermutung, dass das Radio die Mitarbeit eingestellt hätte. Als der Kompressor aber keine Luft mehr in die Federung pumpen konnte, verstärkte sich mein Verdacht: Die Aufbau-Batterieen sind nicht vom Stromkreis der Starterbatterie getrennt. Acht Tage Stromverbrauch in Cherbourg mit Rechner und SAT-TV, das vier Autolautsprechern per Bluetooth ansteuert, hatten den Strom von drei Batterien vollständig verbraucht. Nicht einmal mehr der Autoschlüssel ließ sich in das Zündschloß stecken. Total tote Hose.


Die französische VW-Werkstatt gab mir die Telefonnummer von der "Assistance".

0800 22 6 000 Vorwahl Frankreich 0033

Ein kompetenter Herr nimmt telefonisch Daten auf, Fahrgestell-, Autonummer, Name und Adresse des Camping Municipal. Nach einer dreiviertel Stunde rollt ein Mechaniker mit schwerem Abschleppwagen an, der notfalls mein Auto hätte aufladen können. Doch das war nicht nötig. Mit einer externen Starterbatterie sprang das Auto sofort an. Als der Motor beruhigend brummt, geht es fluchtartig Richtung Heimat. Selbst in der ersten Pause nach zwei Stunden Fahrt lädt die Lichtmaschine bei laufendem Motor die Batterien. Zum Glück macht mir der heiße Tag mit 34 Grad nichts aus. Mein fernes Ziel ist Albert.



Vierhundert Kilometer - eine satte Strecke! Fünfzig Kilometer vor Amiens hätte es mir in Aumale gereicht.


Aumale


In wundervoller Hügellandschaft wäre es schön, eine Nacht zu bleiben. In Aumale, einem malerischen Städtchen vor Amies im Department Seine-Maritime, ist ein Camp ausgeschildert


Durch winklige Straßen geht es auf den Hügel. Ein weicher Wind kühlt. Welche Enttäuschung! Das Camp ist geschlossen.



Holländische Camper stehen mit ihren VW-Bussen ebenfalls vor der verschlossenen Tür. Sie wollen andertags an einer sonntäglichen Kriegswanderung teilnehmen. Das ist nun nicht mein Ding.


Amiens: Nicht meine Klasse, nicht meine Rasse, nicht mein Geschlecht

Also geht die Jagd 50 Kilometer weiter nach Amiens. Kreuz und quer auf kleinen Einbahnstraßen führen mich die angegebenen Koordinaten zum Parkplatz an einer Freizeitanlage mit Teich. Der Stellplatzführer beschreibt den Platz als "ruhig gelegen."


Doch das Volk dort ist weder meine Klasse, noch meine Rasse, noch mein Geschlecht. Neben Horden von Kopftuchmüttern im Rudel kleiner Kinder macht ein schwarzer Stammesführer aus Suaheli - oder woher auch immer - einen Kriegstanz vor seinen Stammesbrüder. Lautstark stößt er Kampfeslaute aus, untermalt von wilden Handkantenschlägen in die Luft.


Ein schwarz gelockter Jüngling entzündet glücklich entspannt auf einer Parkbank seine gerade gerollte Zigarette. Süßer Rauch benebelt mich im Vorbeigehen. 

Eine Kathedrale nicht weit von dem malerischen Ambiente ist mir den Weg nicht wert. Es ist kein Platz, um sicher das Auto stehen zu lassen und ruhig zu schlafen. Fluchtartig in Feigheit vor dem Freund geht mein Weg raus aus Amiens, schneller als hinein.


Entspannte Nacht in Albert


In Albert, etwa 30 Kilometer weiter, wartet dann endlich der dritte, gute, ruhige Platz mit allem Komfort auf mich. Trotz meines späten Eintreffens nach 19.00 Uhr ist das Tor zum Camp noch geöffnet. Ein freundlicher Gehilfe weist mir einen Platz an, nimmt meine Personalien auf, teilt mir die desinfizierte Waschkabine Nummer vier zu, um mich morgens frisch rasiert auf den Weg machen zu können. Das Auto abstellen, an den Strom anschließen, Dachluken und alle Fenster aufreißen, mich unter die Dusche retten, Schweiß und Salz vom kalten Meer in Cherbourg-en-Cotentin abwaschen, so ist meine ruhige Nacht sicher. Die drei Batterien sind laut Anzeige proppenvoll.

Vier Viertelliter-Fläschchen Alk freies Bier, Salat, Gurke und Tomate mit Salz haben mich über den Tag gerettet. Nach der ruhigen Woche am Meer hat mir die Fahrt Freude gemacht und gebracht. Blutrot färben sich am Abend die Wolken. Mücken schwirren um das Auto, also Türen und Fliegengitter geschlossen halten. Der Laptop muss jetzt Strom aus dem eigenen Akku nehmen. Ans Bordnetz kommt er vorerst nicht mehr. Ab halbvier morgens ist die Nacht vorbei. Der Mond schaut milde durch das offene Heckfenster auf meine Versuche, mich still sitzend zur Ruhe zu zwingen, meinem Atem und Herzschlag zu lauschen.


Endlich sperrt gegen acht Uhr der freundliche Gehilfe das Tor vom Camp auf. Schnell das Fahrrad vom Träger geholt, um dem freundlichen Städten Albert einige flüchtige Reize abzugewinnen.



Dass sich Albert, laut Wiki französische Gemeinde und Kantonshauptort mit 9928 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) diese hoch aufragende Backsteinkirche leisten kann, erstaunt mich.



Wäre Wiki nicht, wären mir Wunder über Wunder unerklärlich geblieben. Man blicke auf des Kirchturms Spitze und sieht sie:
Albert war mehrere Jahrhunderte lang ein Pilgerort; auf der Spitze der Basilika stand eine weithin sichtbare goldene Marienstatue, die angeblich ein Schäfer gefunden hatte

Jetzt wird man weniger auf vergrabenen goldenen Marienstatuen stoßen sondern auf Gebeine von Gefallenen. Die morgentliche Radtour zeigt mir Alberts spannende Plätze. Mit Baguette und Kuchen in den Satteltaschen geht es zum Zahlen ins Camp. Die Reise beginnt um 9.00 Uhr morgens, die Reise ist lang.





Das Baguette schaut aus der Satteltasche. Der Bahnhof von Albert zeigt sich mit großem Schild.



Zweite Tagesetappe Albert - Marten




Die nächste Etappe geht wieder über 400 Kilometer. Von Albert beginnt die Strecke auf  kleinsten Landstraßen wie mit einem Tunnel unter der Bahn, Durchfahrthöhe unter drei Meter. Da passt mein Auto nicht durch. Alternativ führt mich die Straße an einem englischen Krieger- und Siegerdenkmal vorbei. Es ist noch früh und kühl. Das Monument kann man sich nicht entgehen lassen, oder?

Das Museum zum Grabenkrieg 1916 bleibt mir erspart. Wunderbare weite Landschaft, paradiesisch - um einander abzuschlachten. Für die Kinder und Enkel der englischen Krieger stehen große Schilder am Straßenrand: "RECHT FAHREN!", zweisprachig englisch-französische Freundschaft. Kriegserinnerungs-Tourismus.


Nachdem mir Museen an der Küste der Normandie die siegreichen, allierten Invasoren vom 6. Juni 1944 zur Genüge gezeigt haben, erinnern hier im Department Somme Museen, Mahmale und Soldatenfriedhöfe an den Tod der allierten Helden auf den Schlachtfeldern von 1916.


Als museale Erinnerung an die Kriegszeiten WW I wie WW II fiel mir ein digitalisiertes Blatt Papier auf, welches jeder Landser in seinem Sturmgepäck mitschleppte.




In der Theorie und in Anlehnung an Werte des christlichen Abendlandes titelt das Blatt "DIE 10 GEBOTE". Weitere Kommentare dazu bleiben mir besser erspart, obgleich es mich in den Fingern juckt. Lassen wir das! Trauern wir solidarisch mit den gefallenen Engländern an dieser Pilgerstätte


Thiepval Memorial Anglo-French Cemetery

Die drittklassigen Kleinstraßen lassen mich kaum voran kommen. Nach einer Stunde sind gerade mal 40 Kilometer von 440 geschafft. Mit der Freigabe von  "Mautstraßen" im Navi geht es endlich auf eine Autobahn. Stadtdurch- und Rundfahrten wie in Amiens kann man auf so weiten Wegen nicht brauchen. Für viereinhalb Euro geht es zügig nach Lille und durch Lille nach Tourcoing Richtung OOST-VLANDEREN. Das liegt in Belgien. Sonnenhitze auf dem Solarpanel und die Lichtmaschine haben die Batterien voll geladen.


Mein Ziel bis 11.00 Uhr zu fahren, ist geschafft. Es bleiben noch 300 Kilometer. Von der Bahn ab auf eine Nebenstraße. Mittag im Schatten. Ein Kalb schaut zu. Wie immer gibt es Salat. Sogar ein paar Takte Schlaf gönnt sich der Körper am Boden des Fahrzeugs. Auf dem schmalen Gang von den Sitzen zum Heckbett ist es am kühlsten. Schlaf kommt. Der Wind klappt das Fenster in der Aufbautür krachend zu. Vorbei die Ruhe. Weiter, weiter, immer weiter.

In Belgien wird es hinter Antwerpen ruhiger auf der Autobahn, dafür steigt die Hitze. Vor Eindhoven geht es wieder ab von der Bahn zu einem Platz in ruhigerem Schatten. Der Platz ist einsam. So kann mich die Dusche außen am Auto für einen kurzen Augenblick abkühlen und erfrischen. Kurz danach ist die Haut wieder salzig und feucht von Schweiß. Es sind 35 Grad im Wagen. Im Schatten bei allen geöffneten Luken. Noch 189 Kilometer. Keine Wolke in Sicht. Die Karte "France 2020 PLASTIFIÉE" kommt in den Schrank. Wenn es nur irgendwo einen See, einen Kanal gäbe! Irgendwo quert die Straße ein Gewässer, auf dem ein Boot spritzend voran jagt. Trucker träumen trocken .


Zwei Nächte in Marten


Glücklich gegen Abend beim Bruder angekommen. Der Tatort aus Dortmund passt zur Szene und Zeit. Kaputt wie die Stadt. Dortmund wird Dortbunt. Das war am 28.Juni - vor der Fahrt nach Frankreich - 2773 Abrufe. Da kostete der Kilo Silber-Spaß noch 700 Euro, mittlerweile Tausend. Geld geht kaputt wie Dortbunt.

Zehn Jahre alte Aufbaubatterien, die weder Netzteil noch Solarpanel mehr bei meinem Stromverbrauch laden konnten, haben  meinen "Rücksturz" von Cherbourg-en-Cotentin nach Marten erzwungen. Mein Bruder hat die Batterien bestellt. Sie sollen in ein, bis zwei Arbeitstagen per Paket kommen. Er kennt sich mit diesen Dingen aus.



Während es mir immer wieder gelungen ist und wohl weiterhin gelingt, mir wohlgesonnene Menschen dermaßen zu brüskieren, dass sie von Entsetzen geschüttelt selbst Jahrzehnte lange Verbindungen kappen, bleiben alte Bekannte meinem höchst diplomatischen Bruder freundlich verbunden. Die hohe Kunst, Menschen das zu erzählen, was sie lieben, ist Grundlage gedeihlicher Beziehungen. Triffst Du einen moribunden Kameraden im Endstadium, beglückwünsche ihn und gratulieren ihm zu seinem blenden Aussehen.

Beim Kampf an der Hitzefront verliert mein Körper bei 34 Grad im Auto den Schlaf. Ohne ausreichend Schlaf kündigt mein Kopf mit klopfenden Schmerzen einen baldigen Shut-Down an. Diesmal blieben mir die Qualen erspart, weil Stunden auf einer Couch mit Atmen und Nachfühlen der Herzschläge langsam die Schmerzen neutralsierten. Nach Stunden solcher Übungen, immer wieder mit kurzen Schlafphasen durchsetzt, klingen die Schmerzen endlich ab. Wie wahr der Satz:


"Wenn Du die Augen schließt, siehst Du was Dir gehört." 

 Mehr noch: Du hörst dabei das Metronom Deines Herzschlags, hörst deinen Atem - mitsamt mehr oder weniger Pfeifen in den Ohren. Wie schön, wenn der nachlassende Schmerz Dir ein paar Takte Alleinunterhaltung mit dem Rechner gestattet.


Nachtgedanken


Es gibt Wichtigeres, als sich mit Politik zu beschäftigen. Autoren, Kommentatoren in Leserbriefen, in sozialen Netzen genießen unterhaltsame Freuden des Stammtisches. Sofern jemand aus dem unübersehbaren Pool der emsigen Schreiber, sofern sich jemand mit noch mehr Aufwand um Video-Botschaften bemüht, sofern jemand eine so große Anzahl von Abnehmern seines Fleißes erreicht, dass  Spenden, Werbeeinnahmen oder sonstige Geld werte Vorteile zu gewinnen sind, ist ein Schritt zur Professionalisierung gelungen. Dann – und erst dann – macht Schreiben Sinn. Alles darunter gleicht Stammtischgeschwätz, gut für das EGO im Kreise Gleichgesinnter.

Kritik an derzeit Mächtigen und Regierenden hierzulande, in der Frankreich, den USA, in Ungarn, Italien, Polen, der Ukraine oder in Belarus – wo auch immer – ist wirkungs- und folgenlos. Es fällt schwer, auf gewohnte unterhaltsame Beschäftigung zu verzichten, es fällt schwer, sich nach Jahren von dieser Freizeitgestaltung zu trennen, es fällt schwer, sich anderen Gedanken und Aufgaben zu öffnen,  und wenn es dann doch gelingt, so aus Einsicht in die Nutzlosigkeit aller investierter Mühen, einer gigantischen Verschwendung von Lebenszeit und Energie.



Der Bevölkerungsaustausch ist insofern beschlossene Sache, als sich - wie Floydmasika nicht müde wird nachzuweisen - Brüsseler, Straßburger und Luxemburger Justiz diesem Bevölkerungsaustausch ihren höchst richterlichen Segen geben. Kleine Blogger-Fürze gegen die Macht diese Elite gleicht dem Kampf gegen Windmühlenflügel. Floydmasika als Don Quijote, irgend ein Co-Autor zur Stelle als Sancho Pansa?

Batterieeinbau, Twistesee, Sonneberg

Nachmittags liefert DHL die beiden Batterien in zwei schweren Kartons Der Sohn meines Bruders trägt eine Kiste, meine Kraft schafft die andere Last. Marten muss sich mit wenigen Regentropfen begnügen, während ein paar Kilometer in Bochum Stürme Bäume umknicken, Straßen überfluten.



Mein Bruder ist gefragter Hobby-Schrauber, an der Grenze zum Profi. Mit überlegter Ruhe geht ihm die Arbeit flott von der Hand. Den Beifahrersitz müssen wir abbauen, wie das Titelbild zeigt. Die zehn Jahre alten Akkus kommen raus, die neuen Akkus sichern Schellen gegen Verrutschen, die Kabel angeschlossen, den Beifahrersitz wieder angeschraubt. Fertig.




Mit der Mentalität des Ruhrgebiets gleichsam verwachsen und verwoben gilt die Devise: "Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat." Er mag vielleicht das Gefühl haben, dass ihn nach Reisen gelüstet, mir bleibt ein wehmütiges Gefühl über diesen lieben Familienverbund aus Vater, Mutter, zwei Söhnen, zwei Schwiegertöchtern und fünf Enkeln in schönen Häusern mit großen Gärten in einer ruhigen Seitenstraße. 




Das Haus meines Bruders ist noch älter als unseres. Es stammt aus den 20 Jahren, vermutlich eine Siedlung von Arbeitern im Kohlebergwerk. Früher konnte der große Garten vielleicht sogar eine Ziege, die sogenannte "Bergmannskuh" ernähren, heute pflegt die Familie dort ein blühendes Paradies mit eigenen Hühnern. Sein Hymer mit H-Kennzeichen hat ihn schon bis Marokko geschaukelt.

Mit neuen Batterien hilft mir der unermüdliche Fünf-Zylinder meines 136-PS-Diesel, der sommerlichen Stadthitze zu entfliehen. Im auf 34 Grad aufgeheizten Wohnmobil war es in Marten noch nach Mitternacht 30 Grad warm. Abkühlung gibt es 134 Kilometer weiter am Twistesee - bei nur 26 Grad.



Seit nunmehr 10 Jahren und bald 200.000 Kilometern schaukelt mich mein Auto kreuz und quer durch Europa, Nordafrika, Türkei, Russland, Finnland, Schweden, Portugal, Sizilien etc. pp. Doch das....




....ist in Organisation und Fülle typisch deutsch. Twiste-Talsperre, Wasserschutzgebiet, Freizeit-Oase, "da wo, der Urlaub Spass macht"... nein, danke!



 Da fährt der Paderborner mit seinem 100.000 Euro Mobil am Nachmittag 50 Kilometer zum Wohnmobilhafen Twistesee. Dort pflanzt er sich mit Markise, Grill, Moped, Haus und Hund, Paddelboot hin und macht Urlaub. Wunderbar, wer's mag.

Von Marten geht es also am Abend über freie Autobahnen bis zum Twistesee. Mir hat ein Abendbad nach dem Tag gereicht. Der Wohnmobilhafen ist gerappelt voll, gerade Platz mich in eine Lücke zu quetschen. Stromversorgung 40 Meter entfernt, doch meine beiden Kabeltrommeln schaffen 60 Meter. Am anderen Morgen um 6.30 Uhr dieselt mein Trecker schon wieder über Land.


Das Bad bei untergehender Sonne im Twistesee beim letzten Abendrot belebt mich. Schlingpflanzen schmeicheln mir um die Füßen. Drei dicke Russinnen lassen sich an ihrer Sprache ausmachen. Sie grüßen freundlich zurück und lächeln mich an, wie es mich noch halbnass und halbnackt zurück zieht zum Auto. Alles ist gut, ein Gefühl von Glück.


Bei aufgehender Sonne brummt der Diesel schon wieder über Berg und Tal auf kleinen, verschlafene Dorfstraßen Richtung Heimat.


Freude kommt auf, sich der Frau, dem Haus und dem Garten zu nähern.


Wolfshagen

Nach den ersten 20, 30 Kilometer wird es Zeit zum Frühstück. Mein Weg führt mich zufällig nach Wolfshagen, in ein Städtchen, in welches man sich auf den ersten Blick verliebt.





Von diesen liebenswertes Städtchen hat der Krieg noch einige in Deutschland übrig gelassen.









Das gab es in Frankreich nicht: Hier in Wolfshagen muss der Gast Name, Adresse und Telefonnummer hinterlassen.





Das alte Rathaus in Wolfshagen ist als schönes, großes Fachwerkhaus berühmt.


Für seine Handwerks- und Geigenbaukunst, für seine romantische Fachwerkhäuser, seine Kathedralen, selbst für seine Autos, seinen Organisationsgrad, seine Disziplin sind Land und Leute gerühmt - vor allem für ihr Geld, für ihre Kriegskunst verflucht für Generationen.



Wie der kleine Akif an der Tastatur zum "Bösen Wolf" mutiert, freut sich meine Streitlust daran, verträumt versammelte naive, kleine Geißlein zu fressen, bis mich irgendein Zensor im Brunnen des Vergessen versenkt.  


Was soll's? Der Autor zieht seine Bahn. Noch ist angenehm kühl. Die Kirchturmuhr zeigt 7.25 Uhr. Ein langer, heißer Weg steht mir bevor.




Ein alter Hinterhof mit neuen Autos - ein Bild wie aus einem Werbeprospekt.





Da steht mein Mobil mit neuen Batterien. Jetzt nur noch nach Hause.... Die Hitze wird unerträglich.



Pause am Autohof in Bad Hersfeld süd - gegen 11.00 Uhr. Das schwerste Stück steht mir noch bevor. Es geht hinter Erfurt über Berg und Tal auf  800 Meter Höhe, schleichend hinter einem Tankwagen, der nach einer halben Stunde in einer Parkbucht den dahinter gestauten Verkehr vorbei lässt. Von Eisfeld sollte die A89 mich in 24 Kilometer nach Sonneberg bringen. Doch diese Verbindung ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Umleitung ist schlecht ausgeschildert. Nach zwei Kreisfahrten hält mich immer wieder die Straßensperre auf. Endlich gelingt es mir, über Umwege von Steinach mein Ziel zu erreichen. Ab 20 Uhr Schlaf bis morgens um 6.00 Uhr.



Im Rosengarten meiner Frau ist am anderen Morgen die Welt fast schon wieder in Ordnung.



Sie erntet Bohnen aus dem Garten, kocht Suppe, dazu kühler Kartoffelsalat mit Tofu. Akten aufräumen. Reise Abschluß.


Strafanzeige gegen Esken - Politpestilentes Intermezzo


Manche Sachen stoßen mir allerdings dermaßen sauer auf, dass es mich geradezu zu Kommentaren zwingt. Auch für mich waren schon immer und sind jetzt erst recht Massenversammlungen wie Fußball, Pop-Konzerte und momentan auch Demonstrationen vollkommen undiskutabel. Denn bei uns alten Wracks 70 plus, die wir unsere Körper schleppen und bei Tisch oder in der Sauna zusammen sitzen mit neuem Herzen, mit Lungenriß, mit Innenohrschwindel, mit Diabetes und mit Was-weißt-du-nicht-alles, da ist und bleibt meine Meinung eben wie die der Esken, dass in Berlin am 1.8. und wieder am 29.8. sich "Covidioten" versammeln, ein sträfliches Unterfangen bei dem ungewissen Krankheitsverlauf von Covid-19 und den unerklärlichen Infektionsketten, teils tödlich, teils ohne alle Symptome.

Es ist allerdings ein Unterschied, ob alte Wracks am Küchen- oder Stammtisch irgendwen als "Idioten" diffamieren oder ob eine öffentliche Person wie Esken vor einem Millionenpublikum Menschen als "CovIdioten" bezeichnet. Das steht der Dame ebenso wenig zu, wie es Ramelow oder Gabriel zusteht, ihren Kritikern Stinkefinger zu zeigen. Schließlich sind diese gewählten Volksvertreter von Steuern bezahlte Dienstleister für die Allgemeinheit - einschließlich ihrer Gegner.

Akifs Abschaum


Akif ist für mich der größte, lebende, türkisch-deutsche Schriftsteller. Er ist vom Herzen her ein kämpferischer Türke, von seinen Werken her ein kämpferischer Deutscher. Akif kämpft als Türke für Deutschland und er kämpft gut. Beispielsweise so - für alle, die zu wenig Zeit haben, den Link zur Quelle abzuschöpfen.

Es geht bei Akifs "Abschaum" um die "sprachliche Gender-Scheiße":

Nein, es geht einzig und allein darum, daß der Staat in einem Air von Wohlstandsdegeneration nur wertlose Scheiße studiert habenden Luschen, die noch vor hundert Jahren lediglich fürs Pferdeäpfel-Kehren getaugt hätten, künstliche Pöstchen schafft, wo sie vor Langeweile und Unfähigkeit sich jeden Tag solchen Driss aus dem Arsch ziehen.
Der liebe Akif lässt meine Kommentare zu seinen Arbeiten stets zu, wobei von ihm über 100 Leser zu meinen letzten Blog fanden.


Es belustigt mich mittlerweile, dass von all vorigen Lesern des Gelben Forum über die letzten Jahre nach der Statistik keiner mehr kommt.



Das Kapitel "Gelbes Forum" ist abgeschlossen. Ebenso verschwindet mein Verlangen, politische Verhältnisse wie unter Merkel, Seehofer, Esken, Künert, Baerbock, Habeck, Meuthen, Höcke, Kalbitz, Trump, Putin, Erdogen, Macron, Xi Jinping etc. kritisch zu kommentieren. Der schmierige Polit-Freak steckt in jedem. Das Beste scheint mir, sofern kein Geld mit Kritik zu verdienen ist, bei sich selbst und seinen Stories zu bleiben. Damit hat jeder genug zu tun. Mir reicht's jedenfalls im Moment.


Ende der Reise


Die Reise ging vom 29. Mai bis zum 12. August über 4500 Kilometer.  Etwa eine halbe Tonne Diesel verbrannte die Maschine, Kocher, Kühlschrank und Heizung 54 Liter Gas. Die Kosten für Camps betrugen rund 1200 Euro. Bei Kosten für Camps und Diesel von etwa 1900 Euro hat sich der sparsame Autor zumeist im Auto selbst verpflegt. Es bleiben Bilder und Erinnerungen. 

Mein Ärger ist verarbeitet, wie meine Dummheit, mich für Tempranillo so eingesetzt zu haben, dass es mir Spielplatzverbot eintrug, wie meine Dummheit, die Batterien vollkommen entleert zu haben, dass Starthilfe nötig war. Vielleicht ist es mir eine Lehre, dass mir die Ereignisse im Land, die ausufernde Ungerechtigkeit im Land gegen die urstämmige Bevölkerung mehr und mehr gleichgültig werden. Jeder kennt mittlerweile einen "netten Türken", bald kennt jeder einen "netten Schwarzafrikaner". In viele Familien ziehen prächtige Männer aus dem Morgen- oder Mohrenland als Schwiegersöhne ein, denen ihre Frauen die Muttersprache beibringen. Wer sich als Analphabet hier im Land nicht von seiner Hände Arbeit erhalten kann, den erhält die Arbeit anderer Hände. Spannend wird's, wenn der Sozialstaat seine Lasten nicht mehr schultern kann. Was geht mich das alles  noch an?





Wir wollen und werden unser verbleibendes Leben so gut genießen wie möglich, beispielsweise so:




Liebe Blogger-Freunde


Links zu meinen Blogs zuerst an die, die sich mit einer Mail an

n0by-subscribe@yahoogroups.com

bei meiner Yahoo-Gruppe anmelden. Der Link zu diesem Blog lautet

https://n0by.blogspot.com/2020/08/batterien-leer-in-cherbourg-1400-km.html

....gern weiter verschicken

Digitale Spass-Guerilla gegen Zensoren, Blockwarte, Hausmeister, gegen Geldentwertung, Covid-19, Umvolkung, gegen Klimawandel, gegen Einsamkeit, gegen Langeweile, Leere, gegen das Gefühl eigener Nutzlosigkeit und Minderwertigkeit, gegen geistige Inkontinenz, gegen Dumpfbackenplauderei, gegen autoritätshörige Kriecher und Spießer ... und vor allem für den Spass an der Freud! In Ewigkeit - Amen!







Kommentare:

Gudrun Enigmayr hat gesagt…

Werter n0by,

herzlichen Glückwunsch dafür, daß Sie in mehrfacher Hinsicht angekommen sind!

Wavefan hat gesagt…

Gruß von einen Neustädter der mit dem Rad immer mal im Freibad neben dir eintaucht. Im Gelben fließt der Honig aus dem Topf.

Hoowoman hat gesagt…

Adieu la France.

Tomaten Michel hat gesagt…

N0by: "Die hohe Kunst, Menschen das zu erzählen, was sie lieben, ist Grundlage gedeihlicher Beziehungen."

Dem kann ich nach jahrzehntelanger privater wie beruflicher Beobachtung uneingeschränkt zustimmen. Diese aus meiner Perspektive wenig wahrhaftige Haltung, hat etwas mit Egoismus zu tun. Die Realität verschleiernde "Diplomatie" gereicht hin und wieder zu Vorteilen für diejenigen, die sie zu nutzen verstehen, und auch dauerhaft gut damit schlafen können. Mein Ding ist es nie gewesen... wobei es nichts damit zu tun hat, dass man hier und da selbst auch schon mal die Zähne zusammen gebissen hätte. Mit fortschreitendem Alter verliert sich zugunsten ehrlich und offen ausgedrückter Meinungsäußerung das "diplomatische" Verhalten zusehends.
Es wird schwieriger, Spaß im Umgang und Austausch mit Leuten zu empfinden, an denen die Weiterentwicklung scheinbar spurlos - ausgenommen die Körperhülle - vorbei gegangen ist. Echte Freunde und nette Verwandte werden deutlich weniger 😁

Es fragt sich, wer denn wirklich in (s)einer Blase lebt, die doch so oft Leuten verächtlich angedichtet wird, die etwas "eigen" in ihrer Lebenshaltung im Vergleich mit der Mehrheit der Lemminge lebt.
Toleranz scheint es in diesen Zeiten nur in eine Richtung zu geben, so wie nur eine Wahrheit und nur eine Wirklichkeit.

Gut, dass nicht jedermann krank, aber jeder alt wird. Schade nur, dass es nicht jeder voraus zu ahnen scheint😉