08 April 2023

Santander, San Sebastian, Zarautz, Hondarribia, Freunde


 Zwei Tage in Santander geben mir einen ersten Einblick in diese wunderbare Stadt am Meer. Mein Lieblingsbild von der Halbinsel Magdalena stammt vom sonnigen Sonntag in Santander. Zweihundert Kilometer weiter bezaubert mich San Sebastian. Je näher mir die kalte Heimat rückt, umso schwerer fällt es mir, nach sechs Monaten heim zu fahren. Wie soll man sich heimisch fühlen in Buntschlandland?
 

Reisen hält mich so auf Trab, dass mir für Politicks weder Zeit, Kraft noch Lust bleiben - zum Glück!



Die 150 Kilometer von Gijón nach Santander sollten leicht abzuspulen sein. Leider war der verwirrte Opa wieder einmal so dumm, die Gepäckklappe über dem Tisch nicht korrekt geschlossen zu haben. Bei der Einfahrt zur Kaffeepause gießt sich das Reisegepäck über Tisch und Boden aus.



Die erste, lange Stück Autobahn kostet nichts. Der regnerische Tag ist ideal zum Reisen. Der Transporter fährt den Schatz nordspanischer Wälder.




Wind tobt um das Camp Virgen del Mar bei Santander so stark, dass die SAT-Antenne unten bleibt  Der Preis von 24 Euro pro Nacht mit Strom und WiFi ist üblich in Spanien.


Trotz stürmischer Windböen und Regen bleiben mir noch einige Stunden, die Zauber von Santander zu erforschen. Neben dem Fließband, welches Personen eine Etage höher bringt, geht es steil hinunter ans Meer.



Bilder sind bei Sturm und Regen sehr viel schwieriger zu erbeuten. Denn der Plastikponcho schützt zwar Kamera und Rucksack vor Regen, doch unter dem Poncho die Kamera heraus zu fischen, ein Bild zu machen, Kamera zurück in ihre Tasche unter dem Poncho zu verstauen, ist kompliziert.



Regen macht grauen Himmel, graue Mauern, grauen Gehsteig - graue Laune sowieso.



Das Meer gibt mehr Farbe als die graue Stadt, Meer und Himmel spielen grau in blau. Der Mann auf dem Segelboot setzt sich wie der einsame Radler diesem Wetter aus.



Sollte sich über dem Centro Botin, einem Museum für moderne Kunst, die Sonne durch die Wolken kämpfen? Zu allem Ungemach kühlt mich Wind vom Meer und Fahrt unter Poncho und drei Jacken aus.



Das Denkmal erinnert an einen grauenhaften Großbrand 1941, der zwei Tage lang Teile der Stadt in Schutt und Asche legte. In Folge blieb von der historischen Altstadt fast nichts mehr übrig.




Doch die Fahrt auf dem Radweg der Hafenpromenade zeigt mir genug eindrucksvolle Bauwerke und bewundernswerte Denkmäler.



Die Inschrift lautet: SANTANDER A LA GLORIA DEL HEROE 1880



Der starke Wind entfaltet die von Regen feuchte schwere Fahne vor dem Prachtbau mit dem blauen Schild Viviendas en venta.



Auf dem nach rechts abgehender Quader ist zu lesen "PALACIO FESTIVALES CANTAEPIA", der andere Bau könnte das maritime Museum sein.



Über den Großbildschirm flackern Anzeigen neuer Attraktionen. Doch mich kühlen Wind und Regen bis auf die Knochen aus, keine Zeit noch Lust Leuchtreklamen zu studieren.



Im Spielcasino ist es warm und trocken, draußen ist die Straße kalt, glatt und gefährlich. Doch jetzt zeigen Schilder "Camping" an, das gibt Hoffnung.



Der Fußballtempel liegt wie eine fliegende Untertasse auf dem Asphalt.





Die Schilder "Camping" haben mich an diesen Platz gebracht, der erst am 14. Juni öffnet. Meine Orientierung in der Großstadt hat versagt, jetzt muss das Smartphone mit der App Google Maps mich aus dem Straßengewühl nach "Hause" leiten.



Über verwinkelte, einspurige Straßen führt mich Google Maps aus der Innenstadt in die Vororte.



An der Friedhofsmauer mit dem Eisenrohrkamin des Krematoriums entlang ist dann endlich mein Heim erreicht, Heizlüfter angeschlossen und Gasheizung aufgedreht. Heißer Tee und Wärme bringen meine Lebensgeister zurück. Kann sich ein mitfühlender Leser vorstellen, wie hart es oft ist, diese Bilder zu erbeuten?


Sonniger Sonntag in San Sebastian


Sehr viel entspannter geht es am Sonntag bei Sonnenschein in das Zentrum von Santander.



Die Vororte von Santander geben Kühen wie Pferden eine wunderbare Weide mit Meerblick.



An diesem Fluß geht es nicht mehr weiter. Doch die Himmelsrichtung Osten zur Innenstadt lässt sich auf Umwegen erreichen.



Wie verwunschen liegt eine alte Villa am Weg, an deren Mauern Pflanzen hochwachsen.



Der Leuchtturm steht auf dem höchsten Punkt von Santander. Der Abgrund blickt zurück. Die Wellen laufen die sanfte Steigung der Felswand hinauf.



Der windige Platz in der Höhe lädt zur Pause.




Don Quijote hat sein Rad Rosinante an der Steinwand angeschlossen. Die Fahne bläht sich vom Meereswind. Kaffeezeit an windgeschütztem Platz im Sonnenschein.





Der Zirkus zieht weiter. Wie zuvor in Gijón feiert ein Zirkus auch in Santander seine Frühlingskünste.



Menschen spielen Ball am Sandstrand. Surfer tanzen mit ihren Brettern über die Wellen. Hunde, Mütter mit Kindern, Alte und Junge genießen Wind, Sonne, Meer.



Auch wenn etwa 180.000 Menschen Santander bevölkern, der Strand hat Platz für viele von ihnen.



Gegenüber dem Gran Hotel liegt an dem Platz das Casino. Wenn sich der teure Gast in seinem Zimmer mit Meerblick langweilt, kann er sich nebenan im Casino Nervenkitzel kaufen.



Meine Nerven kitzeln die ständig wechselnden Eindrücke dieser wunderbar abwechselungsreichen Stadt Santander.




Das Schicksal hat meine Dichterfreund HaHa bei weitem nicht so begünstigt wie diesen Herren, auf dessen Sockel steht: JOSE D RIO POETA D MAR 1884 - 1964.



Die Halbinsel REAL SITIO DE LA MAGDALENA scheint ein beliebter Erholungsort. Menschen sind mit Kind und Kegel unterwegs. Das kleine Mädchen jagt wie ein kleiner Hund die Taube am rechten Bildrand. Der Junge zeigt weniger Ehrgeiz bei dr Jagd.



Die beiden Damen in der romantischen Szene lachen mir fröhlich zu.




Am Fuß der schwindelnd hohen Klippen donnert die Brandung, weiter draußen liegt das blaue Meer still und ruhig so weit das Auge reicht. Von diesen Klippen stammt das Titelbild am Anfang des Blogs.



In der Ferne erhebt sich der Leuchtturm.



Entspannt geht es von der autofreien Zone der Halbinsel Magdalena in das Stadtgewühl. Doch am Sonntag hält sich der Verkehr in Grenzen.



Noch einmal einen sonnigeren Blick auf das Museum- und Kongresszentrum am Ufer des Meeres.



Die Knirpse kommen von ihrem Segelausflug in ihren kippsicheren Booten zurück an Land. Es wird später Nachmittag, doch das Wetter hält sich.



Das Gebäude kam mir am regnerischen Tag zuvor schon vor die Linse. Wer mehr Ansprüche als den Camper im Vordergrund hat, kann sich auf der Website zum Haus informieren.




Der Wind pfeift sein Lied. Wetterhähne und Fahnen drehen sich im Wind, Windräder erzeugen Strom.



Zwar klappt jetzt meine Orientierung besser in Santander. Doch die Wege vom Camp zur Hafenmole und zurück sind mit 30 Kilometern lang, anstrengend und aufregend.



Die nächste Großstadt Richtung Osten, Richtung Heimweg wäre Bilbao. Obgleich mir dauernd der Brecht-Song "Bills Ballhaus in Bilbao" durch den Sinn geht, ist mir diese Großstadt zu viel.



Satt von allen Eindrücken, müde vom Radeln geht es in das gemütliche Heim auf dem Camp.




Zu dem Denkmal mit der Aufschrift 3 NOV 1893 schreibt Wiki:

Am 3. November 1893 explodierte der in Brand geratene Frachter Cabo Machichaco mit 51 Tonnen Dynamit an Bord im Hafen von Santander. 590 Personen verloren bei einer der folgenschwersten Katastrophen in Spanien ihr Leben, 525 Verletzte waren zu versorgen.





Von diesem Kreisverkehr sind es nur noch wenige Kilometer "heim" zum Auto. Santander hätte mehr Tage verdient. Doch mich zieht es heim zur Frau Richtung Heimat. Auch ist mir die Stadt zu groß und stressig.


Donostia-San Sebastián



Wiki lässt mich wissen, dass in Bilbao bald 900.000 Menschen wohnen. Ein weiterei Großstadt-Moloch wie Sevilla wird mir zu anstrengend. Daher geht es staufrei über Autobahnen bis nach Zarautz, wobei das letzte Stück hinter Bilbao 10,19 Euro kostet.



Hinter Zarautz geht es über eine einspurige Bergstrecke auf 350 Meter über Meereshöhe.


Das Camp IGUELDO in San Sebastian soll TODO EL ANO in Betrieb sein, ist aber geschlossen wegen Renovierung. Zum Glück nimmt mich fünf Kilometer weiter das Camp IGAR DE SAN SEBASTIAN auf - allerdings nur für drei Nächte.

"Es ist Ostern, alles reserviert, länger geht nicht."

Nach zwei Nächten meine Frage: "Kann ich nicht eine Nacht mehr bekommen."

"Ja, aber nur eine Nacht noch, es ist Ostern, alles reserviert...."

Nach drei Nächten mein erneutes Vorsprechen: "Bin müde, geht es nicht etwas länger?"

"Ein oder zwei Tage?"

"Zwei", meine Antwort... also bis Sonntag, dann sollte nach zwei Wochen Spanien und sechs Tagen in San Sebastian meine Kraft für die nächste Etappe nach Frankreich reichen.


Angenehm fällt mir in San Sebastian die VW-Vertretung auf, welche auch Nutzfahrzeuge anbietet. Zum Glück steht keine Reparatur an.


Das Camp liegt mitten im Wald mit einer romantischen Zufahrt. Dort glotzt das Rindvieh neugierig, weil jemand hält und fotografiert.



Die Stadt im Sonnenschein ist ein Traum. Verschiedene Hügel versprechen traumhafte Aussichten über das Meer, die Stadt und die Bucht.



Wind vom Meer und Fahrtwind auf dem Rad kühlt mich aus. Auch wenn vier Reißverschlüsse aller Jacken mich schützen, es bleibt kalt.



Im Meer tummeln sich die ersten Schwimmer und bellende Hunde.



Mit Satteltasche und Rucksack lässt sich Proviant wie Wasser, Öl, Sojasoße, Brot, Käse, Schokolade,  Salat, Avocados, Bio-Soja-Braten und eine Dose Sardinen heim schleppen.



Der Wetterbericht hat für den nächsten Tag mehr Sonne versprochen, als gerade scheint. Also heißt es wieder trotz aller Winterkleidung frieren, frieren, frieren.




Nachts droht Tiefsttemperatur von vier Grad Celsius.



Der Verkehr am Vormittag hält sich bescheiden zurück. Zudem erleichtern Radwege das gefahrlose Fortkommen.



Links auf der Säule die Uhr, rechts auf der Säule sieht man den Gezeitenhub. Im Hintergrund lockt der Hügel mit einer Statue.



Sonne bringt die Farben der Tulpen besser ins Bild. Das Karussel erfreut Kinder und Zuschauer.




Ob der Weg auf den Hügel mit der Statue erst durch diese winklige Altstadt führt?



Die Altstadt ist nach meinem Geschmack. Winklige Gassen, prächtige Kirchen und aufgeräumte Plätze und vier junge, langmähnige Damen im Gleichschritt.



Mit mir staunen und fotografieren andere Menschen diese Bauwerke, Plätze und Sehenswürdigkeiten.




Ob sich am Museum für Meereskunde ein Weg auf den Hügel finden lässt?



McDonalds mit seinem Sozialrestaurant mit eingängiger Bedienung und Bezahlung über Bildschirme - auch in Englisch - wärmt meinen Körper auf, auch wenn mittlerweile mehr Sonne scheint.



Am Hafen der Spassboote, die gerade bei Ebbe tief im Becken liegen, sollte der Weg zum Hügel zu finden sein.



Ein Fahrstuhl bringt mich mit dem Fahrrad eine Etage höher, so dass mir die Treppe erspart bleibt.



In Serpentinen führt der Weg höher und lässt mich über die Stadt mit der großen Badebucht blicken.



Auch die andere Seite der Bucht wird von einem Hügel bewacht. Die Insel in der Bucht ist bebaut.



Wunderbares Baskenland



Für mich geht es an dieser Stelle nicht mehr höher.



Weil es keinen Platz gibt, das Rad anzuschließen, geht es ohne den Anstieg der letzten Treppen wieder zurück. Ohne Respekt hat sich ein Vogel das Haupt des Herrn als Rastplatz auserkoren.




Langsam geht die Stadtbesichtigung dem Ende entgegen. Das teure Geschäft Super Almara versorgt mich mit Obst, dann geht es ins warme Auto.



Sonne hat das Auto auf 26 Grad Celsius aufgeheizt, was nach dem kühlen Ausflug gerade richtig ist.


Zarautz, Orio, Berg Igeldo



Was für ein Tag, was für eine Tour! Zur Feier von einem halben Jahr Reiseeinsamkeit ist das für mich ein großes Geschenk. Wetter stimmt, Sonnenschein strahlt. Mit den vier Reißverschlüssen von Jacken und Weste bleibt mein Körper warm, selbst wenn es in sausender Fahrt bergab geht.



Es geht gegen 10.00 Uhr los, während die Sonne Kraft gewinnt.




Hinter dem Camp führt ein sehr schmaler, steiler Weg unter der Autobahn über den Berg und gibt beglückende Ausblicke über die Berglandschaft und das besiedelte Tal mit dem Städtchen Aginaga.



Der Fluß wälzt sich träge zum Meer.



Orio verfügt über einen kleinen Hafen. Bei Flut sollten die Schiffe auf dem Schlamm sich frei schwimmen.



Zwischen Orio und Zarautz muss man auf einer Straße mit der Nummer 623 noch einmal hundert Höhenmeter überwinden. Der Verkehr auf dieser Straße nervt.



Verkehrsschilder warnen vor frei laufendem Borstenvieh.



Zarautz feiert Frühling mit bunten Blumen.



Mit dem Rad gelangt man schnell durch kleine Gassen an das Meer. Auf dem Platz halten zwei gelangweilte Polizisten Wacht.



Für Autoverkehr sind die Gassen der Altstadt zu eng, Doch Fahrräder mit Gepäckkörben bewältigen häusliche Einkäufe.



Die Badebucht erscheint riesig. Surfer tummeln sich in den Wellen. Hunde jagen bellend über den Sandstrand.



Eine Dame mit Yogamatte übt lange verschiedene Stellungen, während ihre beiden Buben Ball spielen.



Ein historisches Bauwerk mit Ecken und Kanten und wenigen Fenstern erzählt eine wehrhafte Geschichte.



Zurück geht es einen anderen Weg, erst einmal zum Hafen von Orio. Wiki über den Ort und den Fluss:

Orio ist ein Fischerort in der Provinz Gipuzkoa in der autonomen Region Baskenland in Nordspanien. Der Ortskern liegt am Fluss Oria, gut einen Kilometer von seiner Mündung in den Golf von Biskaya.




Das Schild zum Strand zeigt den Namen "hondartza". Zu dieser Sprache erzählt Wiki:
Das Baskische ist nach dem überwiegenden Urteil der einschlägigen Forschung mit keiner anderen bekannten Sprache genetisch verwandt.




Nun muss kein Tourist diese Sprache lernen. Es reicht mir, die Landschaft zu genießen und mich um einen Weg heim ins Auto zu kümmern.



Die belebte Straße 634, die mich nach Orio brachte ist wegen eines Radrennens gesperrt. So leitet mich mein Glück auf die kleine, steile Bergstraße, auf der mich auch mein Auto nach San Sebastian brachte.



Die Esal machen Mittagspause, während mein Rad Rosinante mit schwindender Akku-Kraft mich auf 350 Meter Höhe bringen muss.



Diese Höhe von 350 Metern hat mir das Garmin-Navi im Auto angezeigt. Die App von Google Maps zeigt keine Höhe an, aber die Entfernung bis zum Ziel.



Von weiter Ferne hört man das Motortuckern des Fischkutters.



Am dritten Tag ist mir San Sebastian schon soweit vertraut, dass jetzt keine App mich mehr leiten muss.



Die Bergfahrten haben die 500 Wh des Akkus bis auf 17 Prozent aufgebraucht. Netzstrom lädt die Akkus, meinen "Akku" lädt der übliche Salat.


Radtour nach Hondarribia



Jeder Tag schenkt mir ein neues Überraschungsei. Diesmal geht es nach Osten an die französische Grenze. Wiki:

Hondarribia (spanisch Fuenterrabía, französisch Fontarabie) ist eine Stadt im Nordosten der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Die zur Provinz Gipuzkoa gehörende Hafenstadt liegt nordwestlich von Irun an der Mündung des Flusses Bidasoa, der hier die Grenze zu Frankreich bildet.


Der 30 Kilometer-Trip einfache Fahrt zeigt mir San Sebastian mit Vororten, Hafen und lauschigen Schleichwegen durch Tunnel für Radfahrer.



Es geht an Bahnstrecken ebenso entlang wie an vierspurigen Schnellstraßen.



Die Fahrt durch den sonnigen Frühlingstag, zudem noch ein Feiertag, bringt eine bunte Bilderbeute - wie hier den Lastkran mit begrünenden Baum.



Erschwerend, dass die Verkehrsführung für Fahrräder manchmal unklar ist, so scheut man sich beispielsweise, in einen dunklen Tunnel einzufahren. Es hilft nichts, da muss man durch.



Kirchen am Wegrand auf etwa halber Strecke bleiben wie der Ort unbesichtigt und namenlos.



Hondarribia empfängt mich mit einem Park an einem plätchernden Brunnentümpel, mit alten Burgmauern und einem Baum mit rosa Blüten. Nach der Wegstrecke schmeckt mir meine Brotzeit im stillen, einsamen Park.



Das Rad gut angeschlossen geht es über die Altstadtgassen hinein in das Vergnügen.



Die große Straße mit Geschäften führt zur Kirche, doch zur Einstimmung erstmal ein Blick in eine Gasse, die von der "Hauptstraße" abgeht.



Hell bestrahlt im Sonnenlicht sieht man schon die Kirchturmspitze.



Voller Erwartung pilgern die Menschen zum alten Kirchengemäuer.



Das Auge gewöhnt sich an das schummrige Licht in der Kirche. Die Kamera belichtet mit einer Zehntelsekunde, da verwackeln schnell die Bilder.



So richtig bringt mich heute der Blick auf Kanzel und Altar nicht in mein religiotisches Grundgefühl. Irgendwie fehlen zuvor Kaffee und Pause.



Die ausgestellten Figuren verfügen über Tragestangen. So können sich vier starke Männer zu den Osterprozessionen die Figuren auf ihre Schultern wuchten.



Von den Toten auferstehen, ist das Eine - sicher nicht leicht. Sein Leben lange gesund zu erhalten, ist das Andere - schwer genug.



Hinter dem Kirchengemäuer erhebt sich dieser Vierkantklotz, dessen Dachkante sich gerade noch mit auf das Bild gemogelt. hat.



Geschäftiges Feiertagstreiben auf dem Hauptplatz von Hondarribia. Der schattige Vordergrund ist uninteressant, daher abgeschnitten - ein Stück des endlos blauen Himmels gleich mit.





Vom belebten Feiertagsfestplatz blickt man auf die Stille des Hafens. Zahlreiche Segelboote sind unterwegs.



Ein Blick zurück auf das Kirchengemäuer, dass sich gerad noch die Straßenlaterne rechts oben sehen lässt. Der Kirchturm passt nicht mehr auf das Bild.



Soweit erste Eindrücke von Hondarribia bevor mich ein Bistro mit Kaffee und einem Stück Kartoffelkuchen stärkt. Es ist mir immer lieber, dabei mein Rad im Blick zu haben.



Die violette Blütenpracht erinnert an Flieder, ist es aber nicht.



Noch einen Abstecher zum Hafen unter dem Kirchberg. Ob die schwarze Röhre im Vordergrund Regenwasser ins Meer leitet oder gar andere Flüssigkeiten?



Die Sonne ist wieder ein Stück weiter gewandert. Es ist besser das Rad über das rumpelige Altstadtpflaster durch die Menschen zu schieben als zu fahren.



Noch einen Blick auf diese Heldenszene, wo man hofft, dass die Schöne dem gefallenen Krieger wieder auf die Beine hilft. Dann geht es zurück.



Neben der Ausfallstraße hat der Flieger die Turbinen auf Volllast geschaltet, um zu beschleunigen und abzuheben. Das macht mehr Lärm als ein Zug, der quitschend aus einer Kurve im Tunnel kommt.



Um die 60 Kilometer bis nach Hause voll zu machen, strampelt man dann schon intensiver und lässt die meisten Motive am Wegrand stehen - nicht aber diese Burg mit Palme.




Alle Supermärkte hatten geschlossen. Doch der Lastkran lädt Eisenträger in das Schiff an diesem Feierfesttag.




Hinter der Brücke von San Sebastian verliert sich meine Orientierung trotz Google Maps auf dem Smartphone.




Neue Wege ergeben neue Perspektiven.



Mein Weg verliert sich in einem längeren Tunnel, in dem das Smartphone seine Orientierung verliert. Andere lassen sich rechts mit dem Schienenfahrzeug auf die Höhe schleppen.



Ist das kein Service, wo man für die Radler neben dem Eisenbahntunnel eine eigene Röhre gebaut hat?



60,9 Kilometer in drei Stunden und 43 Minuten brachten 31 Bilder für den Blog. Das Smartphone zeigt, dass das Camping Igora erreicht ist - wieder daheim.



Das zweiunddreißigste Bild von diesem Ausflug zeigt meine Beute vom Bäcker: Brot und ein Kuchenstück für 4,50 Euro - anscheinend Feiertagspreis.


Abschied von Spanien, von Donestia-San Sebastian


Nach zwei Radtagen mit 110 Kilometern klingt der Blog ruhiger aus. Gegen 11.30 Uhr ist das Thermometer gerade von acht auf neun Grad Celsius umgesprungen. Das ist kalt. Am Karfreitag hält ein Gemüsehändler sein Geschäft offen - auch mit frischem Brot.



Es gibt kein anderes Ziel heute, als glücklich zu sein. Die Bucht beaubert mich. Es ist Ebbe, die grünen bemoosten Steine schauen hervor.



Hunderte bevölkern die Strandpromenade. Schwarzmähnige Schönheiten stellen sich zum Gruppenfoto auf.



Schon nach sechs Kilometern verwöhnt mich diesmal der schmackhafte Kartoffelkuchen mit Kaffee, den sie hier Tortilla nennen.



Ein Düsenflieger jagt durch das Himmelsblau, eine Radlerin fährt über die Brücke die an jeder Seite zwei Podeste mit Rössern schmücken.



Kann man sich vorstellen, in einer großen Altbauwohnung mit Blick auf den Fluß zu logieren?



Doch auch in dieser ruhigen Gegend mit den bunten Balkons lässt sich leben. Dahinter beginnt wieder der lange Radtunnel, den mein KIOX-Display mit 700 Metern misst.


Alte Freunde




Obgleich meist meine Freundesliste nur Menschen Zugang finden, die mir mit Gesicht und ihrer Lebensgestealtung näher stehen, fragt sich es ein Herr "Socke" in dem "Club":

An wen nur erinnerst Du mich mit Kopfwindel auf diesem königlichen Sitzmöbel thronend?


Er gibt sich auch gleich die Antwort: An Herrn Hulk, einen Filmbösewicht und Hustler.


Mein Bruder Uli
hat sich mit seinem Freund nach 13 Tagen wieder von Marokko zu seinen spanischen Freunden verzogen.




Er hat aus dem marokkanischen Chefchouen ein beeindrucken Bilder-Blog online gestellt.


Freund Klaus mit Gisi in Südamerika dieselt lieber als weitere Blogs zu verfassen. Er schickt mir Bilder, die mich immer wieder begeistern.











Klaus schickt auch Ortsangeben und zeigt seinen Standpunkt auf Google Maps an.




Hier noch ein paar Bilder von den letzten Zeit. Wir sind jetzt hinter Salta Richtung Paraguay.



Doch weil mir die Gegend, selbst wenn sich die Ortsangaben bei Google Maps verifizieren lassen, fast so fremd sind wie gesichtslose Schreiben in sozialen Netzen, Clubs oder Foren, und weil es mich wohl leider nicht nach Südamerika verschlagen wird, bleiben mir eben Reisebilder von Klaus - immer noch besser als Buchstaben irgendwelcher Forenkonzepte oder - kommentare.


 



Mein ältester Freund von 1975 HaHa hat zu meiner Freude in einem Telefonat von einer Stunde und 42 Minuten mein Weltbild über ihn und seine Freundin ins rechte Licht gerückt. Zum Glück geht es ihm viel, viel besser, als seine oft düstere Lyrik vermuten lässt. Man schiebt sich ein paar Zeilen hin und her, da ist nicht viel mehr.



   Physis & Metaphysis

        ('Litt'ratur - pah ...')

Kälte Hände, kalte Füße,
vom Suspensorium schöne Grüße,
es schrumpfen Leber, Hoden, Hirn,
doch Universum  vorwärtsmarsch: Gestirn!

Weiche Knochen, weiche Birne,
verstopfte Adern, Hirnschlag, mir'ne
Flasche Hulstkamp, wie dem Benn,
dann kann man dichten, aber wenn

die Zeiten gnadenlos dir zeigen:
auch schriftlich sollst du besser schweigen,
dann bleibt auch Rühmkorf lieber tot,
sitzt beim Skat mi'm lieben Gott.



mir gelingt kaum eine zeile
als kampf gegen die langeweile
rasend rum im ew'gen kreis
bis der tod erlöst den greis

gibt die straße mir den rest
kommt der tod daheim im nest
müssen zuvor ärzte schneiden
elend krankheit, langes leiden

munter bis auf's blut sich streiten
auf krieg und chaos vorbereiten
kopfbomben entschärft das alter
schlaf erlöst den nebelspalter




Langeweile ist mir fremd,
auch auf die alten Tage,
egal wer für die Bahre
schneidert mein Totenhemd.

Ach, nur wer die Sehnsucht kennt,
weiß von Goethes Leiden!
Wenn ich einmal soll scheiden:
das Nichts wird gut mich kleiden,
derweil Gottvater pennt.



das eigene nichts im stillen sehen
wie endlos sich gedanken drehen
dabei schlägt das herz im takt
atem belebt den körper nackt
geschloss'ne augen seh'n nach innen
vor mir selbst gibt's kein entrinnen



Der Mensch pflegt vermittels Meditation
seinem eigenen Nichts zu entrinnen,
doch braucht er tatsächlich diese Station?
's liegt alles zutage, außen und innen.




Meine liebe Frau daheim spaziert hinter dem Haus durch den Wald, den die Holzfällarbeiten "verwüstet" haben.  Der Weg sei zwar getrocknet, sagt sie, doch man gehe nicht mehr über Waldboden - eher durch eine Baustelle.



Jetzt dauert es ja nicht mehr lange für meine Fahrt





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