30 August 2025

Schlosshof Festival, Fränkische Schweiz, Revolution Number 9

 


Wenn sich erschöpft von Sonne, Eindrücken und Bewegung Ruhe in meinem Refugium einstellt, fingern meine Gedanken einen Bildbericht zusammen, der mir mehr Ordnung verschafft. Meine kleinen Reisen im Kreis um Sonneberg werden ohnehin niemals mehr China, Amerika oder Afrika erreichen - bestenfalls noch Portugal. Was hier jetzt ist, ist mir schon mehr als genug.



Wem tut es schon gut, sich mit Nachrichten aus Absurdistan abzugeben? Mir tut es weitaus besser, auf E-Bike Rosinante durch die schöne Sommerwelt zu strampeln und all das zu vergessen, was ohnehin nicht zu ändern ist. 


Schön für Staatsanwälte, Richter und Anwälte, wenn sie arbeiten dürfen, aber ist das auch schön für Steuerzahler von staatlich juristischen Dienstleistungen?


Höchstadt/Aich




Das Greisenalter beginnt, wenn lärmende Volksvergnügen mich eher abstoßen als anziehen. Der Samstagabend in Bamberg mit der Sandkerwa am Abend würde mich allenfalls dazu reizen, mit E-Bike Rosinante und einem Anhänger dahinter die Unmengen leerer Pfandflaschen aufzusammeln, welche die Feiernden auf den Straßen und Gassen zurück lassen. Mir gefällt es mehr, am frühen Morgen mit dem Rad durch die Wunderwelt zu reisen. 



Auch wenn am Ende des Tages 70 Kilometer lang mich der Sattel gedrückt hat, ist mir die Stille auf dem Rad am liebsten.



Da soll ein Radweg von der Ostsee bis nach Garmisch-Partenkirchen führen, hier am Kanal in Hirschaid kann man die Reifen aufpumpen.



Mit schwachen Kräften auf sich gestellt ist man den Launen der Natur, Wind, Wetter oder Sonne ausgesetzt, was mehr braucht man für sein Glück?


Sieht es nicht aus, als hätten die Menschen in ihrem kleinen Dorf Seußling bei all der Vergänglichkeit sich mit ihrer Kirche ein Band zwischen Vergangem, dem Jetzt und dem Kommenden geknüpft?



Ziemlich erschöpft in Höchstadt/Aich angekommen stellt der zerstreute, alte Mann fest, das Ladegerät vergessen zu haben, um den Akku für die Rückfahrt zu stärken. Das nimmt mir die Freude am Besuch von Höchstadt/Aich, auch wenn die Störche auf dem Kirchturm klappern.



Das Schlossfest mit dem Mittelaltermarkt hätte schöne Bilder gegeben. Doch 85 Euro Eintritt ist es mir nicht wert.



Für 85 Euro gäb's dann bis zur Mitternachstunde Trubel, Jubel, Heiterkeit.



Im heimischen Sessel kann man sich morbide Musik, Gangsta-Rap, Techno, Hardrock und Heavy Metal gefallen lassen. Musik und Texte von Bob Marley als Botschafter einer neuen, besseren, friedlicheren und gerechteren Epoche ist zeitlos - wie Künstler eben sind oder sein sollen. Doch für viele - wie für mich einst vor Jahrzehnten - wäre morbider Musikgenuß nur mit Alkohol zu ertragen, mit viel, viel Alkohol. Doch das alte Volkslied liegt mir näher:

 "Einst hat mir der Leibarzt geboten, 
stirb oder entrate dem Wein, 
dem Weißen sowohl als dem Roten, 
sonst wird es Dein Untergang sein."



Irgendwann hat es mich nicht mehr gelockt, solche Musik zu hören....



Mir reichen die lächelnden, teuer geschmickten Fratzen im Polit-Werbefernsehen, braucht man solche Gestalten dann noch auf der Bühne wie bei "Feine Sahne Fischfilet"?


Gemeinschaftliche Glückgefühle mögen mehr Junge als Alte bei solchem Musikfestival vereinen. Mich gruselts in der Szene bei den Klängen mittlerweile. Mehr gefällt mir mittlerweile, mich in hoher Kirchenhalle vom Klang der Orgel berauschen zu lassen.



Abenteuerliche Gestalten, meist als "männlich gelesen", strömen zur Kasse.


So bleibt mir nichts anderes übrig, als auf der Treppe umzudrehen und den Heimweg anzutreten. 



Als Erinnerung an den Ausflug nach Höchstadt/Aich bleiben mir schöne, einsame Landstraßen.




Auf Feld- und Waldwegen sieht man ab und an Wild, auf einsamen Landstraßen tuckern manchmal seltsame Gefährte, die man noch nie gesehen hat.

Fränkische Schweiz


Von Bamberg aus dieselt mein Womo läppische 50 Kilometer weiter in die wunderbare, waldige Hügellandschaft der Fränkischen Schweiz. Am Gut Schönhof in Eichenbirkig soll ein Stellplatz sein.



Versteckt hinter Blättern steht "STELLPLATZ GESCHLOSSEN". Doch nach Rückfrage lässt man mich dort stehen, zeigt mir einen Wasserhahn, sofern mir der nötig.


Menschen feiern Sonntag im Festzelt der Feuerwehr.



Die Veranstaltung trifft meinen Geschmack, auch "Klos mit Soß" für drei Euro sind nicht zu verachten.



Drei Burschen musizieren, zwei zusammengestellte Bierbänke als schiefe Ebene dienen Kindern als Rutsche. Will man nicht Alltag, Politik, Sorgen und Mühen bei Bier und Braten vergessen?



Die Gegend ist zauberhaft. Die Nacht sternenklar und ruhig. Keine Laterne stört.


Waischenfeld, Plankenfels



Von Eichenbirkig geht es in rauschender Talfahrt hinunter nach Waischenfeld, dann an der Wisent entlang hinauf nach Plankenfels.

Hymer meines Bruders Uli




In Plankenfels repariert Meister Düngfelder den alten Hymer meines Bruders. Die Holme an der Vorderachse, die die Verkleidung tragen, sind durchgerostet.


Hier schweißt der Meister neue Trageholme ein.


Die Blechhaut ist mit dem Styropor verklebt. Blech und Styropor voneinander zu trennen, ist mühsam. Früher verkaufte Hymer die Verkleidungsbleche, jetzt nicht mehr.


Hier hat Meister Düngfelder die Zierleiste abgebaut.


Der alte Hymer hat ein H-Kennzeichen, darf also in Umweltzonen einfahren und hat eine günstige KFZ-Steuer.




Die Radhausverkleidungen sind mit klebenden Material angepappt. Es ist keine leichte Sache, die Verkleidungen zu säubern und wieder einzubauen. Neuteile gibt es nicht mehr.


Um die Zierleiste abzubauen, muss der Meister die verrosteten Schrauben lösen. Notfalls schlitzt er Schraubenköpfe mit der Flex, um sie rausdrehen zu können.


Neuwagen reparieren, kann jeder, meint der Meister.


Jetzt löst Meister Düngfelder die Zierleister auf der Fahrerseite.


Wie man in all dem Material seine Siebensachen finden kann, ist mir unerklärlich.


Doch der Meister beherrscht das Chaos.


Ein Eintrag zu seiner Werkstatt hinterlässt böse Worte.


Doch wenn dann endlich, endlich nach langer, langer Zeit Meister Düngfelder den alten Hymer wieder durch den TÜV bringt, ist ihm ein Wunder gelungen, welches wohl kaum eine andere Werkstatt erledigt hätte.



Trecker, Autos, Motorräder und Wohnmobile.... alles wartet auf Reparatur oder Verwertung.




Auf der Fahrerseite hat der Meister auch ein neues Gerippe eingeschweisst. Jetzt werden noch die Schmiernippel an der Vorderachse versorgt. Der Motor sprang nach 20 Monaten einwandfrei an. Jetzt ist abzusehen, das nach langer Zeit der Wagen fertig wird.



Radweg an der Wisent zwischen Waischenfeld und Nankendorf.



Das Camp in Waischenfeld ist ausverkauft. Doch es gibt in Waischenfeld an der Wisent einen einfachen, kostenlosen Stellplatz. Dort gibt es Platz für mein Womo.


Beim Abendspaziergang zeigt sich Waischenfeld in seiner Pracht.





Nach einem brutheißen Tag kühlt die Nacht ab, vier Grad Celsius morgens verlangt nach Heizung.

Hochstahl/Aufseß



Keine zehn Kilometer weiter findet sich in Hochstahl/Aufseß ein herrliches Camp, das für 15 Euro alles bietet, was man braucht - von WiFi abgesehen.



Mit vier Brauereien auf 1500 Einwohnern gelang Aufseß ein Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde.



Waldweg zwischen Hochstahl und Aufseß




Malerisch schmiegt sich das Schloß von Aufseß in die Hügel. Auf dem Tisch im Vordergrund stehen Honiggläser zum Verkauf.



Meine Geschichte bedient sich bei Wiki, um den Dichter Victor Josepf von Scheffel zu zitieren:

„Am Turm von Aufseß grüßt uns dann
Die Rose aus blauem Schilde,
Ein schriftgelehrter Rittersmann
Hegt sie in ernster Milde.
In der Kapelle hat er sich
Schon Gruft und Sarg bestellt,
Doch zecht er noch frisch tugendlich,
Wenn er den Hirz gefället.“



"Güldner 16 PS" steht auf der Kühlerhaube. Ein alter Trecker, ein Burgturm, ein lauschiger Waldweg machen mich glücklich.

Schloß Greifenstein, Heiligenfeld i. OFr.



Wer bei Wiki nach den Besitzern der Burg Greifenstein forscht, erfährt mehr darüber:

Eigentümer sind seit 1691 die Grafen von Stauffenberg. Greifenstein hat sechs Einwohner.



Ställe oder auch Dienstbotenwohnung sind verfallen.



Meine Touren bergauf und -ab von Eichenbirkig, Waischenfeld, Plankenfels, Aufseß und Heiligenstadt i OFr. brauchen immer wieder neuen Akkustrom.



Auch Heiligenfeld i. OFr. bietet einen komfortablen Stellplatz mit Strom, Sanitäranlage und....



... einem Naturbadesee.



Die weite Natur, die einsamen Landstraßen, die Ruhe und Einsamkeit sind heilsam.



Die Landstraße führt in einen Forstweg, der in einen Trampelpfad übergeht.



Nach Stunden auf wunderbaren Straßen und Wegen in Gottes freier Natur sind auch wieder politpestilente Nachrichten verdaulich.

Revolution Number 9




Was juckt einen einsamen Blogger in der Fränkischen Schweiz die Hamas, Israel oder Palästina?



Nur zu Jesus aufgeblickt, wenn ein Kreuz ganz schwer dich drückt.

Was diszipliniert Menschen in ihrem Kulturraum besser, als mittels höchster Autorität, also mit "Herrngott", im Dienste von Kaiser, Königen, Kalifen und Präsidenten das unwillige Volk zu Kampf-, Dienst-, Fron- Steuer-pflichten zu treiben und gegen den Allbösen Feind anzugehen - wie beispielsweise gegen die Sieben Todsünden.
 

Tja, was sollen Kaiser, Könige, Kalifen und Präsidenten über den prekären Pöbel denken, wie diesen lenken, damit endlich einmal der Mensch hilfreich, edel und gut werde? Denn was will der prekäre Pöbel - außer Brot und Spielen versteht sich? Vielleicht das und mehr?

Hat nicht Vater Staat die Pflicht, für Wohnen, Wasser, Nahrung, Daten, Geld, Gesundheits-, Altersfürsorge, und alle anderen elementaren Menschenrechte seiner Kunden und Kinder zu sorgen - und zwar fürstlich und angemessen? 


Schließlich haben die Menschen immer wieder mit Staatsformen experimentiert und marode Monarchien revolutioniert.



Wer ist auf die Idee gekommen, dass Menschen für sich selbst und ihren Nachwuchs zu sorgen hätten? 

Zeigen nicht Bettelmönche, dass andere gerne für die sorgen, die sich um "Geistiges Wohlbefinden" und das der Gemeinschaft hinlänglich kümmern? Nun gut - ein paar "Bewußtsein erweiternde Mittel" dürften Bettelmönche schon beflügeln.

Auch experimentieren Alternative immer mal wieder mit anarchischen Vorstellungen wie von "Freier Liebe" und "Freiem Wohnen und Essen"  - vielleicht nach dem Motto "In Vino Veritas" oder "wer zweimal mit der Selben pennt, gehört schon zum Establishment". 

Wie kam Apostel Paulus, wie der 2. Thessalonicherbrief, Kapitel 3, Vers 10 erzählt, auf solche absurde Idee? Diese Spassbremse mit seinem Sprüchlein wie "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" ist ja "voll aggro", nazi, Menschen wie Freiheit verachtend. Gerade seit uralten Zeiten bewährte Lohnsysteme wie "Wiederauferstehung", "Wiedergeburt in Höhere Kasten" oder "Jungfrauen für  Märtyrer" hindern Tagediebe und Saufstrolche daran, ihr Leben im Rausch zu vergeuden, anstatt sich den Erfordernissen der Existenz zu stellen, die da lautet: "BETE UND ARBEITE!" Naive Jugendliche als Blumenkinder geschmückt vereint in der LOVE PARADE sehen am Horizont den Dichtertraum, wo "alle Menschen werden Brüder", wo "kein Mensch ist illegal", wo die Biologie den Menschen nicht in weiblich und männlich scheidet, nein all ist eins und vereint in Seligkeit. 


Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum!
Deine Zauber binden wieder,
Was der Mode Schwert geteilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt. 
Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuss der ganzen Welt!
Brüder, überm Sternenzelt
Muss ein guter Vater wohnen. 


"Muss der Steuerzahler wohnen".....hätte Schiller besser gedichtet. Ob Nietzsche lang über den Satz  "Muss ein guter Vater wohnen."  gegrübelt hat? Dabei wird ihm wohl eingefallen sein, dass Gott nicht mal tot ist, weil Herrgott ja nie gelebt hat. 


Armer Nietzsche! Wie tot ist der denn? Doch es gibt sie noch, die großen, guten Dichter und Denker, die Klonovsky so herrlich besingt! Aber ach, nun haben wir den Salat: Ein Kinderbuchautor und Ex-Vizekanzler macht den Talkshow-Star und alle, alle singen mit.....
Ich mach' mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ....
Hey - Pippi Langstrumpf
Trallari trallahey tralla hoppsasa


Zum Glück gibt's noch wie mit der taz und der Süddeutschen Zeitung objektivere Berichterstattung, die die Größe und Herrlichkeits Habecks nicht in den Dreck ziehen.



Anwalt Steinhöfel "glaubt kein Wort" - das ist eben typisch für ketzerische Typen.

Mein Reiseguru in der Fränkische Schweiz


Klaus ist ein begnadeter Handwerker. Zudem verfügt er dank seiner umgänglichen, freundlichen Art über helfende Netzwerke. Den Allrad-LKW THW-Rundhaubendaimlers hat Klaus 2005 als Camper um- und ausgebaut. Jahrelang dieselte er mit diesem Gefährt durch Europa und Südamerika.



Wer Zeit und Lust hat, kann in seinem Blog diese wundervollen Reise verfolgen. 


Klaus hat mit viel Eigenarbeit dieses herrliche Haus vor Jahrzehnten wieder "zum Leben erweckt", So hegt und pflegt er Garten, Haus und seine drei, vier Autos.



Wir kennen uns nun schon so lange, dass mir das Ritual seiner 12.00-Uhr-Mittagsbrotzeit gut bekannt ist. Seine Frau ist stets bestens informiert, wie die "wochentaz" auf dem Tisch beweist.



Von Bamberg in die Fränkische Schweiz und wieder zurück nach Bamberg haben wir uns am Kanal beim Faltboot-Club niedergelassen. Ein lieber junger Mann bringt mich mit seinen 14 Jahren gehörig auf Trab, beispielsweise die große Rutsche im Freibad hinunter zu rauschen. All das ist besser, viel besser als sich mit politpestilentem Getrödel.....

...aufzuhalten.



p.s. Korrekturen - wenn überhaupt - später

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