14 August 2021

Von Rothenburg o.d.T. nach Otto-Dix-Stadt Gera


Die Nachrichten sind grauenhaft: COVID, Klimakatastrophe, Freunde erkranken und sterben. Was tun? Auf, auf in die Wälder, in die Felder, auf die Straßen, an die Luft! Mir gefällt es besser, durch unser wunderbares Sommersonnenland zu fahren und Geschichten zu schreiben. Weiter, solang' die Kräfte reichen. Was wir nicht brauchen vor dem Sterben, das verbrauchen unsere Erben. Ist das Sinn der Sache?

Viel zu spät begreifen viele -
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Reisen und Kultur.
Darum Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's!
Reise, reise!
Wilhelm Busch (1832-1908
)



Zwei Nächte auf dem Stellplatz in Ansbach waren mit 50 Cents für Strom bezahlbar. Abends klopfte wieder das Mädchenkind an meine Aufbautür, schaute mit geöffnetem Lippen herein und streichelte sich einladend über ihr Haar. Kein Verlangen nach Völkerverständigung mit den Bewohnern der rumänischen oder bulgarischen Kastenwagen auf dem Stellplatz! Mich lockt die Radtour von Asbach nach Rothenburg o.d.T, dann eine Nacht daheim, bevor mir fünf Tage in Gera die Schönheit von Stadt und Land dort zeigen.


Es ist eine harte Tour zu erwarten, weil dunkle Wolken schon am Vormittag auf viel, viel Regen weisen.




Und so wird es auch, weil vor Rothenburg o.d.T. der Regen anfängt, der dann nicht mehr aufhört. Ein Berg dazwischen, die Frankenhöhe, saugt dem Akku die Kraft aus.


Auf der Hinfahrt war der Weg noch trocken, dass mit 65,4 km/h maximaler Geschwindigkeit man von der Frankenhöhe ins Tal rauschen konnte. Am späten Nachmittag war auf Regennasser Strecke mit Laub höchste Vorsicht angeraten.




Die Radwege neben der Bahn sind immer gut, weil dort Steigungen fehlen.


Man strampelt unermüdlich an Wiesen und Feldern vorbei. Als Attraktion glotzen mich ein paar Rindviecher auf der Weide an. Manchmal quert mein Weg einen Ort, dessen Bewohner am Samstag ausruhen.





Die Strecke streift Orte, die man vielleicht einmal im Leben und vermutlich nie mehr wieder sieht. Diese Orte heißen:

- Ansbach
- Häslabronn
- Colmberg
- Golf Club Ansbach
- Geslau
- Steinach a. Wald
- Rothenburg ob der Tauber


Ein Arbeiter rückt Holz, wuchtet einen schweren Stamm auf die Ladefläche des Schleppers. Das Gefährt fasziniert mich: "Wie alt ist der Schlepper?" "Baujahr 1955, der ist älter als ich," antwortet der Besitzer nicht ohne Stolz.




In solchen Orten produzieren Bauern unsere Nahrung.


Der Bauer schaufelt aus der Schutzhütte Kuhmist auf seinen Anhänger.




Die Burg Colmberg zoomt das Objektiv hinter dem Maisfeld näher heran.


Am Golfclub Ansbach vergnügen sich zwei, drei Menschen auf dem gepflegten Rasen.



Im Dörfchen Geslau gibt es auf dem ersten Laden auf halber Strecke Wasser, eine Puddingschnecke, Käse und ein Brötchen. Die Bank unter dem Dach gehört zum Rathaus in Geslau. Dort lässt sich gut rasten. Puddingschnecke und alkfreies Bier geben Kraft für die nächsten Kilometer.



Ob solche Anlagen genug Strom aus Mist gewinnen, um den Industriestandort Deutschland zu betreiben?



Bei einsetzendem Regen ist Rothenburg o.d.T. erreicht. Der Akku ist halbleer.


Auch wenn mich mittelalterliche Fachwerk-Städtchen magisch anziehen, gibt es Lustigeres als hungrig und frierend durch Regen zu stapfen.


Ob es irgendwo in Rothenburg o.d.T. eine Steckdose gibt, um den Akku für die Rückfahrt wieder voll zu laden?


Der Wagen mit holländischem Kennzeichen hat sich in den engen Straßen verirrt und muss umkehren.



Für Fußgänger ist immer Platz. Das Kopfsteinpflaster wird bei Regen glatt.




Zumindest ist bei dem Regen kein großes Gedränge in den engen Gassen.





Das Spitzweghaus ist randvoll gestopft mit Gerümpel - vermutlich in Taiwan oder China für diesen Markt produziert.


Auf halbem Weg zum Rathaus kommt man in eine Seitengasse und dort an die Stadtmauer. Von dort überblickt man dies gesegnete Tal.



Andere Radfahrer packen ihre Regenkleidung aus. Mich schützt mein Poncho aus Plastik.



Die gute Stube jeder Stadt mit Marktplatz und Rathaus sollte doch den E-Bikern eine Steckdose bieten! Mit bedacht brummt der Motorradfahrer über das schlüpfrige Pflaster.




Die Turmuhr im Hintergrund zeigt 16.30 Uhr.


Nicht weit von hier befindet sich die Touristeninformation. Dort sind schon alle Steckdosen von Ladegeräten für E-Bike-Akkus belegt. Doch eine Mitarbeiterin bietet mir eine letzte freie Steckdose an ihrem Schreibtisch an.


Während der Akku lädt, braucht mein Körper nur noch eine warme Gaststube und eine gute Mahlzeit.


Mein Wunsch erfüllt sich!


Danach hat mein Akku wieder 98 Prozent Leistung. Die Dame in der Touriinfo freut sich über zwei Euro für die Kaffeekasse. Mich freut mein fast voll geladener Akku, der mich im Turbo-Modus, der höchsten Leistungsstufe, bequem heim schiebt. Gegen 17.00 Uhr geht es dann auf den Weg zurück nach Ansbach.






Die Bushaltestelle bietet Schutz, um meinen Körper in die Wolljacke, die Regenhose und den Plastik-Poncho zu wickeln. Dann geht es heimwärts, so schnell wie es der glatte und manchmal holprige, stellenweise sandige Weg erlaubt. Meine Frau fragt nach meinem schönsten Erlebnis auf der Reise.

"Das war, als daheim im trocknen Auto die nasse Regenhose auf den Gummimatten im Fahrerraum, der Poncho im Bad aufgehängt war, die Heizung schnell die kleine Plastikkiste erwärmte und das Teewasser kochte."

Nach einer Nacht bei der Liebsten daheim geht es mit vollen Diesel-, Gas- und Wassertanks und frischer Wäsche anderntags gleich weiter in die neue Rentnerarbeitswoche.



Otto-Dix-Stadt Gera


Gera fasziniert durch Gegensätze. Manche großbürgerlichen Häuser verfallen, andere Villen erstrahlen in renovierter Pracht.


Die Fahrt zum Wohnmobilhafen Gera über diese holprige Straße war nur im Schritttempo zu bewältigen. Selbst dabei fiel bei der Schaukelei der Kalender vom Nagel.


Verspielte Türmchen auf dem Dach zeugen von Zeiten, als das Geld dafür reichte.




Andere Fenster an einst herrschaftlichen Häusern sind mit Brettern verschlossen.



Wo einst ein Süßwarenladen sein Schaufenster hatte, da verschließen Pressspanplatten Tür und Fenster. Ein Asiate in Badeschlappen hat daneben gerade seinen Laden geschlossen und schlufft müde heim.




Sieben Uhr abends: In dieser Einkaufstraße werden wohl die Bürgersteige hochgeklappt, nachdem die drei jungen Damen dort vorbei flanniert sind.



In zentraler Innenstadtlage hat noch ein asiatischer Imbiss geöffnet, wo es ein warmes Abendessen gibt. Vor mir sprechen Schauspieler vor einsamer Kulisse irgendeinen Text.




Ein einsamer Mann radelt an der Parteizentrale der LINKEN vorbei.





Doch bei der letzten Wahl zum Stadtrat 2019 bekam die AfD in Gera die meisten Stimmen - Grafik von Wikipedia.




Die Turmuhr zeigt 18.10 Uhr. Doch der abendliche Platz ist menschenleer. Am nächsten Abend bei schönem Wetter gönnen sich zahlreiche Menschen Speis' und Trank an den Tischen der Gastronomie.



Links neben dem weißen Gebäude, dem Standesamt, sitzen ein paar vereinzelte Männer in der Kneipe "Süßer Winkel".


In der fast Menschen leeren Stadt lässt sich am Rathaus dies prächtige Portal besichtigen.



Gera bietet mir soviel, dass mein Aufenthalt sich dort länger hinzieht. Am nächsten Abend tummeln sich Kinder, Junge und Alte auf dem Rathausplatz. Eine Straße weiter tanzen die Menschen, wie mein Video auf YouTube später zeigt.



Über dem Portal des Gebäudes steht "RUTHENUM". Die Webseite der Lehranstalt verrät, was das ist.



Ein paar Autos und ein paar mehr Menschen verkehren vor dem Stadtmuseum.




Nach zwei Tagen in Gera sind mir die wichtigsten Verkehrsachsen vertraut. Hinter dieser Kirche führt ein ruhiger Radweg zum Wohnmobilhafen Gera.




Mit Graffiti verschmierte Tafeln bewerben den "Fernradwanderweg Thüringer Städtekette" mit dem Slogan "Kulturgeschichte ER-FAHREN".



Nahe am Radweg steht an einem lauschigen Seerosentümpel der "Artenschutzturm am Pfortner Gut". Das Gut gibt es nicht mehr,  die Turmuhr geht nicht mehr.



Der Wohnmobilhafen in Gera verwöhnt mich mit einer guter Sanitäranlage, Strom, Wasser und WiFi. Drei Nächte ist mir Gera erstmal wert, Preis 45 Euro. Während dieser Bericht entsteht, läuft passend im ZDF die Sendung "Ein Tag im August - Mauerbau '61".




Von solchen Ruinen gibt es einige in Gera, ebenso im benachbarten Ronneberg wie auch in Sonneberg. Im Restaurant erklärt mir eine Dame, dass Investitoren Gebäude gekauft hätten, diese dann stehen und verfallen lassen. Die Gemeinde könne nichts dagegen machen.




Im Haus gegenüber der Ruine hat ein Investor Bewohner gefunden, wie die Aufschrift zeigt: "Betreutes Wohnen an der Plauenschen Straße".


Zwei Männer treten ihren Heimweg an.




Die "PIZZERIA GEPETTO" hat schon geschlossen. In dieser Straße von Gera genießen die Menschen einen ruhigen Feier- oder Lebensabend. Die meisten Straßen sind ebenso ruhig.


Die evangelisch-lutherische Sekte betreibt die Salvatorkirche, erbaut 1717 bis 1720, zerstört im Stadtbrand 1780, ein Jahr später wieder aufgebaut.



Auch am zweiten Abend versorgt mich ein Vietnamesischer Imbiss mit zehn Frühlingsrollen für zwei Euro fünfzig. Dahinter speisen beim Inder "Sangam" einige Gäste, weitere Lokale und Kneipen sind in dieser Straße.



Die Deutsche Bank schreibt über ihrem Eingang in goldenen Buchstaben "ERBAUT IM JAHRE 1900".




Ohne Worte....



In Großbuchstaben steht über dem Erdgeschoß "FACHARZTZENTRUM PUSCHKINPLATZ". Darunter steht auf dem Plakat "Praxis- und Ladenflächen zu vermieten".



Hier stellt sich Herr Puschkin auf seinem Denkmal vor.




Das "GERICHTS-GEBÄUDE"



Zweiter Abend: In Gera beleben sich bei untergehender Sonne die Straßen. Die Gastwirte freuen sich über viele Gäste zum sommerlichen Feierabend. Im Hintergrund erhebt sich das Hochhaus der SPARKASSE, das Plakat in der Fußgängerzone wirbt für die "Kulturtage Gera". Eine Harley mit tiefen Klang fährt im Hintergrund ab.



Zwei Schauspieler führen anscheinend einen interessanten Dialog, den die Zuschauer auf dem Balkon wohlwollend beklatschen.




Die Sonne malt den Baumschatten auf die Hauswand. Zwei zierliche, junge Dame aus Fernost streben zielstrebig zur Straßenbahnhaltestelle.



Das Theater in Gera schmückt eine geflügelte, goldig glänzende Frauenfigur.



Nach langer Radtour verwöhnt mich eine Wirtschaft im Stil einer Studentenkneipe mit gebratenen Bohnen und Champignons. So gestärkt geht es nach einer Tee- und Ruhepause im heimischen Gefährt abends wieder hinein ins muntere Nachtleben.




Nachtleben in Gera, Tanz am 11. August 2021

Provozierend fragt der Dichterfreund meiner Jugendjahre, der mittlerweile in mir so etwas wie den "Leibhaftigen" verortet per Whatsup:


Immer bemüht, die kurzgeschorene Vernunft meiner lieben Mitmenschen zu erhellen, über sich meine Finger auf der Tastatur an einer Antwort:

Maximal Pigmentierte, dazu neu im Land, sind nicht jahrelang trainiert, um sich so im Gesellschaftstanz zu präsentieren wie die "hier-schon-länger-Lebenden". Doch auch hier zieht die Umvolkung mit stärker Pigmentierten ein, welche - sofern weiblich - Haut wie auch Spuren von Schlägen unter Schleiern verbergen.

Unser Heizungsmonteur, der seit acht Jahren in Sonneberg lebt und aus dem links-rot-grünen versifften Bremen zugezogen ist, bedauert den unaufhaltsamen Zuzug von stärker pigmentierten Neubürgern. Diese, gerade die jungen Männer, würden ihn auslachen, wenn er mit schmutzigen Arbeitskleidern durch Sonneberg heim geht, während als Neubürger wie aus dem Maghreb erkenntliche Jungmänner vor ihm abfällig grinsend ausspucken.


Im Unterschied zu München, Köln, Dortmund muss man hier als BIO-Deutscher, um diese abfällig rassistische Vokabel zu gebrauchen, jedoch noch nicht die Straßenseite wechseln, wenn eine Horde von jungen Neubürgern über den Gehsteig pöbelt. Hier tragen die "Gäste" noch nicht die Nase so hoch wie im Westen - meiner vollkommen unmaßgeblichen Meinung nach.

Otto-Dix-Museum Gera

Doch die leidigen Irrungen und Wirrungen der Politik sollen nicht meine harmonische Zeit in Gera vergiften und vergällen. Eine weitere Nacht ist gebucht, um einem verehrten Maler meiner Jugendjahre genauer zu erforschen.


Hinter diesen Häusern am Ufer der Weißen Elster steht das Geburtshaus des verehrten Meisters.


Mir sind von meinen 68iger Jahren als 20jähriger die "heißen Politkarikaturen" in Erinnerung. Davon standen bei mir einst Bildbände, die im Laufe der Jahrzehnte nach etlichen Umzügen auf Flohmärkten verramscht worden sind. Mein Jugendfreund ist der Kunst treu geblieben, wie seine Gedichte im vorigen Blog beweisen.


Mich hingegen hat ein hartes Arbeitsleben mit der liebenden Sorge eher in bürgerliches Wohlbehagen gezogen, wo meine holde Gattin Blaubeeren pflückt und Marmelade macht, derweil auf Reisen meine Gedanken sich im Blog verdichten. Die Elternstube von Otto Dix ähnelt unserer Küche daheim, nur die Geräte sind moderner.





Mein Tisch im Auto ist kleiner als dieser. Die Uhr immer Blick kennzeichnet den Rhythmus der arbeitender Bevölkerung, als Redakteur immer im Termindruck. Das bleibt so drin und erhalten, bis Gevatter Hein den letzten Uhrenschlag läutet.


Hier malt sich Dix als 24jähriger Rekrut 1915 im Ersten Weltkrieg. Den hat er vier Jahre lang hautnah erlebt und erlitten, hat 1944 im letzten Aufgebot des "Volkssturms" an die Front gemusst. Das Bild zeigt Dix im "Selbstbildnis als Zielscheibe", wie im Zielfernrohr eines Gewehres, eben als Kanonenfutter. So jedenfalls erzählt es einleuchtend der Audio-Guide, den man beim Besuch des Museums erhält.



Dies Bild "Loth und seine Töchter" hat mich im Museum in Aachen schon vor Jahrzehnten fasziniert. Die kundige Dame im Museum berichtet, dass das Werk erst kürzlich als Dauerleihgabe nach Gera gekommen sei. Die prophetische Ahnung der bombardierten, brennenden Kirchenkuppel in Dresden war für den feinfühligen Dix schon 1938 zu ahnen.



Bevor mich in der Orangerie das Spätwerk von Dix erschüttert, erholen sich meine Sinne mit einem Blick über Gera von der Osterburg. Eine 90jährige feiert gerade ihren Geburtstag dort. Das einstige Schloß hat die Bombardierung 1945 zerstört.



  Wie schön und erholsam es ist, vom Springbrunnen aus über die Orangerie zu schauen.



Bei diesem Bild wandern meine Gedanken zu einem meiner neuen Freunde. Er ist Augenarzt, feinfühlig und hilfsbereit. Das Bild trägt den Titel: "Die Heilung des Blinden (Christus als Arzt) 1945"


 



Große Kreuzaufrichtung 1962




Es fühlt sich an, als verließe man die beiden Dix-Museen als ein wenig veränderter Mensch, als der man war zuvor. Das Akkordeon-Spiel des Meisters rührt mich. Sein "Dank" für die Münze verrät ihn als einen hier noch-nicht-länger-Lebenden. Das Auto hat sich von unerträglichen 34 Grad schon wieder auf angenehmere 27 Grad abgekühlt. Und wieder lockt das Nachtleben von Gera - wie die Abende zuvor.



Ronneburg und Posterstein



Hinter dem Wohnmobilhafen Gera führt der Radweg durch ein Naturschutzgebiet in die ehemaligen Erzgruben der Wismut. Dort wurde der Rohstoff für die sowjetische Atomindustrie gefördert. Mit der Bundesgartenschau 2007 war das Gelände saniert und um Attraktionen wie die Drachenschwanzbrücke bereichert.


Neben der Schönheit der Landschaft kann man alte Landmaschinen bewundern.






Mein Hinweg führt über die Drachenschwanzbrücke, zurück geht es drunter her, um mir den Aufstieg auf den Hügel zu ersparen.


Wie in Gera, Sonneberg fallen auch in Ronneburg Inverstitionruinen auf. Diese steht an der Hauptverkehrstraße mitten in Ronneburg.




Das Rathaus sieht aus, als sei es mit großem Aufwand renoviert worden.



Beim Haus mit der Nummer 11 ist die Renovierung überfällig, wenn sie denn überhaupt kommt.

 

Die Menschen in Postenstein pflegen für die Gefallenen der beiden Weltkriege dieses Denkmal.




Die Burg in Postenstein dient schon als Titelbild. Die Sonne bringt die Schönheit der Anlage besser zur Geltung.


Hersteller und Baujahr unbekannt





Nach aufwändiger Renovierung glänzt das Gebäude in der August-Bebel-Straße.



Mit einem letzten Blick auf das Schloß von Ronneburg endet dieser kleine Ausflug. Vielleicht wäre sogar das Schloßmuseum geöffnet, doch dafür fehlt die Zeit.


Bad Köstriz, Bad Klosterlausitz



Das Gewitter am frühen Abend stört den Sat-Empfang. Dieser Bilderblog füllt sich in ruhiger Betrachtung all der wunderbaren Eindrücke aus Stadt und Land.


Noch ist es kühl am Morgen auf dem Radweg entlang der Weißen Elster.



Ein malerisches Dorf am Fluß liegt auf dem Weg.



Diese Kirche an der Weißen Elster liegt einen Kilometer entfernt vom Zentrum Gera.


Ob das gelbe Postauto auf der Autobahnbrücke der A 4 Pakete nach Leipzig bringt? Vom Radweg aus hört man bald nichts mehr vom Rauschen der Autos.





Ein Fischreiher streicht im Tiefflug über den See.


Mit Äpfeln füttern die Kinder das Rotwild. Die Äpfel sind zwar noch nicht reif, doch liegen sie schon in Mengen auf dem Boden nach dem Gewittersturm.


"Köstrizer" verkündet das Plakat "erfrischend dunkel".



Selbst der Nissan Allrad Pickup könnte nur eine kleine Teilmenge der Bierkästen abtransportieren.




Das Plakat am Haus verkündet:

Forschungs- und Gedenkstätte im Geburtshaus des Komponisten HEINRICH-SCHÜTZ-HAUS Museum Konzerte Ausstellungen Kurse




 Stein auf Stein ergibt ein Haus. Unnötige Fensteröffnungen sind zugemauert.





Ein renaturiertes Truppenübungsgelände wird in den Adelstand von Naturerbe erhoben.


Nach dem Aufstieg durch das Naturreservat dröhnt in kühner Höhe, wie der Ort heißt, eine Motocross-Maschine. Der Knirps darauf wagt wahrlich kühne Sprünge.



Der Parkplatz der Therme in Bad Klosterlausitz ist zu voll, als dass mich das Getümmel zum Bad lockt. Auch ein Stellplatz für Wohnmobile ist dem Parkplatz angeschlossen, Stromsäulen gibt es auch dort.


Auf romantisch gelegener Parkbank am Weiher schmeckt mir meine Brotzeit am besten.




Noch ein versonnener Blick auf das beeindruckende sakrale Gemäuer dann geht es auf viel leichteren Asphaltstraßen bergab die 20 Kilometer zurück nach Gera.


Einmal noch bremsen und umdrehen, denn dieses Schnitzwerk beeindruckt mich.


Gerarer Höhler


Wie Otto Dix so sind auch die "Höhler" überall präsent in Gera. Was Höhler sind, erklärt mir eine Führung.


Da das Wasser oft verdreckt war, gehörte Bier zu den Grundnahrungsmittel. Um die etwa Ein-Prozentige Köstlichkeit zu konservieren, trieben die Bewohner Höhlen in den Fels, um ihre Fässer zu lagern. Die Fässer standen auf Sandsteinen, damit sie nicht schimmelten. Jeder Hausbesitzer in den Stadtmauern hatte das Recht, unter dem Keller Höhlen zu bauen. Die Temperatur dort von 12 Grad Celsius hielt das Bier frisch. Das Getränk mussten die Menschen verkaufen, so war das Gesetz.


Die Höhlen für die Bierfässer lagen bis zu dreizehn Meter unter der Erde. Sie waren voneinander getrennt, dass sich Nachbarn nicht ihr Bier streitig machten. Um ab 1935 die Höhlen als Luftschutzkeller zu nutzen, brach man die trennenden Wände auf.


Im Laufe kommender Jahrhunderte können die Menschen in Gera dann stolz ihre Tropfsteinhöhlen präsentieren.


Findige Köpfe fanden, dass sich schwere Bierfässer leicht über eine schiefe Ebene in die Höhlen ablassen ließen.




Diese Großraum-Höhle diente als Luftschutzkeller. Doch Gera blieb von Bomben nicht verschont, die das Schoß Osterstein wie vieles andere zerstörten. Die Sommerhitze setzt mir zu, doch der Aufenthalt in den kühlen Kellern war angenehm.



Mit einem Nachmittagsausflug im kühlenden Baumschatten am Ufer der Weißen Elster enden fünf reich gefüllte Tage in Gera. Wünschendorf mit der hölzernen Brücke und Kloster Mildenfurth enden den Bericht.



Neben dem romantischen Gemäuer residiert das Künstlerehepaar Volkmar und Marita Kühn.



Als Leihgabe präsentiert der Meister ein Werk vor dem Portal der Baustelle.


Weder Zeit noch Lust auf Polit-Pestilente Betrachtungen


Ein Bild zeigt den Fortschritt bei der Schutzausrüstung der Sicherheitskräfte.


Doch wer will sich hierzulande mit Polizeigewalt beschäftigen?



Da erfreut uns die Renaturierung der Städte doch viel mehr.






Damit genug für eine Woche, mehr als genug. Vorräte und Trinkwasser für die weitere Fahrt sind beschafft. Morgen geht es weiter.



1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

N0by, Deine Posts werden immer schlechter.
Du hast keine Ahnung von der Landwirtschaft. Der Bauer würde zum Beispiel niemals den Misthaufen unter dem kleinen Dach anlegen. Dort stehen geräte. Er "schaufelt" den Mist auch nicht auf den Anhänger, das geschieht mit einem Mistlader.
Und in der Biogasanlage liegt kein Mist, sondern dort vergärt Maissilage.
Deine Tippfehlerkorrektur waren auch schon besser.
Man merkt, ja man kann fast mit den Händen greifen, wie es mit Dir abwärts geht.